Google startet mit Kurzmitteilungs-Dienst Detail - Computerwelt

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10.02.2010 apa/Rudolf Felser

Google startet mit Kurzmitteilungs-Dienst

Google startet einen eigenen Dienst für Statusmeldungen und greift damit die Platzhirsche Facebook und Twitter an. Der Suchmaschinen-Riese lockt die Nutzer mit dem Versprechen, mehr Ordnung in die Informationsflut zu bringen.

Der neue Dienst mit dem Namen Google Buzz soll nicht nur die Nachrichten von Bekannten eines Nutzers verfolgen, sondern sie auch nach Wichtigkeit oder dessen Interessen auswählen können, wie Google-Manager zur Vorstellung des Projekts in San Francisco erläuterten. Zugleich müsste Google dafür noch mehr Informationen über die Nutzer verarbeiten. Derzeit wird Buzz (auch in Europa) ausgerollt, allerdings hat noch nicht jeder Nutzer Zugriff auf den Service.

Google Buzz setzt auf GMail (a.k.a. Googlemail) auf und ist ein direkter Vorstoß ins Geschäft des populären Kurzmitteilungs-Dienstes Twitter und des weltgrößten Online-Netzwerks Facebook mit rund 400 Millionen Nutzern. In weiten Teilen erinnert Google Buzz an Google Wave, einen ebenfalls kürzlich von Google gestarteten Dienst dem jedoch bislang kein großer Erfolg beschieden war. Das wirft die Frage auf, ob mit Buzz einfach nur ein zweiter Anlauf für Wave gestartet werden soll. Die Verzahnung mit Gmail soll möglicherweise dafür sorgen, dass der Dienst von mehr Menschen genutzt wird. Schließlich ist keine eigene, neue Anmeldung nötig und keine eigene Website muss geöffnet werden.

MEHR KOMFORT GEPLANT Um gegen die etablierten Konkurrenten zu Punkten, will Google mehr Komfort bieten. So sollen Bilder und Videos, die sich normalerweise hinter Link-Verweisen verstecken, automatisch geöffnet werden. Nachrichten, die viele Nutzer für interessant befanden, sollen in der Liste automatisch höher auftauchen als belanglose Informationen.

Zugleich kann Google Buzz aus dem bisherigen Verhalten der Nutzer ihre Interessen ermitteln und sie ebenfalls bei der Auswahl der Mitteilungen berücksichtigen. Das dürfte neue Kritik von Datenschützern auslösen. Google-Mitbegründer Sergey Brin betonte, dass der Konzern die Nutzer-Daten vertraulich behandele. Die Menschen müssten aber selbst entscheiden dürfen, welche und wie viele Informationen über sich sie preisgeben.

Mitteilungen aus Twitter lassen sich auch bei Google Buzz integrieren, umgekehrt funktioniert es (noch) nicht. Mit von der Partie sind auch Foto-Dienste wie Flickr und Picasa. Facebook fehlt dagegen in der Liste der genannten Partner. Ob das etwas mit Microsofts Beteiligung am derzeitigen Social Network-Primus zu tun hat?

Auf mobilen Geräten mit GPS-Ortung – wie Handys mit Googles Betriebssystem Android oder Apples iPhone – soll der Aufenthaltsort für die Auswahl der Kurznachrichten berücksichtigt werden. Auch aufstrebende Dienste mit ortsbezogenen Inhalten wie Foursquare hat Google damit im Visier.

TREND: STATUS-UPDATES Die schnellen Kurzmitteilungen, auch Status-Updates genannt, sind ein Trend, der die Kommunikation im Internet immer stärker prägt. So wurde der stete Strom dieser Updates immer wichtiger für Facebook-Nutzer, die so über das Leben ihrer Online-Freunde auf dem Laufenden bleiben. Twitter wuchs 2009 schnell und hat nach neuesten Schätzungen zwischen 25 und 30 Millionen Nutzer - die Zahlen gehen jedoch zum Teil weit auseinander. Googles Mail-Angebote besuchen laut dem Marktforscher Comscore pro Monat 176 Millionen Nutzer.

Google war bereits zuvor auf den Mitteilungs-Trend eingeschwenkt: Twitter-Nachrichten tauchen inzwischen immer häufiger in Echtzeit bei Suchanfragen auf. Letztlich geht es um die Aufmerksamkeit der Nutzer: Nur wer Zeit auf einer Website verbringt, kann auch durch Werbung angesprochen werden - und Internet-Werbung ist die zentrale Einnahmequelle von Google. Der permanente Strom von Nachrichten der Facebook-Freunde bindet die Millionen Nutzer derzeit zum Beispiel auf der Seite des Online-Netzwerks, bei dem Google-Konkurrent Microsoft die Werbung verkauft. Google betreibt zwar bereits seit Jahren das eigene Online-Netzwerk Orkut, es konnte sich bisher jedoch nur in einigen wenigen Ländern durchsetzen.

Weitere Einzelheiten und erklärende Videos zu Google Buzz finden sich auch in diesem Blogeintrag von Google. (apa/rnf)

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