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14.04.2010 Alex Wolschann/apa

Internet als "Ort für politischen Diskurs"

Sind die klassischen Medien durch das Internet in eine Zwickmühle geraten? Eine Podiumsdiskussion unter heimischen Experten ist der Frage nachgegangen.

Sind die klassischen Medien durch das Internet in eine Zwickmühle geraten? Viele neue Kanäle sind in den vergangenen Jahren für das Publikum, aber auch die Journalisten im Onlinebereich geöffnet worden, gemein ist den meisten allerdings eine gewisse Unüberprüfbarkeit, wie sich bei einer Podiumsdiskussion am Dienstagabend im Wiener Palais Epstein herauskristallisierte.

Auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und der "unabhängigen Denkwerkstatt für Zukunftsfragen" GLOBArt diskutierten die Chefredakteurin des Online-"Standard", Gerlinde Hinterleitner, Okto-TV-Mitarbeiterin Amina Handke, der Vorsitzende der Journalistengewerkschaft Franz C. Bauer und der langjährige ORF-Journalist Franz Kössler das Thema.

Für Hinterleitner ist das Internet heute schon "der Ort, an dem politischer Diskurs stattfindet", wie sie erklärte. Das habe sich etwa an der "Audimax"-Besetzung gezeigt, wo die Studenten ihre Informationen vor allem online bekommen haben und eine Vernetzung stattfand. "Die Medien verlieren damit das Monopol zu berichten, was los ist."

Kössler, der jahrelang als Korrespondent im damals noch kommunistischen Moskau tätig war, zeigte sich skeptisch über die Authentizität so mancher Quellen im Internet: Bei vielen Informationen lasse sich einfach nicht ableiten, wer dahinter stehe. So könnten durchaus Geheimdienste hinter manchen Informationsportalen stehen.

"Check und double-check" nicht selbstverständlich

Genau diese Einflüsse außen vor zu halten, sei aber die Aufgabe klassischer Medien, bei denen den Konsumenten auch nachvollziehbar gemacht werde, wer ihnen die Informationen eigentlich liefert. Auch stelle sich bei manchen Online-Medien die Frage, ob hier noch das klassische Rezept "check und double-check" beachtet werde, bevor Nachrichten als solche verbreitet würden. Hinterleitner meinte dazu, dass das "Zauberwort für die Zukunft" bei der Online-Berichterstattung "Transparenz" lauten müsse: "Man muss dazuschreiben, dass das ein Gerücht ist, das noch nicht gegengecheckt wurde."

Bauer beklagte generell den Qualitätsverlust im Medienbereich, für den er Druck sowohl vonseiten der Wirtschaft als der Politik verantwortlich machte. Journalisten hätten angesichts der immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Bedingungen immer weniger Zeit, in die Tiefe zu gehen, meinte er. Eines sieht er auch im Zeitalter des Internet gegeben: Medien würden immer ein "Weltbild" vermitteln. "Und dieses wird dann gekauft."

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