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21.04.2010 Richard Galambos*

Gastkommentar: Sperren bei Botnet-Befall

Teil eines Botnets zu werden ist nicht schwer – die Konsequenzen in Österreich können jedoch drastisch sein.

Ein Botnet ist ein Netzwerk von durch Viren befallenen Rechnern. Die vernetzten Rechner, treffend Zombies genannt, werden meist dazu benutzt Spam zu verschicken oder Distributed Denial of Service-Attacken (DDoS) auszuführen. Der User merkt zumeist nicht, dass er als Zombie Teil eines Botnets geworden ist. Diese sind auch den Internet Service Providern (ISP) ein Dorn im Auge, da sie einen übermäßig hohen Traffic verursachen und andere Internetbenutzer und das Internet im Allgemeinen gefährden. Deswegen findet man vermehrt Klauseln in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der ISP. Demnach sollen User, welche sich nach Aufforderung des ISP weigern ihren Virus zu löschen, vom Internet gesperrt werden, wobei die Pflicht zur Fortzahlung des Entgeltes aufrecht bleibt. Sobald sich der Benutzer beugt, die Viren von seinem Computer entfernt und auch bereit ist, die Kosten seiner Sperrung zu bezahlen, wird er wieder freigeschaltet.

Es stellt sich nun die Frage, ob so eine Klausel wirksam vereinbart werden kann. Dies ist unter zwei Voraussetzungen möglich: Zum Einen, dass man an der Bestimmung nach dem äußeren Erscheinungsbild klar erkennen kann, dass einem die Sperre des Internetzuganges droht. Dies ist am besten dadurch gewährleistet, wenn zum Beispiel das Wort »Sperre« oder »Internetsperre« als Überschrift fett gedruckt ist. Zum Anderen muss die Klausel im Rahmen des Möglichen klar und verständlich abgefasst sein und auf unnötige Verschleierungen verzichten. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, gilt die Bestimmung als nicht vereinbart und der ISP könnte bei einer Sperre mit Schadenersatzforderungen konfrontiert sein.

Dieses Problem stellt sich auch in Deutschland. Dort hat der Verband der deutschen Internetwirtschaft eV (kurz eco) gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eine providerübergreifende Einrichtung einer »Anti Botnet Initiative« geschaffen, welche ein 40 Mitarbeiter umfassendes Call-Center beinhaltet. Dort werden User mit befallenen PC aufgespürt und dann per Telefon oder Post verständigt. Auch über eine Weiterleitung auf eine Seite mit downloadbarer Anti-Viren-Software, die nur virenfrei verlassen werden kann, wird nachgedacht.

Solch eine Einrichtung wäre auch in Österreich zu begrüßen, da es hierzulande vor allem an der Aufklärung über Botnets und deren Schadenspotenzial mangelt.

* Richard Galambos ist Jurist beim eCenter.

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