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10.05.2010 Alex Wolschann/apa

Internet kannibalisiert persönliche Kontakte nicht

Laut einer aktuellen Studie nehmen sich 87 Prozent der Österreicher mehrmals pro Woche Zeit zum Reden zu nehmen. Das Internet wird hingegen von fast zwei Drittel der Österreicher genutzt.

Reden statt Internetsurfen: Den Österreichern geht nichts über das persönliche Gespräch. Das hat eine vom Lebensmittelhersteller Kraft Foods in Auftrag gegebene Studie der Karmasin-Motivforschung ergeben. 87 Prozent der 1.000 Befragten gaben an, sich zumindest mehrmals pro Woche Zeit zum Reden zu nehmen. Das Internet wird hingegen von fast zwei Drittel der Österreicher genutzt.

Dieses Ergebnis widerspricht somit den Vorwürfen, dass wegen Internet und Handy die persönliche Gesprächskultur verloren gegangen sei: "Die Kommunikation erfolgt vielmehr parallel", schlussfolgerte Meinungsforscherin Sophie Karmasin bei der Studien-Präsentation.

Gut die Hälfte aller Österreicher (46 Prozent) unterhält sich fast täglich persönlich und ausführlich mit Familie, Freunden und Bekannten. 41 Prozent der Befragten suchen mehrmals pro Woche diesen intensiven Austausch. Wesentlich für die Bevorzugung des persönlichen Gesprächs gegenüber der Online-Kommunikation ist die vertraute, intime Atmosphäre, die durch den direkten Augenkontakt gegeben ist. Die Befragten fühlen sich ihrem Gegenüber emotional näher.

Doch auch die sogenannten neuen Medien sind bei den Österreichern beliebt: Insgesamt fast zwei Drittel der Bevölkerung (64 Prozent) nutzen das Internet, bei den unter 50-Jährigen sind es sogar rund 80 Prozent, bei den Älteren immerhin noch ein Drittel.

Unterschiede zwischen den Generationen gibt es vor allem bei der Nutzung der virtuellen Angebote. So stehen bei den 14- bis 30-Jährigen neben E-Mail-Schreiben (99 Prozent) auch Chatten (66 Prozent) und Videos ansehen (65 Prozent) besonders hoch im Kurs. Jeder vierte Jugendliche telefoniert via Internet. User der Generation 50 plus schätzen hingegen fast ausschließlich die Möglichkeit zum virtuellen Briefverkehr (90 Prozent).

Internet und Co werden von den Befragten auch zum Schließen neuer Bekanntschaften geschätzt. Laut Studie hält etwa ein Drittel der unter 30-Jährigen die neuen Medien für durchaus geeignet, um den "Richtigen" zu finden. Elf Prozent der über 50-Jährigen sind ebenfalls dieser Meinung. Vielleicht sprechen sie auch aus Erfahrung, denn immerhin mehr als die Hälfte der Befragten hat bereits im Web jemanden kennengelernt beziehungsweise hat Freunde, die online romantische Kontakte geknüpft haben.

Das virtuelle Anbandeln scheint aber nicht unbedingt einfacher: 39 Prozent sehen sich im Internet den gleichen Voraussetzungen zum Kennenlernen ausgesetzt wie auch im persönlichen Gespräch. Immerhin gaben vor allem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, sich bei der Kommunikation via Internet und Handy weniger gehemmt zu fühlen. "Es fällt offensichtlich einfacher, über Dinge zu sprechen", analysierte Karmasin. Bei den über 50-Jährigen ist aber das Gegenteil der Fall: Die Hälfte der Befragten ist im Internet gehemmter.

Auch wenn Handy und Internet sehr praktisch sind, so steht das persönliche Gespräch bei den Österreichern an oberster Stelle. Denn dieses ist besonders geeignet, um Beziehungen zu vertiefen und zu pflegen. Die neuen Medien dienen hingegen vor allem der oberflächlichen Kommunikation wie zum Beispiel zum Mitteilen kurzer Nachrichten.

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