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21.07.2010 Christof Baumgartner/pi

Elektronischer Einschreibbrief ab sofort möglich

Der erster elektronischer Zustelldienst, der den Zustellkopf der WKÖ nutzt, hat den Betrieb aufgenommen. Durch den Versand über E-Zustellungsanbieter kann die rechtzeitige Übermittlung eindeutig und rechtsgültig nachgewiesen werden.

Der Startschuss für den ersten elektronischen Zustelldienst, der auf den von WKÖ und Austriapro entwickelten sogenannten „Zustellkopf“ setzt, ist gefallen: Das Web-Angebot www.postserver.at ermöglicht ab sofort die gesicherte Übermittlung von elektronischen Daten. „Damit können erstmals im privaten Bereich ‚elektronische Einschreibbriefe‘ versendet werden. Das heißt, es ist jedem Internet-User möglich, Dokumente im Internet sicher und nachweislich zu empfangen und zu versenden“, sagt Herwig Höllinger, Generalsekretär-Stv. der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Durch den Versand über E-Zustellungsanbieter kann die - für zeitkritischen Geschäftsverkehr notwendige - rechtzeitige Übermittlung eindeutig und rechtsgültig – nachgewiesen werden. „Die Verständigung darüber, dass im E-Postfach ein neues Dokument wartet sowie eine bei Abholung garantierte Empfangsbestätigung sind genauso wesentliche wie nützliche Merkmale des elektronischen Einschreibbriefs“, unterstreicht Höllinger. Auch ist die Privatsphäre - im Gegensatz zum herkömmlichen E-Mail - technisch geschützt. Der Zugriff auf das elektronische Postfach ist für jede registrierte Benutzerin und für jeden registrierten Benutzer über das Internet möglich. Es gibt derzeit zwei Möglichkeiten der Überprüfung der User-Identität: die eindeutige Authentifizierung mit Bürgerkarte sowie die Authentifizierung per E-Mail. Weiters soll das elektronische Postfach frei von Spam-Mails bleiben.

GÜNSTIGER ALS POSTVERSNAD Die Kosten für das Versenden eines elektronischen Einschreibbriefes liegen deutlich unter jenen für den Postversand. Wie bei der „herkömmlichen“ Post fallen auch beim Empfang von elektronischen Einschreibbriefen keine Kosten an. Die Benachrichtigung über neue Poststücke erfolgt via E-Mail an eine zuvor festgelegte Adresse. „Mit der Möglichkeit der sicheren E-Zustellung nimmt Österreich europaweit eine Vorreiterrolle ein. Unser System ist besonders sicher, standardisiert und klar definiert, ist aber ein technisch offenes System. Die WKÖ leistet mit der Bereitstellung des Zustellkopfes einen wichtigen Beitrag zur Digitalen Agenda (is.gd/disT6) für intelligentes Wachstum, die von der EU-Kommission kürzlich präsentiert wurde“, so Höllinger. „Dabei ist Österreich mit seinem bereits laufenden System Deutschland um eine Nasenlänge voraus“, verweist er auf aktuelle Entwicklungen in unserem Nachbarland rund um das Thema E-Zustellung. Dort stehen mit dem E-Brief-Angebot der Post und De-Mail zwei konkurrierende Systeme vor der Markteinführung.

Österreichische Unternehmen haben den „elektronischen Einschreibbrief“ durchaus im Fokus: Für rund 20 Prozent ist das Thema sichere E-Zustellung laut WKÖ “sehr wichtig“, für 38 Prozent „wichtig“. "Unternehmen, die diesen offenen technischen Standard nutzen und einen Zustelldienst für den elektronischen Einschreibbrief anbieten wollen, können sich direkt an das E-Center der WKÖ (ecenter@wko.at, Tel. 05 90 900-4203) wenden. Informationen rund um das Thema E-Zustellung gibt es auf der Webseite www.e-zustellung.at.

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