Kommender Web-Standard: So verändert HTML5 die Internet-Nutzung Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


23.07.2010 Neil McAllister*

Kommender Web-Standard: So verändert HTML5 die Internet-Nutzung

HTML5 wird das Web entscheidend verändern. Dank HTML-Tags wie header, footer, dialog, aside und figure, b- und i-Elementen, zusätzlichen Datentypen für Input-Elemente, Audio- und Video-Tags, canvas-Tags und Applikations-Caches. Mitunter können Sie die neuen Möglichkeiten schon heute ausprobieren.

Viele Web-Entwickler sehnen HTML5 schon seit langem herbei. HTML5 ist die aufpolierte und neue Version der Web-Ursprache HTML. Das World Wide Web Consortium (W3C) ist gerade dabei die letzten Feinheiten festzulegen. Für viele ist die HTML-Sanierung längst überfällig. HTML wurde seit über einem Jahrzehnt nicht mehr richtig erweitert, sodass es immer schwieriger wird, moderne Anwendungen mit HTML zu realisieren.

Das letzte Upgrade, das den W3C-Empfehlungsstatus erreicht hat, war XHTML 1.1 im Jahr 2001. In den letzten Jahren wurden die Web-Entwickler immer unruhiger. Viele behaupten schon lange, dass HTML und XHTML nicht mehr auf dem neusten Stand sind und der dokumenten-zentrierte Fokus nicht mehr die Bedürfnisse moderner Web-Applikationen erfüllt.

HTML5 möchte die HTML-Sprache verjüngen und modernisieren. Wenn HTML5 fertig ist wird es neue Standards für die Implementierung von Tags, APIs, Multimedia und Lokalisierungen geben. Erste HTML5-Funktionen wurden schon in aktuelle Webbrowser integriert. Einige Entwickler äußern nun sogar die Hoffnung, dass das neue, moderne HTML proprietäre Plug-Ins, wie Flash, QuickTime und Silverlight, überflüssig machen könnte.

Obwohl schon einige prominente Web-Publisher wie Apple, Google, die Mozilla Foundation, Vimeo (ein Videoportal) und YouTube mit dem neuen Standard arbeiten, sagen W3C-Mitglieder, dass der Weg zu HTML5 noch steinig ist. Einige Bereiche werden momentan noch heiß diskutiert, während andere noch gar nicht fertiggestellt sind. Es kann also noch Jahre dauern bis ein kompletter neuer Standard herausgegeben wird. Und es wird daraufhin noch mehr Zeit vergehen, bevor die meisten Web-Nutzer HTML5-kompatible Browser nutzen werden. In der Zwischenzeit müssen sich die Web-Entwickler einer verzwickten Aufgabe stellen. Sie wollen mit heutiger Technologie moderne Web-Applikationen erstellen, die morgen einfach auf den HTML5-Standard umgestellt werden können.

HTML für Rich-Applikationen erweitern Rich-Applikationen und HTML haben nicht immer zusammen gepasst. Tim Berners-Lee, der Vater des Internets, sagte über HTML: "HTML ist eine einfache Sprache, um plattformunabhängige Hypertext-Dokumente erstellen zu können." Mit der Einführung von XHTML, der XML-Formulierung der Sprache, konnte W3C den Fokus auf "Webseiten als Dokumente" zementieren. Der XHTML-Standard verstärkt Eigenheiten, wie Dokument-Struktur, Kompatibilität mit XML-Werkzeugen und Berners-Lees Version des semantischen Webs.

Dies hat viele Entwickler frustriert, die im Internet ein größeres Potenzial, nämlich eine Applikations-Plattform, sahen. Im Jahr 2004 haben Apple, die Mozilla Foundation und Opera Software ein unabhängiges Web-Standard-Konsortium, die Web Hypertext Application Technology Working Group (WHATWG), gegründet. Das Konsortium arbeitet seitdem außerhalb der W3C und begann parallel HTML zu modernisieren um eine verstärkte Applikations-zentrierte Sicht auf das Internet zu ermöglichen.

Im Jahr 2007, als XHTML2 in endlosen Diskussionen zerrieben wurde, hat das W3C beschlossen, die Arbeit der WHATWG als Startpunkt für HTML5 zu nutzen. Zu dieser Zeit hat selbst Berners-Lee eingesehen, dass das Web auch applikations-zentriert funktionieren kann. Er schrieb im Jahr 2006: "Einige Dinge werden klarer mit der Einsicht der vergangenen Jahre. Es ist notwendig HTML grundlegend weiterzuentwickeln. Der Versuch die Welt auf XML umzustellen … hat nicht funktioniert."

Dies bedeutet nicht, dass das Konzept eines auf XML-basierenden Internets tot ist. Obwohl HTML die Führungsrolle im Standardisierungs-Verfahren übernommen hat, wird gleichzeitig versucht, eine XML-Formulierung XHTML5 für HTML5 zu entwickeln. XHTML5 wird für jene verfügbar sein, die schon den Wechsel vollzogen haben. Entwickler müssen nicht mehr die Syntax von XHTML betrachten um die Vorteile der neusten Websprachen-Funktionen nutzen zu können.

Die Standard-Websprache HTML wird komplettsaniert HTML5 hat viele zusätzliche Erweiterungen geerbt, die für XHTML2 vorgesehen waren. Dazu gehören eine Reihe neuer Funktionen, welche die bisherige Dokumenten-Struktur verbessert. Neue HTML-Tags, wie header, footer, dialog, aside und figure, erlauben den Autoren die bestimmten Textbausteine einfacher und konsistenter zu definieren. Momentan müssen die Autoren auf div-Tags zurückgreifen, die mit selbst-definierten Klassenattributen und -Methoden ausgestattet sind. HTML-Dokumente sind dadurch schwieriger les- und nachvollziehbar.

HTML5 trennt den Web-Inhalt nun von der Präsentation. Entwickler werden etwas überrascht sein, b- und i-Elemente (ursprünglich stehen b und i für bold/fett und italic/kursiv) im neuen Standard zu sehen. Sie können diese Elemente verwenden, um Teile des Textes hervorzuheben ohne typographische Änderungen vorzunehmen. Das i-Element ist nun nicht mehr das Kürzel für einen Kursivtext, sondern bedeutet in HTML5 einfach "ein Textabschnitt, der eine andere Stimmung überbringen soll". Gleichzeitig steht das b-Element nicht mehr für einen fettgedruckten Textabschnitt, sondern für einen sichtbar hervorgehobenen Text ohne irgendeine erhöhte Wichtigkeit.

Zum Vergleich wurde das u-Element, das für unterstrichene Textpassagen genutzt wurde, ganz aus HTML5 herausgenommen. Andere Stil-Elemente, wie font, center und strike werden ebenfalls nicht mehr unterstützt. Stil-Eigenschaften sollen von nun an exklusiv von der CSS-Umgebung übernommen werden.

Der neue Standard führt zusätzliche Datentypen für Input-Elemente ein, die das einfache Einfügen von Daten, URLs und E-Mail Adressen erlauben. Weitere Elemente erweitern die Unterstützung für nicht-lateinische Zeichensätze. HTML5 liefert ein neues Konzept der Mikrodaten, die dabei hilft, HTML-Inhalte mit automatisch auslesbaren Tags zu versehen, sodass ein semantisches Web diese Inhalte einfacher auslesen und verarbeiten kann. Zusammengenommen können Entwickler mit HTML5 strukturierter, sauberer und nachvollziehbarer Webseiten erstellen, die wunderbar mit Suchmaschinen, Bildschirm-Ausleseprogrammen und anderen automatisierten Informations-Sammeldiensten zusammenarbeiten.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H:

    KORAM Softwareentwicklungsgesellschaft m.b.H: Betriebsdaten- und Zeiterfassung, Kaufmännische Software (ERP), Management Informationssysteme (MIS), Bauwesen, Einzelhandel, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Freie Berufe,... mehr
  • Anexia

    Anexia Application Service Providing, Auftragsentwicklung für Software, Individual-Softwareentwicklung, RZ-Dienstleistungen, Übernahme von Softwareprojekten, User Helpdesk-Systeme und Hotlines mehr
  • ETC - Enterprise Training Center

    ETC - Enterprise Training Center E-Learning, Datenschutz, B2B Dienste und Lösungen, Outsourcing, IT-Personalbereitstellung, Aus- und Weiterbildung mehr
  • Rittal GmbH

    Rittal GmbH Netzwerk-Management, Netzkomponenten, Zugangs- und Zutrittskontrolle, Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Überwachungssysteme, Notfalls-Rechenzentren, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: