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19.08.2010 Rudolf Felser

EU: Ideen zur Online-Förderung des kulturellen Erbes gefragt

Die "Reflexionsgruppe zur Digitalisierung" der EU-Kommission – auch das "Komitee der Weisen" genannt – sammelt Ideen, wie die Online-Präsenz des kulturellen Erbes am besten gefördert werden kann.

Der europäische Kreativ- und Kulturbereich wäre in einer tiefgreifenden Umwälzung begriffen und bräuchte innovative Lösungen, um mit dem technischen Fortschritt mithalten und seine Vorteile nutzen zu können, so die Kommission in einer Aussendung. Deswegen hat sie die Reflexionsgruppe beauftragt zu prüfen, wie die Digitalisierung kultureller Werke, ihre Zugänglichkeit im Netz und ihre Bewahrung in ganz Europa beschleunigt werden können. Beiträge zu dieser Konsultation sollen in die Empfehlungen einfließen, die die Gruppe bis Ende des Jahres vorzulegen hat. Die Konsultation, , an der selbstverständlich auch online teilgenommen werden kann, läuft bis zum 30. September 2010.

OFFENE FRAGEN Alle interessierten Kreise – Privatpersonen, Kultureinrichtungen, Behörden, Unternehmen, NGOs, akademische Institutionen – sind aufgerufen, ihre Meinung zu Schlüsselfragen der Digitalisierung in die Konsultation einzubringen. Dazu gehören Fragen möglicher Finanzierungsquellen für die Digitalisierung und die Entwicklung von Europeana, der digitalen Bibliothek Europas. Gesammelt werden auch Ideen zu akzeptablen Modellen für die Nutzung von Inhalten, die mit öffentlichen Mitteln digitalisiert wurden, zu möglichen Bedingungen für öffentlich-private Partnerschaften für die Digitalisierung, zu der Frage, wie mehr urheberrechtlich geschütztes Material im Netz verfügbar gemacht werden kann, und zur Gewährleistung des grenzübergreifenden Zugangs zu digitalisierten Ressourcen.

Die Reflexionsgruppe hat den Auftrag die Antworten auf diese Konsultation und die in anderen Foren, unter anderem der am 28. Oktober 2010 in Brüssel stattfindenden Folgeanhörung, geäußerten Meinungen analysieren. Ende 2010 soll eine Reihe von Empfehlungen für die Digitalisierung, die Zugänglichkeit im Netz und die Bewahrung des europäischen kulturellen Erbes im digitalen Zeitalter vorgelegt werden, insbesondere auch zu öffentlich-privaten Partnerschaften für die Digitalisierung in Europa.

ÜBERGANGSZEIT Die im April 2010 eingesetzte Reflexionsgruppe ist Teil der Strategie der Kommission, den Kultursektor beim Übergang ins digitale Zeitalter zu unterstützen. Damit soll sichergestellt werden, dass das kulturelle Erbe Europas und seine kulturellen Inhalte bewahrt und im Internet allgemein zugänglich gemacht sowie dass auch neue und effektive Geschäftsmodelle gefunden werden.

Das "Komitee der Weisen" besteht aus Maurice Lévy (Vorstandsvorsitzender von Publicis), Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek) und Jacques De Decker (Schriftsteller) und arbeitet der für die Digitale Agenda zuständigen Vizepräsidentin der Kommission Neelie Kroes und der Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend Androulla Vassiliou zu. (rnf)

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