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06.09.2010 Rudolf Felser

Social Networking in allen Bevölkerungsgruppen

Man könnte meinen, Social Networking sei ein Jugend-Phänomen. Doch je mehr Facebook, Twitter und Co. in den Alltag eindringen, desto weiter verbreitet sich auch der Trend – über Bevölkerungsgruppen und Altersgrenzen hinweg.

Für Jugendliche sind die Netzwerkplattformen mittlerweile unverzichtbar geworden. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem eine Untersuchung der Universität Leipzig im Rahmen des Medienkonvergenz-Monitoring. Soziale Plattformen haben sich in kürzester Zeit zu einem zentralen Bestandteil des Medienalltags Jugendlicher und zu einem Ritual jugendlicher Internetnutzung entwickelt. Die virtuelle Welt stellt für Jugendliche eine Erweiterung und Fortsetzung des sozialen Raums im Digitalen dar.

Die Nutzung von Web 2.0-Plattformen erfolgt oft parallel zu anderen Medien- beziehungsweise Internetaktivitäten. Insgesamt 70 Prozent der von der Uni Leipzig Befragten sind auf mindestens zwei Online-Netzwerken aktiv. Ein Fünftel verwendet drei und ein Zehntel sogar vier Portale. Grund dafür ist, dass sich Jugendlichen auf verschiedenen Plattformen mit unterschiedlichen Freundeskreisen vernetzten, neue Kontakte zu "Gleichgesinnten" suchen und spezifische inhaltliche wie funktionale Ausrichtungen der verschiedenen Plattformen schätzen. Die Jugendlichen "verarmen" nicht emotional, sondern intensivieren zum Teil sogar ihre Beziehungen. Natürlich hat die Nutzung von Netzwerkplattformen auch ihre problematische Seite: Fast jeder Vierte der Befragten gibt an, bereits schlechte Erfahrungen in sozialen Netzwerken gemacht zu haben.

GRAUE PANTHER AUF FACEBOOK Aber auch ältere Menschen nutzen verstärkt soziale Netzwerke. Das geht aus der Studie "Older Adults and Social Media" des Marktforschungsunternehmens Pew Internet hervor. Innerhalb des Zeitraums von April 2009 bis Mai 2010 sei die Nutzung der Social Networks bei den 55- bis 64-Jährigen Menschen um 88 Prozent gestiegen, so die Studie. Die Präsenz von Usern ab 65 Jahren wuchs sogar um hundert Prozent.

Zwar dominieren die jüngeren Generationen immer noch in sozialen Netzwerken. Der Nutzungszuwachs der Jungen im letzten Jahr beträgt aber nur 13 Prozent. Ältere Erwachsene scheinen derzeit auf Aufholjagd zu sein. Laut Studie ist es schwer abzuschätzen, ob die Social Networks auch in Zukunft häufiger von der älteren Generation besucht werden.

Laut der Pew-Untersuchung dominiert weiterhin die Kommunikation via E-Mail unter Menschen ab 50. "E-Mails geben den älteren Usern die Chance, mit Freunden, Familien und Kollegen in Kontakt zu bleiben. Aber viele verlassen sich nun schon auf soziale Netzwerke um ihre tägliche Kommunikation zu managen", so Studienleiterin Madden. 92 Prozent der Internetnutzer zwischen 50 und 64 Lesen und Versenden täglich Nachrichten. Das Senden von Tweets oder das Veröffentlichen eines Status Updates auf Facebook wuchs von fünf auf elf Prozent.

CHEFS PFEIFEN AUF WEB 2.0 Während auch im Unternehmensumfeld, besonders in der Öffentlichkeitsarbeit, Social Media gut aufgenommen wurde gibt es jedoch eine Gruppe von Menschen, die sich dem Trend bislang auf breiter Front verschließen: Unternehmenslenker. Der Konzernchef von heute ist trotz der Allgegenwärtigkeit von Social-Media im privaten und beruflichen Umfeld nicht "sozial".

Laut einer Studie von Forrester Research betreiben nur wenige Top-CEOs eigene Weblogs, Twitter-Accounts oder Facebook-Profile. Dies trifft nicht nur auf US-amerikanische, sondern auch auf europäische Firmenbosse zu. Je jünger die Chefs werden, desto stärker wird sich aber der Trend zur aktiveren Nutzung von Social-Media-Angeboten herauskristallisieren.

"Kein CEO der Top-100 der internationalen Konzerne im Fortune-Ranking hat ein Social-Profil", schreibt Forrester-Chef George Colony in seinem Blog. Nicht einmal Präsident Barack Obama ist trotz rudimentärer Twitter-Updates wirklich in die Welt von Social-Media involviert.

ZU ALT, ZU GESTRESST Für Forrester-Chef Colony hat dies vier Gründe: Erstens, die CEOs heutiger Großkonzerne sind einfach aus einer anderen Generation und können mit Social-Media wenig anfangen. Zweitens unterbinden firmeninterne Auflagen oft eine Nutzung dieser Angebote. Weiters wollen sich die Chefs durch zu große Disposition in diesen Netzwerken nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und so Stakeholder verärgern. Zu guter Letzt sei es für viele Bosse auch eine schlichte Zeitfrage, ob sie einen Blog verfassen können oder nicht.

Nachdem rund ein Viertel der im Internet verbrachten Zeit auf soziale Netzwerke fällt, ist es für Forrester aber nur eine Frage der Zeit, bis auch für die CEOs die Vorteile der Communitys die Risiken und Nebenwirkungen ausgleichen. So können die Konzern-Chefs ihre Social-Media-Aktivitäten aktiv für Recruiting oder Scouting verwenden oder selbst in Interaktion mit dem Konsumenten treten und aktives Customer-Relationship-Management betreiben.

"In zehn bis fünfzehn Jahren werden diese Social-Skills zum normalen Aufgabengebiet eines CEO gehören", sagt Colony. "Die Chefs werden permanent mit den Kunden auf diese Art und Weise kommunizieren müssen, denn die Facebook-Generation wird das von Ihnen abverlangen." Und spätestens wenn selbst die Oma des Top-CEO die Bilder ihrer Ur-Enkel via Facebook verbreitet, dann führt wohl auch für den Unternehmensboss kein Weg mehr daran vorbei, "sozial" zu werden. (rnf/pte)

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