Transeuropäisches Projekt „LOD2“ von EU gefördert Detail - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


28.09.2010 Michaela Holy

Transeuropäisches Projekt „LOD2“ von EU gefördert

Mit dem „Linked Open Data (LOD)-Paradigma“ ist nun eine neue Strategie entwickelt worden, die schon jetzt große Informationssammlungen im Netz intelligent vernetzt. Die EU fördert das Projekt mit 6,5 Millionen Euro.

Daten und Informationen sind heute im Internet und in Intranets weitreichend verfügbar. Doch trotz umfangreicher Datenbanken werden im Netz viele Informationen derzeit nur unzureichend gefunden und verknüpft (Information Overload). Nachdem die direkte Realisierung der Semantic Web Vision langwieriger ist als ursprünglich erwartet, ist mit dem „Linked Open Data (LOD)-Paradigma“ nun eine neue Strategie entwickelt worden, die schon jetzt große Informationssammlungen im Netz intelligent vernetzt. Die Erforschung und Entwicklung entsprechender Werkzeuge, Methoden und Datensätze im Projekt LOD2 hat das Potenzial, das Web wie wir es heute kennen, entscheidend zu verbessern.

"Als wir vor 15 Jahren zum ersten Mal HTML-Seiten veröffentlichten,, waren wir alle sehr enthusiastisch und es dauerte nicht lange, bis alle von uns 'im Internet' waren. Jetzt beginnen wir Daten im Web zu veröffentlichen. Basierend auf den Technologien des Semantic Web wird es möglich sein professionelles Datenmanagement, in verteilten Umgebungen zu haben und ein Vielfaches der positiven Netzeffekte als jene die wir aus dem Web 1.0 und Web 2.0 kennen werden zu beobachten sein. Die Semantic Web Company ist sehr glücklich, ein Teil des LOD2-Projekts zu sein und damit das Web of Data als Infrastruktur für viele neue Web-Applikationen weiterentwickeln zu können", so Andreas Blumauer, CEO der Semantic Web Company.

Zur Realisierung der vielfältigen Daten-Web-Aspekte arbeiten im Projekt LOD2 Softwarehersteller, Informationsanbieter, Open Data Anhänger sowie Forschungseinrichtungen aus sieben europäischen Ländern zusammen. Für Verleger freier Daten aus Unternehmen und Organisationen bieten die LOD2-Projektpartner die Linked Open Data Consultancy (PUBLINK) an. Diese kostenlose Beratung inkludiert Entwicklungsunterstützung und hilft Besitzern großer Informationsbestände, die für die Allgemeinheit interessant sind, bei deren Veröffentlichung. Das entspricht dem Linked Open Data Paradigma – und hilft damit beim Schritt in die nächste Internetgeneration.

PUBLINK bietet konkrete Expertendienstleistungen an für Regierungsorganisationen bzw. deren nahe stehenden Organisation (Verwaltung, Forschungszentren, Agenturen, ...) die im Besitz großer Datenmengen sind, Organisationen, die gesetzlich verpflichtend sind, (oder es in Zukunft sein werden) Daten zu veröffentlichen, Datenhalter, denen die finanziellen und technischen Mittel nicht ausreichen, um ihre Daten zu öffnen; Datenhalter, die durch Anreicherung mit weiteren Daten einen Mehrwert mit und für die eigenen Daten anstreben; Datenhalter, die bei der internen, organisationsübergreifenden Datenintegration mit neuen technischen Herausfordungen konfrontiert sind und all jene, die bereits Daten öffentlich zur Verfügung stellen, dies jedoch in proprietären Formaten.

PUBLINK stellt hierfür – nach Auswahl durch das Konsortium – fünf Beratungs und Implementationspakete zur Verfügung. Bewerbungsfrist für PUBLINK ist der 15.12.2010, weitere Informationen erhalten Interessierte hier.

HINTERGRUND Das „Linked Open Data Web“ basiert auf frei verfügbare Daten im WWW, die als maschineninterpretierbare Aussagen (RDF Tripel genannt) kodiert und über Web-Adressen (URIs) miteinander verknüpft werden, so dass ein weltweites Netz aus Daten unser „altes Web“ der Dokumente ergänzt. Suchmaschinen, Mashups oder persönliche Agenten können diese vernetzten Daten nutzen, um Informationen aus verschiedenen Quellen intelligent zu verknüpfen. Heute noch aufwendige Rechercheaufgaben (wie z.B. das Finden einer Wohnung in der Nähe eines Kindergartens mit einem freien Betreuungsplatz) werden mit Hilfe von Linked Data zum Kinderspiel.

Mit Linked Open Data werden Suchergebnisse präziser und für den Anwender brauchbarer; und herkömmliche „Datensilos“, in denen Informationen oft verborgen bleiben, werden beseitigt. Prinzipiell machen die maschineninterpretierbare Aufbereitung der Daten sowie die vernetzte Sicht auf verschiedene Datenquellen LOD zum viel versprechenden Paradigma für die Weiterentwicklung des Internets.

LOD2 widmet sich sowohl technischen, als auch wirtschaftlichen und sozialen Aspekten. Es werden neben der Erarbeitung theoretischer Erkenntnisse verschiedene Prototypen entwickelt und in konkreten Anwendungsfällen aus dem Bereich Media & Publishing, Enterprise Data Web und eGovernment getestet. So soll das Linked Data Paradigma z.B. helfen mittels eines Daten-Intranets heterogene Informationssystemlandschaften in großen Unternehmen kosteneffizienter zu vernetzen. Im Bereich öffentlicher Verwaltungen und der Transparenz von Regierungsarbeit, wird LOD2 ein Netzwerk europäischer Datenbibliotheken etablieren, um öffentliche Daten (wie z.B. die eingangs erwähnten Kindergartenplätze) leichter für Bürger zugänglich und wiederverwendbar zu machen.

Das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt "Linked Open Data 2" bindet Forschung, Unternehmen und Serviceprovider aus sieben Europäischen Ländern ein, hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird durch die Universität Leipzig koordiniert. Beginnend mit September 2010 arbeiten nun das Centrum Wiskunde & Informatica (NL), die National University of Ireland (Galway), die Freie Universität Berlin (D); das Unternehmen OpenLink Software (UK), die Semantic Web Company (A), TenForce aus Belgien, Exalead aus Frankreich, Wolters Kluwer - Deutschland sowie die Open Knowledge Foundation zusammen.

Diesen Artikel

Bewertung:

Übermittlung Ihrer Stimme...
Noch nicht bewertet. Seien Sie der Erste, der diesen Artikel bewertet!
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
  Sponsored Links:

IT-News täglich per Newsletter

E-Mail:
Weitere CW-Newsletter

CW Premium Zugang

Whitepaper und Printausgabe lesen.  

kostenlos registrieren

Aktuelle Praxisreports

(c) FotoliaHunderte Berichte über IKT Projekte aus Österreich. Suchen Sie nach Unternehmen oder Lösungen.

Zum Thema

  • adesso Austria GmbH

    adesso Austria GmbH Öffentliche Verwaltung, Grundstoffindustrie, Großhandel, Finanzdienstleistungen, Fertigung, Produktion und Konstruktion, Druck- und Verlagswesen, Qualitätssicherung,... mehr
  • Rittal GmbH

    Rittal GmbH Netzwerk-Management, Netzkomponenten, Zugangs- und Zutrittskontrolle, Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Überwachungssysteme, Notfalls-Rechenzentren, Netzwerk- und Systemüberwachung,... mehr
  • Bechtle IT-Systemhaus Österreich

    Bechtle IT-Systemhaus Österreich WLAN-Systeme, Netzwerk-Systeme (LAN, MAN, WAN), Netzwerk-Management, Server-Betriebssysteme, Verschlüsselungs- und Kryptografie Software, Security Audits, Notfalls-Rechenzentren,... mehr
  • DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten.

    DBConcepts GmbH. Die Oracle Experten. Enterprise Application Integration, Datenbanken, Business Intelligence und Knowledge Management, Tools, Server-Betriebssysteme, Middleware, Betriebssysteme für PCs,... mehr

Hosted by:    Security Monitoring by: