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29.09.2010 pte

Suchmaschinen kennen die Zukunft

Das Web kann mit herkömmlichen Prognose-Tools gut mithalten: Zu diesem Schluss kommen Yahoo-Computerwissenschaftler in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science".

Laut ihrer Studie stimmt der Geschäftserfolg eines neuen Liedes, Films oder Videospiels mit der Anzahl der Suchaufrufe in einem bestimmten Zeitraum zuvor überein. Das gilt zumindest für die Verkaufs-Anfangsphase.

CHARTS SCHON BEKANNT Die Forscher beobachteten den Erfolg von Kinofilmen am Startwochenende, von Videospielen im ersten Verkaufsmonat oder von Musikstücken in den US-Charts. Als sie deren Erfolg mit der Anzahl der Suchaufrufen verglichen, die bis zu sechs Wochen vor der jeweiligen Veröffentlichung bei Yahoo eingingen, zeigte sich hohe Übereinstimmung. Je mehr Anfragen ein Film, Song oder Videospiel im Voraus eingingen, desto wahrscheinlicher war der Erfolg. "Das Web sagt das kollektive Verhalten der Zukunft Tage oder sogar Wochen voraus", Jack Hofman, einer der Yahoo-Studienautoren.

Um die Qualität dieser Aussagen noch genauer zu bestimmen, verglichen die Experten die Ergebnisse mit denen herkömmlicher Vorhersagemethoden. Dazu gehören etwa der "Hollywood Stock Exchange", eine Terminbörse für den Ticketerlös-Handel für noch unveröffentlichte Titel. Sie berücksichtigten weiters die Anzahl der Kinoleinwände, auf denen die Filme gezeigt werden sollten, sowie Kritiker-Ratings, die auch bei Videospielen üblich sind. Bei Liedern stützte man sich auf Vorab-Bewertungen und bisherige Chart-Platzierungen des jeweiligen Musikers.

Im Vergleich schnitt das Web etwa gleich gut ab wie die anderen Prognosetools. Teils hatte es die Nase vorne, teils lag es knapp dahinter. "Beim Erfolg von Videospielen siegt das Web eindeutig - besonders, da es sonst außer den Kritikerstimmen wenige andere Daten zur Prognose gibt", so Jack Hofman, einer der Yahoo-Forscher. Suchmaschinen seien somit in der Vorhersage besonders dort wertvoll, wo es keine andere Datenquellen gibt oder wo bestehende Prognosemodelle verfeinert werden sollen.

ORAKEL IM INTERNET Die Forscher bestätigen somit einen Mechanismus, der bereits genutzt wird. So sagt etwa Google mit seinen "flu trends" seit 2008 nur auf Basis der Abfragen nach "Grippe" oder "Influenza" voraus, wie viele Menschen an bestimmten Orten an Grippe erkranken werden – und zwar zehn Tage schneller als die US-Gesundheitsbehörden. Twitter gilt als Orakel für Kinoerfolg und wird zunehmend auch in der Marktforschung eingesetzt. (pte)

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