Opera: "2020 braucht man nur mehr den Browser" Detail - Computerwelt

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15.10.2010 Michaela Holy/pte

Opera: "2020 braucht man nur mehr den Browser"

In zehn Jahren wird man nur noch den Browser brauchen, meint Lars Boilesen, CEO des Browserherstellers Opera. Dank offener Standards laufen Web-basierte Apps unter einer Vielzahl von Betriebssystemen. Eine wesentliche Rolle spiele dabei HTML5.

Noch gibt es Experten, die speziell Webseitenbetreiber vor zu viel HTML5-Enthusiasmus warnen. "Es bestehen Interoperabilitäts-Probleme zwischen allen bestehenden Browsern. Beispielsweise stehen die Implementationen von HTML5-Video an sehr unterschiedlichen Punkten", meint Philippe Le Hégaret, Interaction Domain Leader beim W3C. Doch bei Opera ist man zuversichtlich, dass auch diese Hürde bald genommen wird.

"Viele Unternehmen versuchen bereits HTML5 zu nutzen, besonders für die Video-Einbindung, und sind von Interoperabilitäts-Problemen überrascht", so Le Hégaret. Das liegt unter anderem daran, dass es noch keine Einigung auf einen Video-Codec gab. In einem harten Codec-Streit hat H.264-Verfechter Steve Jobs sogar eine Patentklage gegen den Konkurrenten Ogg Theora in den Raum gestellt. Das Rennen dürfte ein neuer, lachender Dritter machen. "Googles WebM wird sich durchsetzen", gibt sich Opera-CTO Håkon Wium Lie im Gespräch mit Pressetext überzeugt.

Lie glaubt allerdings nicht, dass die Codec-Frage HTML5 groß aufhalten kann, wenngleich eine Einigung wichtig ist. "Wir brauchen einen Standard, damit sich Entwickler nicht unnötig den Kopf zerbrechen müssen", betont der Opera-CTO. Schließlich soll HTML5 dazu beitragen, dass Webangebote problemlos in jedem Browser, unter jedem Betriebssystem und auf allen Geräten funktionieren. "Bei der entsprechenden Entscheidung muss das W3C eine wichtige Rolle spielen. Es wäre sinnvoll, sich WebM anzusehen."

Indes zeigen bereits diverse Demos das Potenzial von HTML5. Zudem zeichnet sich auch auf andere Weise bereits jetzt ab, dass die Zukunft Web-Apps gehört, so Opera-Mitgründer Jon von Tetzchner. "Für gewöhnlich nutzen 95 Prozent der User weniger als fünf native Applikationen auf dem Desktop", erklärt er im Rahmen des Opera-Medientages UpNorthWeb. So manche Anwendung hat sich bereits ins Web verlagert, beispielsweise E-Mail zu Diensten wie Hotmail oder Gmail.

Für Entwickler bieten Web-Apps nach Ansicht von Tetzchners gerade dann einen deutlichen Vorteil, wenn die potenzielle Zielgruppe eher klein ist. Da eine Web-basierte Lösung diese komplett abdecken kann, lohnt sich der Entwicklungsaufwand eher als bei einzelnen Apps für die Vielzahl an Betriebssystemen gerade im Smartphonebereich. Der Opera-Mitgründer ist ferner überzeugt, dass sich kein Plattformanbieter - auch nicht Apple - Web-Apps komplett verschließen kann. "Es ist wichtig, dass User die Apps nutzen können, die sie wollen. Das ist ein Wettbewerbsvorteil", erklärt er.

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