Gerhard Laga, WKÖ: "Ein Profil zu haben heisst nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen" Detail - Computerwelt

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12.11.2010 Rudolf Felser

Gerhard Laga, WKÖ: "Ein Profil zu haben heisst nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen"

Gerhard Laga, Leiter des E-Center der WKÖ, stand Computerwelt.at via Twitter Rede und Antwort.

Das E-Center der WKÖ hat kürzlich speziell für heimische KMUs angepasste Social Media Guidelines veröffentlicht, die als PDF sowie als Online-Tool kostenlos zur Verfügung stehen. Gerhard Laga, Leiter des E-Center, stand Computerwelt.at zu diesem Thema via Twitter Rede und Antwort.

Computerwelt.at: Gibt es Kennziffern, an denen man die Sinnhaftigkeit eines Social Media-Auftrittes festmachen kann? Beispielsweise Umsatz, Mitarbeiter- oder Kundenzahlen? Gerhard Laga: Bisher ist es schwer, hier eindeutige Muster heraus filtern. Erfolgsprojekte gibts sowohl von kleinen als auch grossen Unternehmen.

Können Sie abschätzen, wie viele Unternehmen in Österreich "offiziell" und aktiv Social Media für's Geschäft nutzen? Wir haben Anfang 2010 im Internet erhoben, dass knapp 40 Prozent der Unternehmen bereits Soziale Netzwerke nutzen.

Sind diese Firmen alle "offiziell" im Social Web vertreten, oder sind da auch jene dabei, die Mitarbeiter "inoffiziell sozialisieren" lassen? Natürlich sind da viele "Zuhörer" dabei oder Einzelunternehmen, die einfach ein Profil bei Xing haben. Einfach ein Profil zu haben heisst nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen.

Macht Social Media in bestimmen Branchen besonders viel Sinn? Natürlich gibt es Branchen, wo es sich eher anbietet, vor allem jene, die viel mit Konsumenten zu tun haben. Aber auch im privaten Bereich lernt man über social Media neue Menschen kennen, deren Wissen und Kontakte für die Firma nützlich sind.

Also eher Marketing-lastige Branchen? Nur Marketing-lastig wäre zu kurz gegriffen. Social Media kann an beiden Enden der Produktentwicklung helfen. Vor allem im Bereich der Produktinnovation. Die Kunden wissen am Besten, wie man ein Produkt verbessern kann.

Gibt's auch Bereiche, in denen es gar keinen Sinn macht offiziell im Social Web vertreten zu sein? Sicherlich, denn wenn man keine Kommunikationsziele fürs Unternehmen festgelegt hat, können unüberlegte Social Web-Aktionen ins Auge gehen.

Das führt uns zu den Do's und Don'ts. Können Sie uns zuerst die ihrer Meinung nach drei größten Do's für KMU im Social Web verraten? Erstens: Jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema Social Media auseinander setzen. Zweitens: Die Unternehmensleitung muss Art und den Zweck der geschäftlichen Social Media-Nutzung definieren. Drittens: Es sollte kein Unternehmen geben, dessen Mitarbeiter nicht wissen, ob und wie sie Social Media geschäftlich nutzen dürfen oder nicht.

Und die drei schlimmsten Don'ts? Erstens:Den Kopf in den Sand stecken. Zweitens: Glauben, es handelt sich um ein technisches Thema. Drittens: Versuchen es als einfaches Marketingthema zu sehen, das mit Geld allein gelöst werden kann.

Werden diese Fehler in Österreich häufig begangen? Sicher passiert das häufig, negative Beispiele gibt es genug. Daher versuchen wir durch unsere Guidelines, Hilfe zu geben. Und die wird auch häufig in Anspruch genommen – rund 3.000 Abrufe in 3 Wochen. Wir sehen die Guidelines aber als "work in progress". Input und Feedback gerne an ecenter@wko.at. Es gab bereits einige direkte Kontakte

Wer berät kennt sich aus. Was unternimmt eigentlich die WKÖ beziehungsweise das E-Center selbst alles im Social Media Bereich? Der Eday war vor drei Jahren eine der ersten Veranstaltungen mit Twitterwall, wir haben super Erfahrungen damit gemacht. Im Vorjahr hatten wir beim Eday einen Facebook-Auftritt, beim kommenden Eday wird unter dem offiziellen Wirtschaftskammer Facebook-Account kommuniziert.

Sehen Sie Resultate Ihrer Social Media-Bemühungen? Die ersten Resultate sind, bei dem Thema ernst genommen zu werden. Sofortige Ergebnisse sind natürlich nicht zu erwarten. Wir hoffen aber, dass wir den Unternehmen einen Anstoss dazu geben können, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Das ist im Social Web ein wichtiges Thema: Nicht sofort Resultate erwarten, zumindest nicht sofort offensichtliche. Wichtig ist zuerst, den Status Quo zu erheben. Zweitens: Die Entscheidung treffen, Social Media-Nutzung zuzulassen oder – vorläufig – zu verbieten. Drittens: Social Media Ziele definieren. Viertens: Mitarbeiter informieren. Fünftens: Training in einem geschützen Bereich anbieten. Sechstens: Eigene Guidelines entwickeln. Siebtens: Unternehmensvereinbarung zu Social Media treffen.

Eine Abschlussfrage noch: Seit wann nutzen Sie persönlich das Social Web und wie intensiv? Nur beruflich oder auch privat? Da stellt sich die Definitionsfrage von Social Media. Ich betreibe seit 1996 eine Website, Xing und Twitter seit 2006/2007, seit jüngstem Facebook – das intensiv aber privat.

Herr Laga, vielen Dank für das Twinterview!

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