Gerhard Laga, Leiter E-Center der WKÖ: "Ein Profil zu haben heißt noch nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen" Detail - Computerwelt

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17.11.2010 Rudolf Felser

Gerhard Laga, Leiter E-Center der WKÖ: "Ein Profil zu haben heißt noch nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen"

Das E-Center der WKÖ hat kürzlich speziell für heimische KMU angepasste Social Media Guidelines veröffentlicht.

Das E-Center der WKÖ hat kürzlich speziell für heimische KMU angepasste Social Media Guidelines veröffentlicht, die als PDF sowie als Online-Tool kostenlos zur Verfügung stehen. Gerhard Laga, Leiter des E-Center, stand der Computerwelt zu diesem Thema via Twitter Rede und Antwort.

CW Gibt es Kennziffern, an denen man die Sinnhaftigkeit eines Social-Media-Auftrittes festmachen kann? Beispielsweise Umsatz, Mitarbeiter- oder Kundenzahlen? gerhard laga Bisher ist es schwer, hier eindeutige Muster herauszufiltern. Erfolgsprojekte gibt es sowohl von kleinen als auch großen Unternehmen.

Können Sie abschätzen, wie viele Unternehmen in Österreich »offiziell« und aktiv Social Media für das Geschäft nutzen? Wir haben Anfang 2010 im Internet erhoben, dass knapp 40 Prozent der Unternehmen bereits Soziale Netzwerke nutzen.

Sind diese Firmen alle »offiziell« im Social Web vertreten, oder sind da auch jene dabei, die Mitarbeiter »inoffiziell sozialisieren« lassen? Natürlich sind da viele »Zuhörer« dabei oder Einzelunternehmen, die einfach ein Profil bei Xing haben. Einfach ein Profil zu haben heisst aber nicht, die neuen Möglichkeiten aktiv zu nutzen.

Macht Social Media in bestimmen Branchen besonders viel Sinn? Natürlich gibt es Branchen, wo es sich eher anbietet, vor allem jene, die viel mit Konsumenten zu tun haben. Aber auch im privaten Bereich lernt man über Social Media neue Menschen kennen, deren Wissen und Kontakte für die Firma nützlich sind.

Also eher Marketing-lastige Branchen. Das wäre zu kurz gegriffen. Social Media kann an beiden Enden der Produktentwicklung helfen. Vor allem im Bereich Produktinnovation. Kunden wissen am Besten, wie man Produkte verbessern kann. Gibt es auch Bereiche, in denen es gar keinen Sinn macht offiziell im Social Web vertreten zu sein? Sicherlich, denn wenn man keine Kommunikationsziele fürs Unternehmen festgelegt hat, können unüberlegte Social-Web-Aktionen ins Auge gehen.

Das führt uns zu den Do's und Don'ts. Können Sie uns zuerst die ihrer Meinung nach drei größten Do's für KMU im Social Web verraten? Erstens: Jedes Unternehmen sollte sich mit dem Thema Social Media auseinander setzen. Zweitens: Die Unternehmensleitung muss Art und den Zweck der geschäftlichen Social-Media-Nutzung definieren. Drittens: Es sollte kein Unternehmen geben, dessen Mitarbeiter nicht wissen, ob und wie sie Social Media geschäftlich nutzen dürfen oder nicht.

Und die drei schlimmsten Don'ts? Erstens: Den Kopf in den Sand stecken. Zweitens: Glauben, es handelt sich um ein technisches Thema. Drittens: Versuchen es als einfaches Marketingthema zu sehen, das mit Geld allein gelöst werden kann.

Werden diese Fehler in Österreich häufig begangen? Sicher passiert das häufig, negative Beispiele gibt es genug. Daher versuchen wir durch unsere Guidelines, Hilfe zu geben. Und die wird auch häufig in Anspruch genommen – rund 3.000 Abrufe in drei Wochen. Wir sehen die Guidelines aber als »work in progress«. Input und Feedback gerne an ecenter@wko.at. Es gab bereits einige direkte Kontakte

Wer berät kennt sich aus. Was unternimmt die WKÖ beziehungsweise das E-Center selbst alles im Social Media Bereich? Der Eday war vor drei Jahren eine der ersten Veranstaltungen mit Twitterwall und wir haben damals sehr, sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Im Vorjahr hatten wir beim Eday einen Facebook-Auftritt und beim kommenden Eday wird bereits unter dem offiziellen Wirtschaftskammer-Facebook-Account kommuniziert. Sehen Sie Resultate Ihrer Social-Media-Bemühungen? Die ersten Resultate sind, bei dem Thema ernst genommen zu werden. Sofortige Ergebnisse sind natürlich nicht zu erwarten. Wir hoffen aber, dass wir den Unternehmen einen Anstoß dazu geben können, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Das ist im Social Web ein wichtiges Thema: Nicht sofort Resultate erwarten, zumindest nicht sofort offensichtliche. Wichtig ist zuerst, den Status Quo zu erheben. Zweitens: Die Entscheidung treffen, Social-Media-Nutzung zuzulassen oder – vorläufig – zu verbieten. Drittens: Social-Media-Ziele definieren. Viertens: Mitarbeiter informieren. Fünftens: Training in einem geschützen Bereich anbieten. Sechstens: Eigene Guidelines entwickeln. Siebtens: Unternehmensvereinbarung zu Social Media treffen.

Eine Abschlussfrage noch: Seit wann nutzen Sie persönlich das Social Web und wie intensiv? Nur beruflich oder auch privat? Da stellt sich die Definitionsfrage von Social Media. Ich betreibe seit 1996 eine Website, Xing und Twitter nutze ich seit 2006/2007 und seit Jüngstem Facebook – das intensiv aber privat.

Das Gespräch führte Rudolf Felser.

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