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25.01.2011 pte

Wikileaks kämpft mit Geldproblemen

Wikileaks macht jede Woche 480.000 Euro Schulden, so die offizielle Zahl, die Julian Assange bei einer Pressekonferenz in der Schweiz verkündete.

Mit der Veröffentlichung der Botschafterdepeschen hatte die Plattform die Kooperation mit Amazon, Paypal und Mastercard verloren, nun brauche es dringend ein neues Geschäftsmodell, so die deutsche Financial Times. "Damit wir unsere Aktivitäten fortsetzen können, müssen wir dieses Geld auf die eine oder andere Weise zurückbekommen", so Assange in seinem Statement. Von Spenden alleine könne die Organisation auf Dauer nicht leben, lautet die Kritik von Experten.

SPENDEN ZU UNREGELMÄSSIG Durch die Spendenfinanzierung würden sich zwar einige Vorteile ergeben, beispielsweise könne die Plattform dadurch garantieren weiter unabhängig zu bleiben. Jedoch sei der Geldfluss zu ungleichmäßig, um die Kosten für Technik und Verwaltung zu decken, so Dirk Boelsems, Geschäftsführer der Unternehmensberatung e-business.

Die Geschichte von Wikipedia zeige, dass das Spendenmodell auf längere Zeit kaum funktioniere. Das Online-Lexikon ist seit Jahren etabliert, muss sich jedoch regelmäßig mit der Bitte um Spenden an seine Nutzer wenden.

MARKENBILDUNG ALS SCHLÜSSEL Der Schlüssel zum dauerhaften Bestehen jeglicher Plattform sei deshalb Markenbildung, so Boelsems. Kann man Wikileaks als Symbol für Transparenz und Demokratie etablieren, ist eine Merchandise-Strategie vorstellbar, um auf diesem Weg über den Verkauf von Fanartikeln Umsätze zu generieren.

Gleichzeitig ist es immer wichtiger, technisch auf eigenen Beinen zu stehen. Nachdem Amazon Wikileaks von seinen Servern verwies, ist die Plattform auf wechselnde fremde Server angewiesen. Am einfachsten wäre es, so Boelsems, wenn sich Wikileaks selbst hosten würde und so über die Vermietung von Servern zusätzlich Geld verdienen könnte. (pte)

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