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17.04.2009 Rudolf Felser

Die Piraten wurden verurteilt

Die vier Gründer von The Pirate Bay wurden wegen Beihilfe zur Distribution von illegalem Content heute zu einem Jahr Haft verurteilt.

Das Urteil in dem Prozess rund um die vier Gründer des Torrent-Trackers The Pirate Bay wurde gefällt: Frederik Neij, Gottfrid Svartholm Warg, Carl Lundstrom und Peter Sunde Kolmisoppi wurden wegen "Beihilfe zur Distribution von illegalem Content" – die Rede ist von 33 bestimmten Dateien – von einem schwedischen Gericht heute zu einem Jahr Haft verurteilt. Darüber hinaus müssen sie Schadenersatz in Höhe von 30 Mio. Kronen (umgerechnet rund 2,7 Mio. Euro) an 17 verschiedene Musik- und Medien-Unternehmen wie Sony BMG, Universal, EMI, Warner, MGM und 20. Century Fox zahlen.

Die Klage gegen die Webseite, die eigenen Angaben zufolge im Februar 22 Millionen User hatte, wurde von einem Konsortium bestehend aus Medien-, Film- und Musikunternehmen, angeführt von der International Federation of the Phonographic Industry, eingebracht. Die vier "Piraten" haben angekündigt in Berufung zu gehen.

Das Urteil ist frühzeitig durchgesickert, da Peter Sunde Kolmisoppi via Twitter die Niederlage eingestanden hat. "Bleibt ruhig – The Pirate Bay wird nichts passieren, weder uns persönlich noch dem Filesharing. Das ist alles nur Theater für die Medien", schrieb er in seinem Micro-Blog. "Früher waren es nur Filme, jetzt gehen sogar Gerichtsurteile vor der offiziellen Veröffentlichung raus", scherzt Kolmisoppi weiter.

Der Prozess begann am 16. Februar in Stockholm, die vier Gründer wurden wegen Unterstützung von Verstößen gegen das Urheberrecht angeklagt. Diese Anklage hielt vor Gericht jedoch nicht stand, da The Pirate Bay nicht selbst die Dateien zur Verfügung stellt, sondern nur Links zu den Torrents, die mittels Bittorrent-Clients heruntergeladen werden können. So kam es schließlich zu der aktuellen Anklage.

Während des Prozesses haben sich die Angeklagten als "rebellische Outsider" inszeniert: Zu Gerichtsterminen fuhren sie im mit Slogans geschmückten Party-Bus vor, sie bestanden darauf eine populäre Technologie verteidigen zu wollen – und nicht illegales Filesharing. Der Falls hat Vorbildwirkung für andere, ähnliche Verfahren, die in Zukunft vor Gericht kommen werden.

Schwedens Nationalmuseum für Wissenschaft und Technologie hat übrigens gestern mitgeteilt, einen der von der Polizei konfiszierten Server von The Pirate Bay gekauft zu haben. Das Gerät soll in seinem Archiv von illegal kopiertem Material ausgestellt werden. (rnf)

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