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03.03.2013 pte

Google und Co. ersetzen Großeltern

Während zu früheren Zeiten die Großeltern ihre Intelligenz an die Enkel herangetragen haben, gelten nun Google, Wikipedia und YouTube für 90 Prozent der Kinder als Hauptberater.

© Google

Dieses Ergebnis geht aus einer aktuellen Studie von Dr. Beckmann hervor, wofür 1.500 Großeltern befragt wurden. Nichtsdestotrotz spielt für 80 Prozent der Kinder die ältere Generation nach wie vor eine bedeutende Rolle. Zu der Online-Recherche zählen hauptsächlich Fragen zur Hausarbeit. Zudem finden acht von zehn Großeltern, dass sie weniger regelmäßigen Kontakt zu den Kleinen haben, da die Bedeutung des Internet Familienstrukturen verändert hat.

"Ich denke, das ist eine Internet-kritische Studie, die die negativen Auswirkungen der Online-Welt auf die Gesellschaft zeigen möchte. Das Internet ist aber nicht per se schlecht - eine adäquate Nutzung bedarf nur der Kommunikation zwischen Kindern, Eltern und Schulen", meint Psychotherapeut Dominik Rosenauer im Gespräch mit der Nachrichtenagentur pressetext.

"Das Internet spielt als Wissensvermittler heute eine große Rolle für Kinder und Jugendliche. Es ist jederzeit erreichbar und vor allem im Schulbereich eine bedeutende Unterstützung", so der Psychologe. Während zu früheren Zeiten Referate noch anhand von überalterten Büchern zusammengestellt wurden, ist es heute beispielsweise möglich, YouTube-Videos in die Präsentation mit einzubauen.

"Wichtig ist jedoch, sich eine gewisse Medienkompetenz anzueignen, um vertrauenswürdige von -unwürdigen Quellen unterscheiden zu können, was heute aber bereits in Schulen großteils erlernt wird", sagt der Fachmann. Die Kinder seien durch das Internet selbstständiger und den Erwachsenen gegenüber teilweise im Umgang damit überlegen.

Die Rolle der Großeltern von heute ist unterschiedlich. "Zum einen gibt es nach wie vor die klassische Familienstruktur, in der sie die gut verfügbaren Babysitter mit Ambitionen und großem Vertrauensvorsprung sind. Zum anderen übernehmen sie auch die Erziehungsaufgaben, die über das Klassische hinausgehen", schildert Rosenauer.

Viele Kinder hätten zudem gar keine Großeltern mehr beziehungsweise keinen Kontakt zu ihnen. "Viele Omas und Opas sind heutzutage auch noch berufstätig und nicht zu Hause. Eine Kleinfamilienumstrukturierung lässt sich auch ohne Internet beobachten", schließt er ab. (pte)

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