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03.03.2013 Rudolf Felser/apa

Verhärtete Fronten bei Leistungsschutzrecht

Im Deutschen Bundestag ist heute das Leistungsschutzrecht verabschiedet worden. Dass dieses Thema auch in Österreich hohe Wellen schlägt, wurde bei einer Podiumsdiskussion in Wien deutlich.

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Während der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) eine faire Entlohnung der Nutzung von Zeitungsinhalten durch Suchmaschinenanbieter wie Google fordert, will das US-Unternehmern auf Kooperation setzen. Konkret bezeichnete Anton Aschwanden, Google Policy Manager für Österreich und die Schweiz, das Leistungsschutzrecht als "Bedrohung des offenen Internet", auch weil aus seiner Sicht Lexika oder Blogger für Verlinkungen zur Kasse gebeten werden könnten. Ähnlich argumentierte Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell. Jahrelang hätten Verleger von Suchmaschinen profitiert: "Warum kommt die Forderung des VÖZ nach einem Leistungsschutzrecht jetzt?"

Laut VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger geht es um die Frage, ob "Content auch in Zukunft etwas wert ist oder nicht". Dadurch, dass die Werbeeinnahmen deutlich zurückgegangen sind und der Onlinebereich schwierig zu monetarisieren sei, müsste die Nutzung der Inhalte entsprechend abgegolten werden. Blogger und private Nutzer sieht er nicht betroffen.

"Die Verlage verdammen Google nicht", verwies Grünberger auf Verdienste des Suchmaschinenanbieters, der die "Bürger ins Netz"
führe. Aber: "Wenn Dritte gewerbsmäßig Inhalte nutzen, muss ein entsprechender Anteil abgeführt werden." Vom in Frankreich erzielten "Gentlemen's Agreement" zwischen Google und den Verlegern (der US-Konzern zahlt 60 Mio. Euro in einen Fonds zur Unterstützung von Onlineinitiativen der Verlage ein) hält der VÖZ-Geschäftsführer nichts. "Das sind für Google ja doch nur Peanuts. Wir wollen Rechtssicherheit in diesem Zusammenhang, was auch im Interesse von Google und den Nutzern sein muss."

Genau diese Sicherheit sieht Anschwanden aber gefährdet. "Was ist ein gewerblicher Nutzer und was nicht?" Er verwies auf den "lange etablierten Standard 'robots.txt'", mit dem Webseitenanbieter bestimmen können, ob ihre Inhalte von Suchmaschinen erfasst werden sollen oder nicht. "Dieser wird aber bezeichnenderweise nicht verwendet. Das Leistungsschutzrecht greift tief in die Struktur des Internet ein." Snippets, also eine kurze Textvorschau bei Links, seien letztlich eine Hilfe zur Einordnung für die User.

Eine "unausgesprochene Kooperation zwischen Suchmaschinen und Verlagsprodukten", die für Contentanbieter auch Traffic bringt, bestritt Grünberger zwar nicht, forderte aber eine "Verteilung der Erlösströme". Aber auch seitens des VÖZ gab man zu, dass das Leistungsschutzrecht nur "eine Antwort" für künftige Einnahmen im Onlinebereich sein kann. An einem möglichen Entwurf für ein Leistungsschutzrecht in Österreich wird derzeit im Justizministerium gearbeitet.

Als beispielgebend für Österreich bezeichnete Grünberger den Beschluss des Deutschen Bundestags zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Trotz "Änderungen am Gesetz quasi in letzter Minute" sei damit "ein wichtiger Beitrag zum Schutz journalistischer Inhalte im Web" gesetzt worden, so Grünberger in einer Aussendung. Gleichzeitig sieht der VÖZ nun die österreichische Bundesregierung gefordert.

"Österreich kann aus der deutschen Leistungsschutzrecht-Debatte lernen, muss aber nun zügig handeln", verweist Grünberger auf die Notwendigkeit eines Zeitplans zur Umsetzung. "Rasche Lösungen sind unumgänglich, damit heimische Medienhäuser gegenüber deutschen Verlagen nicht ins Hintertreffen geraten." Das deutsche Gesetz sei aber nicht eins zu eins zu übernehmen. Vielmehr müsse man "die Spielregeln unmissverständlicher formulieren", um einen fairen Anteil zu erhalten, "wenn unsere Inhalte von Dritten gewerblich verwertet werden". (apa)

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