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26.03.2013 Thomas Cloer*

Online-Dienste für Musikbranche immer wichtiger

Der Gang zum Plattenladen könnte bald Geschichte sein. Die Zukunft der Musikwirtschaft liegt im Internet. Die Branche stützt sich aber auf relativ wenige Kunden, die meisten kaufen überhaupt keine Musik.

Dieter Gorny auf der BVMI-Jahrespressekonferenz 2013.

Dieter Gorny auf der BVMI-Jahrespressekonferenz 2013.

© BVMI / Markus Nass

Für die deutsche Musikbranche wird das Online-Geschäft immer wichtiger. Inzwischen wird ein Fünftel aller Umsätze mit Downloads und Streaming aus dem Netz erwirtschaftet. "Das digitale Angebot ist erwachsen geworden, auch in Deutschland", sagte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), Dieter Gorny, am Dienstag in Berlin. Allerdings fielen 2012 die Umsätze aus Musikverkäufen insgesamt um 3,2 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro. Die Gründe dafür seien der weitere Rückgang der CD-Verkäufe um 7,2 Prozent sowie ein überraschend schwaches viertes Quartal gewesen.

Die Einnahmen aus dem Online-Geschäft legten um knapp 20 Prozent auf 294 Millionen Euro zu. Eine wichtige Rolle spielte dabei das Herunterladen von Musik. Rund 8,4 Millionen Menschen haben nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr für heruntergeladene Musik etwa eine viertel Milliarde Euro ausgegeben, mehr als die Hälfte für Musikalben. Der Umsatz mit Abos für Streaming-Dienste kletterte um knapp 40 Prozent auf 36 Millionen Euro. In Deutschland gebe es bereits Zugang zu 68 legalen Online-Musikdiensten, 19 davon als Streaming im Abo.

"Die neuen legalen Angebote erweitern das Musikspektrum der Fans und erleichtern es ihnen, neue Musik zu finden", sagte BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Das legale Angebot habe maßgeblich zur Erholung des Marktes beigetragen. Dennoch müsse die Branche angesichts der illegalen Angebote die Rechte der Urheber weiter konsequent durchzusetzen.

Allerdings stützt sich nach BVMI-Angaben der Musikmarkt auf relativ wenige Käufer: 43 Prozent des Umsatzes kommen von nur 3,4 Prozent der Einwohner. Im Schnitt liegt der Umsatz pro Kunde bei 56 Euro im Jahr. Doch fast zwei Drittel (63 Prozent) kaufen überhaupt keine Musik.

Die physischen Tonträger bleiben dabei mit einem Umsatzanteil von 80 Prozent die wichtigste Säule der Musikindustrie. Der Umsatz mit CDs, Musik-DVDs und Kassetten ging um 7,7 Prozent zurück. Dagehen legte der "Nischenmarkt" für Vinyl-Platten um 36,4 Prozent zu - auf eine Million Stück. Knapp die Hälfte des Tonträger-Umsatzes wird jeweils im Plattengeschäft und im Netz erwirtschaftet. Der traditionelle Handel ging aber um knapp zehn Prozent zurück. Bei einem globalen Umsatz von 16,5 Milliarden Dollar (12,8 Milliarden Euro) ist Deutschland der weltweit viertgrößte Musikmarkt.

*Thomas Cloer ist Redakteur unserer Schwesternzeitschrift Computerwoche.

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