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18.04.2013 pte

Crowd-Diagnose bietet Rettung bei seltenen Leiden

Neue internetgestützte Tools sollen die Zeit, die für die Diagnose von Krankheiten benötigt wird, erheblich verkürzen. CrowdMed zum Beispiel nutzt die Gemeinschaft, um schwierige medizinische Fälle zu lösen. Vorgestellt wurde das Portal auf der derzeit stattfindenden TedMed-Konferenz.

© Fotolia

Bei CrowdMed kann jeder mitmachen und Fälle analysieren. Beruflicher Hintergrund oder die Ausbildung spielen keine Rolle. Die Teilnehmer erhalten Punkte, die sie aus einer Liste von Vorschlägen auf die richtige Diagnose setzen können. Damit entsteht ein sogenannter Prognosemarkt. Diagnosen steigen und fallen im Wert ähnlich wie Aktien entsprechend ihrer Popularität. Algorithmen berechnen dann die Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit einer Diagnose.

Bei den ersten 20 Testfällen identifizierten rund 700 Teilnehmer jede der rätselhaften Krankheiten als einen ihrer drei Topvorschläge. Dazu gehörte auch der Fall von Sarah Sheridan. Er wurde innerhalb von einer Woche gelöst. Rund 100 User gingen davon aus, dass es sich bei der Erkrankung der jungen Frau um die Lyme-Borreliose handelt. Für die Patientin war diese Erfahrung aufregend, erstaunlich und unglaublich frustrierend zugleich, berichtet der New Scientist. Hätte sie diese Diagnose vor drei Jahren erhalten, wäre ihr Leben anders verlaufen.

Ziel der Plattformen ist es, vor allem die 7.000 seltensten Krankheiten zu diagnostizieren. Allein in Europa leiden 30 Mio. Menschen an einer dieser Krankheiten. Bei 40 Prozent wird keine oder irgendwann eine falsche Diagnose erstellt. Ist sich die Crowd einig, leitet CrowdMed den Patienten eine Liste der drei Top-Vorschläge weiter, die sie dann mit ihren Ärzten überprüfen können. Jene Teilnehmer, deren Diagnose sich als richtig erweist, bekommen mehr Punkte, die dann für Vorschläge bei weiteren Krankheitsfällen eingesetzt werden können.

Frustrierte Patienten und Ärzte können auch bei FindZebra Informationen finden. Diese neue Suchmaschine ist ebenfalls auf seltene Krankheiten spezialisiert. User können einen Index mit Datenbanken durchsuchen, die von Wissenschaftlern überprüfte Informationen enthalten. Bei ersten Tests lieferte FindZebra mehr hilfreiche Ergebnisse als Google.

Auch der IBM-Computer Watson wird bereits von Ärzten eingesetzt, um die unglaubliche Menge an Informationen zu Krebs handhabbar zu machen. Claudia Perlich, eine der Entwicklerinnen von Watson, kann sich vorstellen, dass es zu einer Zusammenarbeit mit CrowdMed kommt. Watson selbst versteht die menschliche Sprache und lernt durch Interaktion. Laut Perlich besteht das große Problem des medizinischen Systems darin, dass Informationen nicht ausreichend verbreitet werden. (pte)

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