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12.02.2014 Rudolf Felser

Studie: IT als Wachstumsmotor in CEE-Ländern

Die IT-Budgets in den Ländern der CEE-Region und in der Türkei sollen laut einer Studie von Kapsch BusinessCom in den nächsten drei Jahren steigen.

Die IT-Budgets in den Ländern der CEE-Region und in der Türkei sollen in den nächsten drei Jahren steigen.

Die IT-Budgets in den Ländern der CEE-Region und in der Türkei sollen in den nächsten drei Jahren steigen.

© Thorben Wengert - pixelio.de

Die Ausgaben für IT haben in Österreich, den Ländern der CEE-Region und in der Türkei stabile Wachstumsraten. Eine groß angelegte Studie von Kapsch BusinessCom zeigt, dass die IT-Budgets der Unternehmen in den nächsten drei Jahren sogar noch etwas stärker wachsen werden. 36 Prozent der knapp 900 befragten IT-Leiter in sieben Ländern (Österreich, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Türkei und Ungarn) gehen von Steigerungen aus. In den vergangenen drei Jahren haben 34 Prozent ein Budgetplus verzeichnet. Die Ausgaben für IT-Sicherheit werden bei 56 Prozent der Befragten steigen. In schwächeren Volkswirtschaften sind die prognostizierten Zuwächse tendenziell höher. Bei dem von Kapsch entwickelten "ICT Market Readiness Index", der die aktuelle Performance der einzelnen Länder vergleicht, liegt Österreich gleichauf mit Tschechien an der ersten Stelle. Bei den Prognosen für die Zukunft, die im "ICT Market Development Index" ermittelt wurden, ist Polen bereits auf dem ersten Platz. Rumänien teilt sich den zweiten Platz mit Österreich. "IT und Telekommunikation sind nicht nur wichtige Elemente für Modernisierung und Effizienzsteigerung von Unternehmen – die Branche ist mit ihrer positiven Dynamik auch ein bedeutender Wachstumstreiber für die Gesamtwirtschaft", so Jochen Borenich, COO von Kapsch BusinessCom.
 
Die Studie "ICT-Business-Trends & Challenges" wurde vom international tätigen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) durchgeführt. Sie bringt detaillierte und wertvolle Erkenntnisse, die Kapsch beim kontinuierlichen Ausbau der Aktivitäten in den CEE-Ländern nutzen kann. "Die Studie bestätigt, dass die Branche weiterhin Umsatzzuwächse verzeichnen wird. Ein Ergebnis ist dabei besonders interessant: Die befragten Unternehmen geben in vielen Bereichen, wie etwa bei Outsourcing, Anbietern mit starker lokaler Präsenz den Vorzug gegenüber internationalen Unternehmen. Das bestätigt unsere Strategie für diese Länder, bei der wir ähnlich vorgehen wie in Österreich", so Jochen Borenich. Im Wachstumsmarkt Rumänien zählt Kapsch bereits zu den Top 3 Systemintegratoren und ist im Jahresvergleich um etwa 40 Prozent gewachsen. Erst 2011 hat Kapsch BusinessCom mit dem Kauf des rumänischen IT-Service Provider Squario Management s.r.l. die Präsenz im rumänischen Markt groß ausgebaut und konnte in den vergangenen drei Jahren insbesondere im Gesundheits-Bereich (e-Health), bei Banken und Versicherungen und bei zahlreichen österreichischen Unternehmen wie zum Beispiel der OMV punkten. In Ungarn entwickelt sich das Geschäft sehr positiv. Der Fokus liegt  auf Netzwerk- und Voice-Projekten. Kunden sind hier vor allem Energieversorger sowie die öffentliche Hand. Neue Märkte in CEE sollen über lokale Partner erschlossen werden oder auch über Zukäufe, wie dies etwa in Tschechien durch die Integration von Data Storage s.r.o. (Spezialist für Daten-Archivierung, Back-Up und Disaster Recovery) 2013 geschehen ist. Detaillierte Kenntnis der lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse ist dabei ebenso wichtig wie das Know-how für den Einsatz neuester Technologien.
 
SCHWÄCHERE HOLEN AUF
"Die ICT-Challenges sind in allen Märkten weitgehend gleich. Die Strategien, um die Herausforderungen zu meistern, sind aber durchaus unterschiedlich. Polen hat etwa einen Bestwert bei Plänen zur Nutzung von Cloud Services und in Summe gute Werte in fast allen Kategorien. Rumänien hat die meisten Punkte bei den Budgetprognosen und bei den Plänen zu 'Bring your own device'. Damit liegen diese Länder in etwa gleichauf mit Österreich, das allerdings insgesamt deutlich bessere Wirtschaftsdaten hat", sagt Stephan Kaiser, Mitglied der Geschäftsleitung der Pierre Audoin Consultants (PAC) in seiner Analyse der Ergebnisse.

OUTSOURCING UND VIRTUALISIERUNG
Virtualisierung der IT ist mittlerweile sehr weit verbreitet. Insgesamt setzen 46 Prozent der Befragen auf derartige Lösungen. Der Schwerpunkt liegt auf Virtualisierung von Servern und Datencentern. Knapp 90 Prozent aller Unternehmen, die Virtualisierung nutzen, setzen diese Möglichkeiten ein. Die Türkei sticht mit einem besonders hohen Wert von 73 Prozent bei Desktop-Virtualisierung hervor. Der Durchschnitt liegt bei 49 Prozent. Im Bereich von Cloud Computing gibt es noch großes Potenzial: Im Schnitt setzen 27 Prozent der Befragten Cloud Services ein. Den höchsten Wert erzielen dabei mit 46 Prozent private Clouds lokaler Anbieter. Tschechien und Rumänien haben die vergleichsweise größten Anteile ihrer IT in die Cloud gelegt. Hier haben 32 bzw. 24 Prozent angegeben, "stark" auf die Cloud zu setzen. Pläne für eine Migration in die Cloud sind am stärksten in Polen vorhanden. Hier liegt der Wert mit 30 Prozent deutlich über dem Schnitt von 24 Prozent.

Von den insgesamt 44 Prozent der Unternehmen, die IT-Dienstleistungen outsourcen, vertrauen knapp drei Viertel (72 Prozent) auf lokale Anbieter. Die Zufriedenheit mit den Outsourcing-Partnern ist insgesamt sehr gut. Im Schnitt sind 22 Prozent sogar "sehr zufrieden". Die Hauptargumente für Outsourcing sehen die IT-Leiter in den erzielbaren Qualitätsverbesserungen (42 Prozent "starke Zustimmung", 37 Prozent "Zustimmung").

Beim Einsatz von Collaboration-Tools sind starke regionale Unterschiede feststellbar. Während im Schnitt 27 Prozent angeben, bereits Unified Communications einzusetzen, liegt der Wert in der Türkei nur bei 17 Prozent. Das Hauptargument für Unified Communications liegt in der Verbesserung der Kooperation innerhalb des Unternehmens (53 Prozent "Zustimmung"). Bei Videoconferencing ist die regionale Schwankungsbreite besonders groß. Am stärksten ist es in Österreich verbreitet (46 Prozent), am geringsten in der Slowakei (25 Prozent). Der Durchschnittswert liegt bei 35 Prozent.

BIG DATA UND SECURITY
Zwar gehen die Unternehmen von einem starken Wachstum der Datenmengen aus, die sie verarbeiten müssen, allerdings werden noch kaum Tools eingesetzt, um sie effizienter zu nutzen. Nur 21 Prozent der Befragten verwenden Lösungen für die strukturierte Suche in ihren Unternehmensdaten. Am weitesten sind derartige Tools in der Slowakei verbreitet (29 Prozent). Als wichtigstes Argument für den Einsatz wird der schnellere Zugang zu Informationen genannt.

38 Prozent sind davon überzeugt, die bestmöglichen Lösungen gegen externe Angriffe bzw. Downtimes und Datenverlust (37 Prozent) einzusetzen. Aus den Antworten auf die Frage, ob die Unternehmen ihre Systeme durch externe Experten überprüfen lassen, lässt sich aber großes Potenzial ableiten. In Österreich haben 57 Prozent ein derartiges Audit in den vergangenen drei Jahren machen lassen. In der Slowakei liegt die Marke bei 34 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt von 46 Prozent. 56 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie in den nächsten drei Jahren mehr Geld für Security ausgeben werden.
 
MOBILITY
Von den durchschnittlich 42 Prozent, die mobilen Zugriff auf IT-Anwendungen bieten, die über E-Mail hinausgehen, lassen dies nur elf Prozent für alle Mitarbeiter zu. Österreich und Tschechien liegen in der Gesamtwertung mit 58 bzw. 52 Prozent vorne. In vielen Fällen dürfte die ablehnende Haltung darin liegen, dass die entsprechenden Strukturen und Prozesse in den Unternehmen noch nicht vorhanden sind. Die Vorteile werden jedenfalls klar darin erkannt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre täglichen Aufgaben besser erfüllen können (91 Prozent "Zustimmung"). Wenn es darum geht, auch eigene Smartphones oder Tablets zur Erledigung des Jobs zu verwenden (BYOD, Bring your own device), dann liegt wiederum Österreich mit 36 Prozent vorne (Durchschnitt 25 Prozent). Rumänien dürfte in den nächsten Jahren aber massiv aufholen. Schon jetzt ist diese Möglichkeit bei 29 Prozent gegeben, und 20 Prozent planen, diese in den nächsten drei Jahren einzuführen. Im Durchschnitt möchten es nur 14 Prozent. (pi)

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