DanubeIT: Geordnetes Sanierungsverfahren eingeleitet DanubeIT: Geordnetes Sanierungsverfahren eingeleitet - Computerwelt

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10.07.2015 pi/Rudolf Felser

DanubeIT: Geordnetes Sanierungsverfahren eingeleitet

Der Wiener Rechenzentrums- und Cloud-Anbieter leitet aktiv das Sanierungsverfahren ein, um das Unternehmen in Österreich weiterführen zu können und sich gegen eine mögliche feindliche Übernahme zu wappnen.

Johann Ehm, Geschäftsführer von DanubeIT, ist trotz aktiv eingeleitetem Sanierungsverfahren zuversichtlich.

Johann Ehm, Geschäftsführer von DanubeIT, ist trotz aktiv eingeleitetem Sanierungsverfahren zuversichtlich.

© DanubeIT

Die DanubeIT-Gruppe hat ihre Unternehmenszentrale in Wien und ist in Deutschland, mit eigenen Gesellschaften, an sechs Standorten vertreten. Die Unternehmensgruppe beschäftigt insgesamt rund hundert Mitarbeiter, die im In- und Ausland 170 Kunden betreuen. Sie ist 2013 nach der Übernahme und Integration von Mii durch die damalige Danube Data Center aus der Verschmelzung beider Unternehmen hervorgegangen.

Die DanubeIT-Gruppe leitet nun aktiv für die österreichische Tochter, die "Danube IT Services GmbH", ein geordnetes Sanierungsverfahren mit Fortführung des Unternehmens ein. Der Antrag im Rahmen der österreichischen Insolvenzordnung erfolgte am 10. Juli 2015 am Handelsgericht Wien. Das Sanierungsverfahren betrifft ausschließlich die österreichische Tochter der DanubeIT-Gruppe und nicht ihre deutschen Töchter.

Johann Ehm, Gründer und Geschäftsführer von DanubeIT dazu: "Wir sind in die Offensive gegangen, um die Unabhängigkeit des Unternehmens zu bewahren und um uns gegen eine feindliche Übernahme zu schützen. Dadurch kann das Unternehmen saniert, neu ausgerichtet und Arbeitsplätze erhalten werden." Das operative Geschäft läuft den Angaben zufolge uneingeschränkt weiter. Aufgrund der soliden Kundenstruktur bestehe auch keine Gefahr einer Schließung des Unternehmens. "Wir vertrauen dabei auch auf die Unterstützung unserer Kunden, um die vorübergehende Lage gut zu meistern", so Johann Ehm.

Das Unternehmen war schnell auf Expansionskurs gegangen: Aufgrund des Geschäftserfolges wurde eine Wachstumsstrategie gefahren und zahlreiche Firmen übernommen. 2013 wurde wie eingangs erwähnt die mii GmbH in den Konzern eingegliedert, kurz darauf wurde in Deutschland ein Rechenzentrum, sowie weitere Niederlassungen eröffnet. Finanziert wurden die Akquisitionen durch Eigenmittel, der Rest wurde über Bankkredite fremdfinanziert. 2014 kam es den Informationen des Unternehmens nach vor allem aufgrund des Wegbrechens des Großkunden "Nabucco Gaspipeline" zu einem Umsatzeinbruch von 30 Prozent. Trotz intensiver Bemühungen wie verstärkten Vertriebsaktivitäten gelang es nicht, den Umsatzeinbruch wettzumachen. Dadurch kam es in der Folge erstmals in der Firmengeschichte zu einem negativen operativen Ergebnis. Der Erfolg der deutschen Töchter und die Wachstumsstrategie überzeugten die Hausbank nicht, woraufhin sie keine weiteren Kredite vergab. Weitere Verhandlungen führten zu keinem Ergebnis. Johann Ehm: "Als Konsequenz leiteten wir nun ein geordnetes Sanierungsverfahren ein, um das Unternehmen fortführen zu können und zu schützen."

Johann Ehm betont: "Unsere obersten Ziele sind die nachhaltige Sanierung und Weiterführung eines leistungsfähigen Unternehmens und ein künftiges, weiteres Wachstum sicherzustellen. Ganz oben auf der Agenda von DanubeIT steht der Erhalt von hochqualifizierten Arbeitsplätzen am Standort Wien."

Die Sanierung begleitet eine Restrukturierung. Die Bereiche "Software-Development", sowie weitere ausgelagerte Services (PC Betreuung, Fieldservice, Kundenbetreuung vor Ort) werden teilweise an Partner-Unternehmen ausgegliedert.

Für die Kunden von DanubeIT sollen diese Leistungen bedarfsgerecht zugekauft werden. Alle bestehenden Verträge würden "somit weiterhin im vollen Umfang erfüllt", verspricht das Unternehmen. DanubeIT will sich voll auf die Kernkompetenzen "Rechenzentrums-Services" fokussieren, wobei die Services aus dem eigenen Rechenzentrum heraus erbracht werden bzw. die zentralen Systeme und Anwendungen bei den Kunden betreut werden.

DanubeIT ist von seiner "Vorwärts-Strategie" überzeugt und setzt weiterhin auf Wachstum. Als Argumente für diesen zuversichtlichen Kurs führt das Unternehmen unter anderem den wachsenden IT-Markt, den anhaltenden Cloud- und Managed-Services-Trend und den guten Ruf des Unternehmens ins Feld. "Ich blicke mit Optimismus in die Zukunft. Aus meinen Gesprächen mit Kunden weiß ich, dass wir gut am Markt aufgestellt sind. Nach Sanierungsverfahren und Restrukturierungsprozess wird DanubeIT weiter einen geordneten Expansionskurs fahren. Unsere Dienstleitungen befinden sich im Trend und sind, ebenso wie unsere funktionale und präzise Arbeitsweise, die Basis für den weiteren Erfolg", schließt Johann Ehm. (pi)

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