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15.09.2015 Rudolf Felser

DanubeIT: Gläubiger stimmen Sanierung und Quotenplan zu

Die Gläubiger des Rechenzentrums- und Cloud-Anbieters aus Wien stimmen dem Sanierungsplan und der Quote einstimmig zu.

Johann Ehm, Geschäftsführer von DanubeIT

Johann Ehm, Geschäftsführer von DanubeIT, ist erleichtert.

© DanubeIT

Anfang Juli leitete der Wiener Rechenzentrums- und Cloud-Anbieter "Danube IT Services GmbH", österreichische Tochter der DanubeIT-Gruppe, aktiv das Sanierungsverfahren ein, um das Unternehmen in Österreich weiterführen zu können und sich gegen eine mögliche feindliche Übernahme zu wappnen.

Die heute erfolgte Gläubigerversammlung am Handelsgericht Wien brachte den Durchbruch im geregelten Insolvenzverfahren. "Die Gläubiger haben dem Sanierungsplan und der Quote einstimmig zugestimmt. Damit ist das Unternehmen wieder auf Kurs und der rechtliche Rahmen für die Sanierung gesichert", zeigt sich Johann Ehm, Gründer und Geschäftsführer von DanubeIT, erleichtert.

Die Gläubiger erhalten eine Rückzahlungs-Quote von 20 Prozent, bei einer Barquote von fünf Prozent der Außenstände. Nach der Bezahlung der Barquote und der Verfahrenskosten wird das Insolvenzverfahren aufgehoben. Johann Ehm: "Damit ist das Verfahren geordnet und in kürzester Zeit erfolgreich abgeschlossen."

Ehm fasst die nächsten Schritte für DanubeIT zusammen: "Unser oberstes Ziel ist nun die nachhaltige Neuorientierung unseres leistungsfähigen, auf die DACH-Region fokussierten IT-Infrastruktur Unternehmens, um auch künftig ein weiteres Wachstum nachhaltig sicherzustellen. Wir arbeiten unter Hochdruck an neuen Services, Erweiterung unseres Dienstleistungs-Portfolios und strategischen Allianzen. Wir werden zudem verstärkt Synergien mit unseren beiden, erfolgreichen Unternehmen in Deutschland nutzen." DanubeIT wird sich voll auf seine Kernkompetenz fokussieren: professionelle, hoch verfügbare und extrem sichere Rechenzentrum-Services - unter Einbeziehung von eigenen Rechenzentren- und Cloud Services. Mit neuen Partnerschaften und neuem Vertrieb sollen zudem verstärkt neue Kunden gewonnen werden.

Darüber hinaus soll auch neuer Schwung ins Unternehmen kommen. "DanubeIT wird einen prominenten und äußerst kompetenten österreichischen Manager in die Unternehmensführung an Bord holen. Die Details folgen, sobald alles finalisiert ist", teasert Ehm an.

Obwohl die Danube IT Services GmbH in Wien ihre Mannschaft reduzieren musste, sind in der gesamten Unternehmensgruppe nach wie vor rund hundert Mitarbeiter im Einsatz. Der Umsatz der Gruppe soll 2015 auf 13 bis 15 Mio. Euro anwachsen. "Das ist derzeit vor allem den deutschen Gesellschaften der DanubeIT-Gruppe zu verdanken, die sich weiterhin sehr positiv entwickeln", betont Johann Ehm.

UMSATZEINBRUCH SCHULD AN KRISE

2014 erfolgte vor allem aufgrund des Wegbrechens des Großkunden "Nabucco Gaspipeline" ein Umsatzeinbruch von 30 Prozent. Dies führte erstmals in der Firmengeschichte zu einem negativen operativen Ergebnis. Der Erfolg am deutschen Markt und die Wachstumsstrategie überzeugten die Hausbank nicht, weitere Kredite wurden nicht vergeben. Verhandlungen führten zu keiner Lösung. "Als Konsequenz leiteten wir ein geordnetes Sanierungsverfahren ein, um das Unternehmen fortführen zu können und zu schützen", berichtet Johann Ehm.

Der Antrag im Rahmen der österreichischen Insolvenzordnung erfolgte am Handelsgericht Wien. Gleichzeitig legte DanubeIT den Gläubigern und dem Gericht den Sanierungsplan vor. "Das Problem betraf ausschließlich die österreichische Tochter der DanubeIT-Gruppe und nicht ihre deutschen Töchter, die höchst erfolgreich sind", betont Ehm.

Am 30. Juli 2015 erfolgte der erste Bericht des Insolvenzverwalters bei Gericht. Dieser bestätigte formal den Weiterbetrieb des Unternehmens. Der Sanierungsplan wurde vom Insolvenzbeauftragen für plausibel erklärt. Die Gläubiger konnten ihre Forderungen bis zum 1. September 2015 anmelden. Am 15. September 2015 stimmten die Gläubiger dem Sanierungsplan und der Quote einstimmig zu. Nach Bezahlung der Barquote und der Verfahrenskosten wird das Verfahren eingestellt. Den Rest der Quote erhalten die Gläubiger innerhalb der nächsten zwei Jahre.

"Besonderer Dank gilt der ERSTE Bank, ohne deren Zustimmung und Unterstützung die Sanierung nicht möglich gewesen wäre. Gleichzeitig entschuldigen wir uns bei unseren Lieferanten und Partnern die zu Schaden gekommen sind, wir hoffen dies in Zukunft mit einer erfolgreichen Zusammenarbeit wieder mehr als ausgleichen zu können. Auch unserem Rechtsbeistand Dr. Walter Kainz gilt unser Dank, der uns entscheidend im Verfahren unterstützt hat.  Wir bedanken uns vor allem aber auch bei unseren Kunden und Mitarbeitern, dass sie uns die Treue halten. Wir hoffen mit neuen, innovativen Lösungen und top-Kundenservice auf eine weitere langfristige Zusammenarbeit", schließt der Geschäftsführer von DanubeIT. (pi/rnf)

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