Status quo der Digitalisierung im B2B-Umfeld Status quo der Digitalisierung im B2B-Umfeld - Computerwelt

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16.10.2015 pi/Rudolf Felser

Status quo der Digitalisierung im B2B-Umfeld

Wo stehen österreichische Anbieter in Sachen Onlinepräsenz und Industrie 4.0 heute, nehmen sie die Digitalisierung ernst genug? Welche digitalen Prozesse benötigt der professionelle Einkauf in Zukunft und welche Vorteile digitaler Prozesse sieht er für sich selbst? Die professionelle Anbietersuche "Wer liefert was" hat in einer Umfrage unter 149 Einkäufern auf wlw.at nach dem Status quo der Digitalisierung im B2B-Umfeld gefragt. Die Ergebnisse zeigen eine lang erwartete Aufbruchsstimmung und geben gleichzeitig Handlungsempfehlungen für österreichische Anbieter.

© Wer liefert was

Tagtäglich sind professionelle Einkäufer auf der Suche nach Produkten, Dienstleistungen und Rohstoffen im Beschaffungsprozess ihres Unternehmens. Für die Mehrheit der Befragten scheint der Einbezug digitaler Prozesse echte Vorteile zu bringen – sowohl persönliche als auch für das ganze Unternehmen. So gaben 72 Prozent der Befragten an, dass sie von den digitalen Prozessen profitieren, indem sie Anbieter schneller finden. Jeder Zweite (54 Prozent) spart durch die digitalen Prozesse Kosten und für 44 Prozent der Einkäufer bringt die Digitalisierung einen weiteren wesentlichen Vorteil im Beschaffungswesen mit sich: Die Beschaffung ist nicht mehr standortgebunden. Für Peter F. Schmid, CEO von "Wer liefert was", sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: "Die Digitalisierung birgt für die Beschaffung immense Vorteile. Nicht zu vergessen ist ein weiterer Punkt für die Einkäufer: die eigene Effizienz. 44 Prozent gaben an, dass sie durch die digitalen Prozesse selbst effizienter sind. Das ist in unserer schnelllebigen Zeit ein wirklicher Gewinn." Ein Viertel der Befragten gab darüber hinaus an, dass sie sogar die Effizienz des eigenen Unternehmens steigern.   

KMU UND DIE SCHOKOLADENSEITE

Elementarer Bestandteil für Unternehmen in einer sich digitalisierenden Welt ist die eigene Präsenz im Netz. Also die Auffindbarkeit sowie Sichtbarkeit der eigenen Leistungen und welche Informationen dort präsentiert werden. 75 Prozent gaben an, dass die Anbieter eine Website mit allen geschäftsrelevanten Informationen besitzen. "Wer im Privaten einen Freund fürs Leben sucht, zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Genauso müssen sich Unternehmen, die Kunden akquirieren wollen, auch präsentieren. Deshalb muss der erste Schritt hin zur Digitalisierung eine eigene Onlinepräsenz sein – die wichtigste Visitenkarte auf dem Markt. Die Ergebnisse zeigen also: Die Unternehmen haben endlich reagiert", erläutert Peter F. Schmid.

Auch Business-Suchmaschinen (37 Prozent) und weitere Online-Marketing-Maßnahmen wie Google-Anzeigen, Banner oder Mailings (35 Prozent), gehören laut der befragten Einkäufer zum Status quo der Anbieter.

Während mobile Angebote in der Vergangenheit noch nicht auf der Agenda der Anbieter standen, kam in der aktuellen Befragung der Einkäufer heraus, dass auch dieser Bereich Einzug in die Unternehmen hält. So gab mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) an, dass die Anbieter mittlerweile über ein mobiles Angebot (mobile Website, mobile App) verfügen. Das bedeutet ebenfalls einen immensen Fortschritt im B2B-Segment.

INDUSTRIE 4.0

Zur Frage nach dem Status quo der Anbieter hinsichtlich Industrie 4.0 gibt es ein überraschendes Ergebnis: 25 Prozent gaben an, dass die Anbieter eine vollautomatisierte Produktion besitzen. Ebenfalls jeder Vierte (25 Prozent) stimmt außerdem zu, dass sich die Anbieter zurzeit im Bereich Industrie 4.0 aufstellen. "Diese Zahlen signalisieren eine Aufbruchsstimmung in den KMU", so Schmid. "Wurde das Thema Industrie 4.0 bis vor Kurzem noch eher stiefmütterlich behandelt, zeigen die Einschätzungen der Befragten jetzt, dass Bewegung ins Spiel kommt. Und das ist wichtig und richtig für mittelständische österreichische Unternehmen."

37 Prozent gaben weiterhin an, dass die Anbieter eine digitale Vernetzung mit dem Kunden anbieten – im Sinne von online gesteuerter Warenauffüllung, online einsehbarer Produktionsstände oder Qualitätskontrollen.

DAS MÜSSEN ANBIETER BIETEN

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen weiterhin, was die Einkäufer grundsätzlich bei der digitalen Suche nach Produkten und Anbietern benötigen – klare Handlungsempfehlungen für die Anbieter also. Die Mehrheit der Einkäufer ist sich einig darüber, dass sie Preisangaben (75 Prozent) und Produktbilder (64 Prozent) zum schnelleren Verständnis benötigen. Ebenfalls 64 Prozent brauchen das gesamte Portfolio zum gesuchten Produkt auf einen Blick und 58 Prozent benötigen Informationen über Bestellmengen und Lieferkonditionen bzw. Verfügbarkeiten. Das sind Erwartungen, die Anbieter im B2B heutzutage durch einfache Maßnahmen erfüllen können. So ist es beispielsweise bei der Anbietersuche "Wer liefert was" möglich, das komplette Sortiment zu präsentieren: Also Produktfotos abzubilden und diese um Produktdetails, Preisangaben, Lieferzeiten und Verfügbarkeiten zu ergänzen.

Zusätzlich zu den klaren Erwartungen der Einkäufer hinsichtlich digitaler Prozesse stellt sich ein Kriterium als unabdingbar dar: Der persönliche Geschäftskontakt. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Befragten gaben das an.

Schmid: "Der Kontakt zum Anbieter bleibt auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil gut funktionierender Geschäftsbeziehungen, denn mittelständische Unternehmen besitzen eine große Bandbreite an erklärungsbedürftigen Produkten." (pi)

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