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15.12.2015 pi/Rudolf Felser

IBM eröffnet weltweites IoT-Headquarter in München

"Big Blue" hat in München die Zentrale des Geschäftsbereichs Watson IoT und das erste europäische Watson Innovation Center eingerichtet. Es handelt sich dabei um die größte Investition des Unternehmens in Europa seit mehr als 20 Jahren.

Das neue IBM IoT-Headquarter in den Münchner HighLight Towers.

Das neue IBM IoT-Headquarter in den Münchner HighLight Towers.

© Rainer Viertlböck

IBM hat heute in München das weltweite Headquarter des neuen IBM Geschäftsbereichs Watson IoT und gleichzeitig das erste europäische Watson Innovation Center eröffnet. Rund tausend IBM-Entwickler, Berater, Forscher und Designer werden zukünftig in den Münchner HighLight Towers tätig sein. Gemeinsam mit Kunden und Partnern arbeiten sie dort an einer neuen Generation vernetzter Lösungen an der Schnittstelle von Cognitive Computing und IoT (Internet of Things). Ziel ist es, durch kognitive Fähigkeiten vernetzte Geräte, Systeme und Sensoren intelligent zu machen sowie neue Marktchancen zu erschliessen. Diese Lösungen werden über die IBM Watson IoT Cloud global verfügbar sein. Der neue Watson IoT-Hauptsitz repräsentiert die größte Investition der IBM in Europa seit mehr als 20 Jahren.

Im März 2015 hat IBM bekannt gegeben, über drei Milliarden Dollar in das Thema IoT zu investieren. Im Oktober erfolgte dann die Übernahme der B2B-, Mobile- und cloudbasierten Webangebote von "The Weather Channel". Diese Investitionen dienen als Basis für die Wachstums- und Expansionsstrategien von Watson IoT. Insgesamt arbeitet IBM derzeit an mehr als 4.000 IoT-Kundenprojekten in 170 Ländern.

Neben der Eröffnung der Watson IoT Zentrale und des Watson Innovation Centers will IBM in den HighLight Towers auch ein Watson IoT Client Experience Center einweihen – eines von acht neuen Zentren in Asien, Europa und Lateinamerika. Sie öffnen in Peking, Böblingen, Sao Paulo, Seoul, Tokio, Massachusetts und Texas ihre Pforten. In diesen Centern bekommen Kunden und Partner direkten Zugriff auf Technologien, Tools und Know-how von IBM. Damit können neue Produkte und Services auf Basis kognitiver Systeme sowie der Watson IoT Cloud Plattform entwickelt werden.

"Das Internet der Dinge entwickelt sich zur weltweit größten Datenquelle. Allerdings werden fast 90 Prozent dieser Daten gegenwärtig überhaupt nicht genutzt", sagt Harriet Green, General Manager, Watson IoT and Education bei IBM. "Watson kann dies ändern. Denn mit seinen einzigartigen Fähigkeiten öffnet das System neue Türen für Wirtschaft und Individuen. Watson kann in Sekundenbruchteilen enorme Mengen unstrukturierter Daten durchforsten, analysieren und gegeneinander abwägen, sie interpretieren und stetig dazulernen. Es gilt, aktuelle Daten zu nutzen, sie in Beziehung zu historischen Informationen zu setzen und damit möglicherweise noch unbekannte Korrelationen zu entdecken. So werden neue Einsichten und ein neues Verständnis für Zusammenhänge geschaffen, von denen Unternehmen und Gesellschaft gleichermassen profitieren."

NEUE APIS

Im Zuge der Eröffnung des Watson IoT Centers stellt IBM vier neue kognitive Programmierschnittstellen vor. Mit diesen Schnittstellen kann das System die Daten aus unterschiedlichsten Quellen, Systemen, Sensoren oder smarten Produkten besser verstehen und bewerten. Die neuen Services sind über die cloudbasierte IBM Watson IoT Plattform verfügbar.

Die vier API-Lösungen sind:

  • Die Natural Language Processing (NLP) APIs ermöglichen den Dialog mit Watson in natürlicher Sprache. Sie bringen den natürlich sprachlichen Inhalt in den Kontext einer bestimmten Fachdisziplin oder eines spezifischen Anwendungsfalls. Wenn beispielsweise ein Facharbeiter beim Arbeiten mit einer Maschine verdächtige Vibrationen feststellt, kann er die NLP-Technologie nutzen, um Fragen wie "Was verursacht diese Vibration?" an das System zu stellen. Watson kombiniert dann die Bedeutung der Wörter automatisch mit dem konkreten Vorfall und gibt Empfehlungen für die mögliche Ursache der Vibration.  
  • Die Machine Learning Watson APIs automatisieren die Datenverarbeitung, lernen kontinuierlich aus jeder Interaktion mit den Daten und ordnen sie entsprechend ihrer Priorität. Die APIs können für alle Arten von Daten aus verschiedenen Quellen genutzt werden, die im Rahmen eines bestimmten Szenarios anfallen. Sie helfen bei der Bewertung von Situationen, erwarteten Trends und schlagen Aktivitäten für zukünftige Ereignisse vor. Beispielsweise kann die Plattform eingehende Daten eines Fuhrparks überwachen, um sich ein ganzheitliches Bild der normalen und abweichenden Gerätezustände zu machen, einschließlich der Umwelt- und Produktionseinflüsse, die oftmals einzigartig für jedes Bauteil sind.
  • Die Video/Image/Audio Analytics Watson APIs nutzen unstrukturierte Daten, einschließlich Videos, Bildern und Audio (etwa Gespräche aus Call Centern, Fotos, die von Verbrauchern auf Social-Media-Plattformen gepostet wurden oder Video-Material aus Überwachungskameras), um Korrelationen oder Anomalien zwischen den unterschiedlichen Datenformaten festzustellen. Dieses Wissen kann mit Maschinendaten kombiniert werden, um ein besseres Verständnis vergangener Ereignisse sowie neuer Situationen zu erlangen.
  • Die Text Analytics Watson APIs untersuchen unstrukturierte Daten (wie Twitter- Feeds, Kunden-Feedback in Blogs oder Transkripte von Call Centern), um Korrelationen und Muster in diesen gigantischen Datenbergen zu identifizieren. So deuten zum Beispiel Sätze wie "die Bremsen machen Geräusche", "das Auto stoppt zu langsam" oder "das Pedal reagiert zu schwammig" auf ein Bremsproblem in einem Auto hin, das durch automatisierte Verlinkung und Korrelation von der API sofort erkannt werden kann. (pi)
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