Grünes Licht für Mega-Fusion von Dell und EMC Grünes Licht für Mega-Fusion von Dell und EMC - Computerwelt

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29.02.2016 Rudolf Felser

Grünes Licht für Mega-Fusion von Dell und EMC

Wie die europäische Kommission heute mitgeteilt hat, gibt sie für die Übernahme von EMC durch Dell grünes Licht. Damit entsteht aller Voraussicht nach der drittgrößte IT-Konzern nach IBM und Hewlett-Packard.

EMC wird Teil der Dell-Familie

EMC wird Teil der Dell-Familie

© EMC

Vergangenen Oktober hat EMC einem Übernahmeangebot von Michael Dell und dessen Partnern MSD Partners und Silver Lake zugestimmt. Insgesamt ist der Deal 67 Milliarden Dollar schwer. Mit der Fusion würde der drittgrößte IT-Konzern nach IBM und Hewlett-Packard entstehen. Allem Anschein nach klappt das Geschäft auch, denn heute hat die EU-Kommission der Übernahme von EMC durch Dell gemäß der EU-Fusionskontrollverordnung zugestimmt.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte: "Angesichts der strategischen Bedeutung des Datenspeicherungssektors freue ich mich, dass es uns gelungen ist, die mehrere Milliarden Dollar schwere Übernahme von EMC durch Dell innerhalb kurzer Zeit zu genehmigen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass diese keine nachteiligen Auswirkungen für die Kunden hat. Ich bin froh über die enge Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Wettbewerbsbehörde."

Sowohl Dell als auch EMC bieten Storeagesysteme für Unternehmen an. Dell ist zudem im Bereich der x86-basierenden Server tätig. Die EMC-Tochter VMware ist ein Anbieter von Virtualisierungssoftware, die in Verbindung mit diesen Arten von Servern und Speicherprodukten verwendet werden kann.

STORAGE

Die Kommission hat die Auswirkungen des Vorhabens auf den Markt für externe Speichersysteme für Unternehmen geprüft. Ferner untersuchte die Kommission, ob das neu aufgestellte Unternehmen versuchen könnte, den Zugang zur Software von VMware für konkurrierende Hardware-Anbieter zu beschränken oder zu erschweren.
 
Dabei wurde seitens der EU festgestellt, dass das Unternehmen nach der Übernahme einen bescheidenen Marktanteil auf dem Markt für externe Speichersysteme für Unternehmen habe und der Zuwachs infolge des Zusammenschlusses nur gering wäre. Ferner stellte die Kommission fest, dass das neue Unternehmen weiterhin einem starken Wettbewerbsdruck ausgesetzt sein wird, sowohl durch etablierte Anbieter wie Hitachi, HP, IBM und NetApp als auch durch neue Marktteilnehmer.
 

VIRTUALISIERUNG

VMware hat eine starke Position auf dem Markt für Server-Virtualisierungssoftware. Dennoch gelangte die Kommission anhand der verfügbaren Informationen zu dem Schluss, dass das durch den Zusammenschluss gebildete Unternehmen weder die Möglichkeit noch den Anreiz hätte, Wettbewerber auszuschließen, da:

  • die Produkte von VMware zunehmend im Wettbewerb mit den Produkten anderer Anbieter von Server-Virtualisierungssoftware wie Citrix, Microsoft und Red Hat und in geringerem Maße auch mit neuen Technologien stehen;
  • die Kunden Server-Virtualisierungssoftware in der Regel von mehreren Anbietern beziehen;
  • VMware eine hardware- und software-neutrale Geschäftsstrategie verfolgt und mit einer großen Zahl von Anbietern zusammenarbeitet und
  • Dell auf dem Servermarkt starke Wettbewerber hat, die weiterhin ihre Produkte anbieten werden, entweder in Partnerschaft mit VMware oder mit Drittanbietern von Virtualisierungssoftware.


Die Kommission kam ferner zu dem Schluss, dass die Zusammenführung der externen Speichersysteme für Unternehmen von Dell und EMC sowie der Speicher-Virtualisierungssoftware von VMware keine nachteiligen Auswirkungen auf den Wettbewerb hätte, da mehrere Alternativen zur Software von VMware existieren.

Abschließend prüfte die Kommission, ob das neue Unternehmen Wettbewerber vom Zugang zu Virtualisierungssoftware ausschließen könnte, die für konvergente und hyperkonvergente Infrastruktursysteme (CI- und HCI-Systeme) verwendet wird. Nach Auffassung der Kommission ist die Übernahme in diesem Punkt unbedenklich, da Wettbewerber des neu aufgestellten Unternehmens in der Lage wären, diese Systeme in Partnerschaft mit anderen Anbietern von Virtualisierungssoftware als VMware anzubieten.

Die Kommission arbeitete den Angaben zufolge bei ihrer Untersuchung eng mit der Wettbewerbsbehörde der USA (Federal Trade Commission) zusammen. (rnf)

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