Studie: Rund 7,5 Arbeitsplätze pro Startup in Österreich Studie: Rund 7,5 Arbeitsplätze pro Startup in Österreich - Computerwelt

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07.03.2016 Rudolf Felser/pi

Studie: Rund 7,5 Arbeitsplätze pro Startup in Österreich

Am WU Gründungszentrum wurde die österreichische Startup-Landschaft im Rahmen einer internationalen Vergleichsstudie unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zeigen, dass Startups nicht nur international mit innovativen Ideen glänzen, sondern auch wichtige Arbeitsplätze schaffen. Durchschnittlich 7,5 Personen arbeiten nach 2,19 Jahren in den Jungunternehmen.

Die österreichische Gründerszene zeichnet sich durch ein hohes Maß an internationaler Diversität aus.

Die österreichische Gründerszene zeichnet sich durch ein hohes Maß an internationaler Diversität aus.

© raxpixel - Fotolia.com

Der Bundesverband Deutsche Startups e.V. startete 2015 erstmals in Europa die Initiative "European Startup Monitor", die mittels repräsentativer Untersuchungen einen Überblick über die Startup-Landschaft in Europa gibt. Es wurden über 2.300 Startups befragt, die zusammen mehr als 31.000 Arbeitnehmern aus den europäischen Ländern und Israel repräsentieren. In jedem Land wurden hierfür akademische Forschungspartner eingesetzt.

Für Österreich analysierte das WU Gründungszentrum unter der Leitung von Rudolf Dömötör und Lisa-Marie Fassl die österreichische Startup-Landschaft im Jahr 2015 (hier als PDF). "Mit dem European Startup Monitor verfügen wir nun über belastbares Zahlenmaterial über die österreichische Gründer/innenszene. Die Daten verdeutlichen nicht nur die steigende Bedeutung dieser Unternehmen als Job- und Innovationsmotor, sondern helfen auch dabei, die Besonderheiten und Bedürfnisse von Startups besser zu verstehen", so Rudolf Dömötör, Direktor des WU Gründungszentrums.

Die Ergebnisse zeichnen ein genaues Profil der Gründer und geben umfassend Auskunft über die häufigsten Business-Modelle, Finanzierungen und die Personalstrukturen ihrer jungen Unternehmen. Ins Auge sticht dabei insbesondere die hohe Zahl an neu geschaffenen Arbeitsplätzen - binnen 2,2 Jahren (durchschnittliches Alter der Startups im Jahr 2015) schafft jedes dieser Unternehmen rund 7,5 Arbeitsplätze. Beinahe alle Entrepreneure gaben an, in den nächsten zwölf Monaten die Zahl der Mitarbeiter weiterhin um durchschnittlich 5,5 Personen erhöhen zu wollen. Die meisten Startups in Österreich befinden sich in Wien, rund zwei Drittel der Jungunternehmen haben ihren Sitz in der Bundeshauptstadt.

IKT UND LIFE SCIENCES

Beinahe die Hälfte der untersuchten Startups in Österreich sind im Bereich Digital Industry (44 Prozent) angesiedelt, sie bieten vorwiegend Service-Software, IT & Software Entwicklung und E-Commerce. Zwanzig Prozent widmen sich Herausforderungen im Sektor Life Sciences. Rund die Hälfte aller Startups in Österreich glänzen mit Weltneuheiten am Markt, 19,3 Prozent geben an, mit ihren Produkten einzigartig in Europa zu sein. Zahlreiche Studierende schnuppern bereits während Auslandsaufenthalten und in Teilzeitjob Startup-Luft und holen sich so Motivation und Inspiration für ihre eigenen Unternehmen.

GLOBALES TEAMWORK

Nur 15,5 Prozent aller Gründer sind weiblich, die Zahl ist in den vergangenen Jahren nach wie vor nur geringfügig gestiegen und ist dennoch leicht höher als im Nachbarland Deutschland. Auffällig ist auch, dass Gründerinnen bereits mit durchschnittlich 27,5 Jahren gründen, während ihre männlichen Kollegen zum Zeitpunkt der Gründung 31,9 Jahre alt sind.

Einig ist man sich darüber, dass die meisten gerne ihr erstes eigenes Unternehmen im Team mit mindestens einer zweiten Person starten möchten. Die österreichische Gründerszene zeichnet sich durch ein hohes Maß an internationaler Diversität aus: ein Fünftel der Gründer sind nicht österreichische Staatsbürger. Dieser Wert ist beinahe doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Spannend ist auch, dass rund 39 Prozent der Startups ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit anbieten, immerhin 44 Prozent in ganz Europa. Nur 23 Prozent bleiben bis dato mit ihrem Angebot am nationalen Markt.

EIGENKAPITAL

Für ihren ersten Schritt ins Unternehmertum nutzen die Entrepreneure zu rund 90 Prozent ihr eigenes Erspartes, die zweite wichtige Geldquelle sind für die Hälfte der Unternehmen staatliche Förderungen. Aber auch Familie und der Freundeskreis stehen rund einem Viertel der Befragten finanziell unterstützend zur Seite (24,8 Prozent). Auch Bootstrapping (24,8 Prozent) und die Finanzierung durch Business Angels (23,9 Prozent) sind beliebte Modelle. (pi)

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