Intel verabschiedet sich aus dem Mobile-Geschäft Intel verabschiedet sich aus dem Mobile-Geschäft - Computerwelt

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02.05.2016 Manfred Bremmer*

Intel verabschiedet sich aus dem Mobile-Geschäft

Nach den jahrelangen vergeblichen Bemühungen, einen Fuß in das Geschäft mit Prozessoren für Smartphones und preisgünstige Tablets zu bekommen, zieht Intel nun bei seiner Atom-Smartphone-Reihe den Stecker. Damit ist auch das Schicksal des fast schon sagenumwobenen Surface Phone mit x86-Chipsatz ungewiss.

Intel zieht bei seiner Atom-Smartphone-Reihe den Stecker.

Intel zieht bei seiner Atom-Smartphone-Reihe den Stecker.

© Intel

Einen ersten Hinweis zu Intels Ausstieg aus dem Geschäft mit Smartphone-SoCs hatte der Analyst Patrick Moorhead bereits in einem Forbes-Beitrag zur neuen Strategie des Chipherstellers geliefert. Wenig später bestätigte Intel dann offiziell, dass die laufende Entwicklung an zwei Projekten für Smartphone-SoCs, konkreter die fast fertige Broxton-Plattform sowie neue Versionen der Atom-3-Reihe (Codename SoFIA 3GX, SoFIA LTE und SoFIA LTE2) eingestellt wird.

Broxton war die geplante nächste Generation der Intel-SoCs für Mobilgeräte und sollte mit den im 14-Nanometer-Verfahren gefertigten Atom-Rechenkernen (Goldmont) bestückt sein, die auch auf der Apollo-Lake-Plattform für Netbooks und Einsteiger-PCs zum Einsatz kommen. SoFIA-SoCs mit integriertem Modem (3G, LTE) sollten wiederum in Einsteiger-Smartphones und -Tablets arbeiten. Die beiden Plattformen sollten die komplette Bandbreite von günstigen Einsteiger- bis hin zu High-End-Smartphones abdecken, wobei von dem Aus für die Broxton-Plattform ausdrücklich auch Tablets betroffen sind.

Die ursprünglich für Broxton- und SoFIA-Chips bereitgestellten Ressourcen würden verlagert zu "Produkten, die höhere Erträge liefern und unsere Strategie vorantreiben", erklärte eine Sprecherin von Intel in einer E-Mail.

Die Maßnahmen sind Teil einer vor knapp zwei Wochen von Intel-Chef Brian Krzanich angekündigten Strategieänderung, der 12.000 Stellen oder elf Prozent der Belegschaft zum Opfer fallen sollen. Ziel ist es, sich aus der Abhängigkeit vom schrumpfenden PC-Geschäft zu lösen und stärker auf Chips für Rechenzentren und Cloud-Computing sowie die Vernetzung von Alltagstechnik und Maschinen im Internet der Dinge setzen.

WAS WIRD AUS DEM SURFACE PHONE?

Für Marktbeobachter kommt der Schritt alles andere als überraschend, hatte doch Intel - nicht zuletzt wegen seines späten Einstiegs und der Dominanz von ARM - über Jahre hinweg für seine mobilen Atom-SoCs kaum Abnehmer gefunden. (Mehr oder weniger) rühmliche Ausnahmen sind Samsung mit seinem Galaxy Tab 3 (Intel Atom Z2560 - "Clover Trail+") oder Asus mit dem Zenfone 2 (Intel Atom Z3580 - "Moorefield").

Mit dem Ausstieg von Intel stellt sich die berechtigte Frage, ob damit auch Microsofts (Anwenders?) Traum von einem Windows-Smartphone mit x86-Prozessor, das ominöse Surface Phone, ausgeträumt ist. Erst kürzlich hatte bereits Terry Myerson, Chef der Windows- und Devices-Gruppe bei Microsoft, in einer internen E-Mail entsprechende Andeutungen gemacht, als er sich zu "Windows10 auf mobilen Geräten mit kleinen Bildschirmen und ARM-Prozessoren" bekannte.

Sollte Microsoft dennoch Ambitionen haben, ein Smartphone auf den Markt zu bringen, das neben Windows-10-Apps auch klassische Windows-Programme ausführt, bleiben dem Softwareriesen einige wenn auch nicht allzu attraktive Optionen. So könnte das Unternehmen möglicherweise auf Chipsets der Apollo-Lake-Plattform zurückgreifen. Diese sind zwar nicht für Smartphones, sondern Einsteiger-PCs gedacht, sind aber wie die bestehenden Atom-Chips ("Cherry Trail") im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt. Möglicherweise könnte man auch den im Surface 3 genutzten Atom X7-Z8700, der mit nur zwei Watt Leistung angegeben ist, in ein Smartphone mit Windows 10 Mobile zwängen.

* Manfred Bremmer ist Redakteur der Computerwoche.

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