30 Jahre COMPUTERWELT: Staatssekretär Harald Mahrer, BMWFW 30 Jahre COMPUTERWELT: Staatssekretär Harald Mahrer, BMWFW - Computerwelt

Computerwelt: Aktuelle IT-News Österreich


30 Jahre COMPUTERWELT: Staatssekretär Harald Mahrer, BMWFW

Harald Mahrer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, im Kurz-Interview über die letzten 30 Jahre IT- und COMPUTERWELT-Geschichte.

Staatssekretär Harald Mahrer, BMWFW

Staatssekretär Harald Mahrer, BMWFW

© BMWFW

Am 14. Mai 1986 wurde die COMPUTERWELT gegründet. Anlässlich des runden Geburstages unserer Printausgabe haben wir 150 heimische Anbieter und Interessensvertreter zu den größten Errungenschaften der IT für das Geschäftsleben in den letzten 30 Jahren befragt. In unserem Sonderheft haben wir ihre Antworten kurz zusammengefasst, auf computerwelt.at finden Sie alle Statements in voller Länge, die wir in den nächsten Wochen nach und nach veröffentlichen werden. Schauen Sie also mit uns zurück auf 30 Jahre Informationstechnologie.

Wie hat sich IT und Telekommunikation in den letzten 30 Jahren entwickelt und was waren für Sie Highlights in der Entwicklung?

Wir leben in einer Umbruchszeit, wie wir sie als Gesellschaft lange nicht mehr erlebt haben. Bis vor kurzem war der Buchdruck die größte disruptive Erfindung der Menschheit. Die wird nun hunderte Jahre später von der Digitalisierung abgelöst. Das Internet ist ohne Zweifel die wichtigste Innovation und das absolute Highlight. Es hat unsere Welt dramatisch verändert. Die Art und Weise wie wir heute miteinander kommunizieren ist völlig anders, als noch vor ein paar Jahren. Heute trägt fast jeder ein Superhirn namens Smartphone in der Hosentasche mit sich mit. Wir können alle Informationen die wir brauchen immer und überall abrufen. Vor 20 Jahren hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, dass das jemals möglich sein wird. Die IT und Telekommunikationsbranche hat diesen Wandel natürlich massiv mitgestaltet. Mit allen Höhen und Tiefen die dazu gehören. Denken Sie nur an die Dotcom-Blase. Das war sicherlich keine leichte Zeit für die Branche. Aber Österreich ist hier top aufgestellt. Unsere IKT-Betriebe sind extrem innovativ und flexibel genug, sich den Veränderungen, die sich in der Branche ja fast tagtäglich ergeben, anzupassen oder sogar noch einen Schritt voraus zu sein.

Welcher aktuelle Trend hat aus Ihrer Sicht das größte Potential, die IT-Branche, aber auch die Wirtschaft in den kommenden Jahren nachhaltig zu beeinflussen und warum?

Ein zentraler Trend ist sicherlich das langsam erwachsen werdende Internet der Dinge, dass in der produzierenden Industrie schon Einzug gefunden hat - mehrheitlich in unterstützenden Geschäftsprozessen. Das bedeutet, dass Unternehmen Zahlen, Daten, Fakten über ihre Produktion und deren Abläufe elektronisch erfassen und selbst optimieren können. Das ist der Anfang. Mittlerweile können auch Maschinen mit Maschinen elektronisch kommunizieren und zwar über die unternehmerischen Grenzen hinweg. Produktindividualisierung wird dadurch in Summe noch einfacher. Denken Sie zum Beispiel an den Computerkauf. Der Trend zur Fertigung von individuell konfigurierten Produkten – Stichwort Losgröße 1 – ist ungebrochen. Die Anforderungen der Konsumenten werden immer individueller. Sie wollen das Aussehen, die Haptik, die Produkteigenschaften durch persönliche Details mitgestalten, quasi Teil des Schaffungsprozesses werden. Das führt zu drastischen Veränderungen in den Wertschöpfungsketten und bei Geschäftsmodellen. Genau darin liegt meiner Meinung nach die große Chance und das Potenzial für die IT-Branche. Aber auch das Thema Datensicherheit und Schutz der persönlichen Identität wird im Digitalisierungszeitalter immer wichtiger. Das ist nicht nur ein enormer Wachstumsmarkt sondern auch ein zentrales Grundrechtsthema. Die Frage ist, ob es ein Grundrecht auf Datensouveränität gibt. Ich will nicht, dass Schindluder mit meinen Daten betrieben wird, auch wenn ich ein großer Fan der Digitalisierung bin. Da fehlen noch die großen Lösungen. Datensicherheit und Cybersecurity werden daher noch mehr boomen. Da sind viele österreichische Firmen top – ein gutes Beispiel, wie neue Jobs entstehen.

Welche Bedeutung hat die heimische IT-Branche aus Ihrer Sicht und wie wollen Sie IKT und Innovation in Österreich vorantreiben?

Der heimische IT-Markt ist 6,7 Milliarden schwer. Für heuer wird ein Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert. Das ist mehr als doppelt so viel wie für die gesamte österreichische Wirtschaft erwartet wird. Wenn wir in allen Bereichen so wachsen würden, hätten wir ein paar Sorgen weniger und etliche Jobs mehr im Land. Der Beitrag der IKT-Branche ist unverzichtbar. Sie ist extrem dynamisch und ein echter Turboboost für den Standort. Damit der rasant wachsende Digitalsektor aber weiter aufblühen kann, braucht es eine ganzheitliche, weitreichende Strategie. Die Bundesregierung hat dazu das Projekt "Digital Roadmap" gestartet. Wenn man bedenkt, dass in Zukunft alles mit allem über das Internet vernetzt sein wird, ist dieser Schritt nicht die Kür sondern Pflicht. Die Strategie ist eine Art Zukunftsfundament, die wir nicht im Elfenbeinturm erfunden sondern gemeinsam mit zig Usern in einem offenen Beteiligungsprozess gerade erarbeiten. Mithilfe dieses digitalen Plans bündeln wir zielgerichtet Maßnahmen, die die digitale Kluft verringern, Standortvorteile für unsere Unternehmer generieren, Jobs schaffen und die Gesellschaft voranbringen wird.


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