"Der beste Unternehmensberater sind die Kunden" "Der beste Unternehmensberater sind die Kunden" - Computerwelt

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04.07.2016 Rudolf Felser

"Der beste Unternehmensberater sind die Kunden"

Roland Beranek ist Leiter der BMD Aus- und Weiterbildungsakademie, die 2016 ihr erstes Viertel-Jahrhundert voll hat. Im Interview mit computerwelt.at spricht er über die Entwicklung der Akademie in den letzten 25 Jahren.

Roland Beranek

Roland Beranek, Leiter der BMD Aus- und Weiterbildungsakademie

© BMD

Die seit 1972 bestehende BMD Software GmbH, mit Sitz in Steyr, ist mit 27.000 Kunden und einem Umsatz von 40,3 Mio. Euro einer der führenden Softwareanbieter im betriebswirtschaftlichen Bereich in Österreich. Seit 1991 – also seit runden 25 Jahren – bietet die zum Unternehmen gehörende BMD Aus- und Weiterbildungsakademie passende Kurse an. "Mittlerweile umfasst das Leistungsspektrum der rein privatwirtschaftlich organisierten Akademie rund 1.100 Seminare und Webinare pro Jahr, die von 40 zertifizierten Trainern und Trainerinnen gehalten werden. Insgesamt 10.000 Seminargäste nutzten 2015 das Angebot von BMD", erklärt Roland Beranek, Leiter der BMD Akademie. Der Unterricht findet an sieben Seminarstandorten in ganz Österreich mit insgesamt elf Seminarräumen und einem Webinarraum statt.

"Viele verstehen etwas unter, aber nur wenige von der IT", so Beranek weiter, der ergänzt: "Wie viele User gibt es heute, die Word und Excel wirklich produktiv einsetzen? Gerade deshalb ist die Weiterbildung in IT so wichtig, und nicht nur fachliche Weiterbildung. Wir setzen deshalb auf kombinierte Ausbildungen mit fachlicher und softwaretechnischer Natur."

Wie er im Gespräch mit computerwelt.at erläutert, sieht Beranek die IT-Kompetenz als eine wesentliche Säule, beinahe ungeachtet des Berufsfeldes: "Man braucht heute in einem Job, der mit IT zu tun hat – auch als Steuerberater oder Unternehmer – in Wirklichkeit drei Kompetenzen:  Fachkompetenz,  soziale Kompetenz und als wesentliche Säule IT-Kompetenz. Die gleiche Zeit, die in fachliche Weiterbildung investiert wird, muss auch in die IT-Kompetenz investiert werden." Im Interview spricht er als "Mitarbeiter der ersten Stunde" über die Entwicklung der BMD-Akademie in den letzten 25 Jahren.

Wie hat vor 25 Jahren alles angefangen?

Ich war der erste Mitarbeiter in der Schulungs-Abteilung, bin von Montag bis Freitag zu unseren Kunden gefahren und habe ihnen immer das Gleiche erzählt. Dann habe ich mir gedacht: Warum laden wir die Kunden nicht zu uns ein? Das erste Seminar haben wir in einem Hotel in Steyr abgehalten, damals war ich ungefähr 20 oder 21 Jahre alt.

Wie hat sich das über die Jahre entwickelt?

2002 haben wir dann begonnen, kombinierte Seminare mit Experten aus der Finanzverwaltung anzubieten – mit Großbetriebsprüfern, Betriebsprüfern, Experten der Sozialversicherung und aus Fachhochschulen. Programm- und Fachanteil sind jeweils 50 Prozent, beispielsweise bei unserem BMD Controller Diplom oder dem Lehrgang zum Personalverrechner. Alles, was die Experten in der Theorie lehren, setzen unsere Trainer dann sofort in der Software um.

Was bieten Sie den Teilnehmern Ihrer Kurse sonst noch?

Wir bieten zum Beispiel die BMD-Akademie-Garantie: Wenn der Teilnehmer seiner Meinung nach nicht von dem Kurs profitiert hat, kann er ihn kostenlos wiederholen. Wenn ihm der Kurs prinzipiell nicht gefällt, kann er auch am ersten Tag gehen und es entstehen ihm keine Kosten. Also null Risiko für die Teilnehmer. Die Kurse werden außerdem auch steuerlich und zum Beispiel vom Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds gefördert
Was jetzt der Renner ist, das sind Webinare – Zeit ist Geld. Für manche kurze und prägnante Themen zahlt sich ein Seminarbesuch einfach nicht aus. Meistens geht es dabei um BMD-Software oder zum Beispiel Änderungen bei der Lohnverrechnung. Derzeit sind die Webinare live, ab Herbst bieten wir auf unsere Homepage aber auch Video on Demand an.

Die BMD Akademie gehört ja zum BMD Systemhaus. Bieten Sie nur Kurse für die hauseigene Software an?

Jein. Wir öffnen die Akademie nicht nur für BMD-Kunden, sondern auch für Teilnehmer außerhalb unseres Kundenstamms – zum Beispiel für Um- und Quereinsteiger. Wir hatten kürzlich zum Beispiel auch ein Seminar mit Wilfried Lehner, dem Leiter der Finanzpolizei Österreich. Da ging es um das Thema " Hilfe, die Finanzpolizei kommt – wie verhalte ich mich als Kunde und Steuerberater", und nicht um unsere Software. Oder unser Seminar über die Registrierkassenpflicht. Da waren auch Kassenhersteller und Steuerberater von anderen Softwareherstellern da. Aber 95 Prozent der Kurse haben zumindest zu einem kleinen Teil mit BMD-Software zu tun.

Halten Sie an diesem Konzept fest?

Es soll weiter in diese Richtung gehen. Wir wollen, dass jeder Interessent, der in die Akademie kommt, ein "Wiederholungstäter" wird – durch die Fachkompetenz, IT-Kompetenz und Begeisterung, die wir vermitteln. Jeder Akademiegast, der uns besucht, soll am Abend zu Hause über uns reden.

Wie sehen Sie das? Sind die Schulungen Grundstein des Erfolges der Software oder umgekehrt? Ist das nicht ein bisschen wie das Henne-Ei-Problem?

Es ist eine Mischung. Wobei man sagen muss: Die Wertschöpfungskette bei uns beginnt mit der Software. Die ist seit 44 Jahren auf dem Markt. Wir stehen mit der Akademie sicher am Ende der "Nahrungskette". Aber es ist ein wesentlicher Faktor, den Kunden die Chance zu geben die Software zu hundert Prozent zu nutzen. Die Akademie bringt sicher auch ein gutes Image. Wir werden vom Mitbewerb beobachtet, auch von Kunden die nicht BMD-Software verwenden. Aber die Software ist sicher der Motor der BMD.

25 Jahre sind ein langer Zeitraum. Hätten Sie damals damit gerechnet, dass es Sie 2016 noch gibt?

Ja. Das muss ich eindeutig mit "Ja" beantworten. Wir haben bei BMD alle gelernt, dass wir ein Ziel langfristig verfolgen. Schon mit den ersten Seminaren hat die Erfolgsstory begonnen. Wenn Sie zum ersten Mal ein Seminar ausschreiben, und das ist ausgebucht, dann wissen Sie, was Sache ist.
Man muss sich aber ständig verändern und weiterentwickeln. Ich halte mir immer zwei Dinge vor Augen. Das eine ist: "Warum machen wir das so?" Da gibt es nur eine Antwort die nicht gilt, nämlich: "Weil wir es immer schon so gemacht haben." Das zweite ist: "Der beste Unternehmensberater dieser Welt sind die Kunden." Man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen und auf den Kunden hören – das ist das Entscheidende. (rnf)

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