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13.07.2016 pte

In-Game-Käufe: Mengenrabatte bringen kaum Profit

Mengenrabatte auf virtuelle Güter in Games mehren den Profit nicht. Das hat ein Test von Ökonomen der University of Chicago in Zusammenarbeit mit King Digital Entertainment ergeben. Die Forscher haben dabei über drei Monate das Kaufverhalten von mehr als 14 Mio. Spielern des Spiels "Candy Crush Saga" bei unterschiedlichen Aktionen erfasst. Mengenrabatte bringen demnach keine zusätzlichen zahlenden Kunden, auch die Gesamteinnahmen blieben unverändert.

Candy Crush Saga

Umsatzbringer Candy Crush Saga

© King Digital Entertainment

Free-to-Play-Spiele, die ihr Geld mit In-Game-Käufen machen, boomen unter anderem auf Smartphones. Mit Spielen wie der Candy-Crush-Reihe ist King eine Branchengröße, für deren Übernahme Activion Blizzard im Februar 5,9 Mrd. Dollar hingeblättert hat. Partnerschaften solcher Unternehmen mit Forschern versprechen wertvolle Einsichten in das Geschäftsmodell, so Steven Levitt, Wirtschaftsprofessor an der UChicago. Denn die Unternehmen selbst testen meist nur kleine Veränderungen der Preispolitik. "Dieses Projekt war ein Beispiel dafür, eine viel radikalere Strategieanpassung mit experimentellen Methoden zu testen."

King bietet traditionell selbst bei großen In-Game-Käufen nur geringe Rabatte. Im Rahmen des dreimonatigen Experiments haben bestimmte Nutzergruppen in Candy Crush Saga verschiedene, höhere Rabatte erhalten - im Extremfall über 75 Prozent auf wirklich große Mengen jener "Goldbarren", mit denen Spieler in Candy Crush Saga schneller vorankommen können. Dabei hat sich gezeigt, dass auch richtig hohe Mengenrabatte praktisch keinen Einfluss darauf hatten, welcher Anteil der Spielerbasis tatsächlich Käufe tätigt. Die Ergebnisse legen sogar nahe, dass hohe Mengenrabatte auf Großeinkäufe einige potenzielle Kleinkäufer abgeschreckt haben.

Davon abgesehen haben sich große Mengenrabatte im Experiment effektiv als Nullsummenspiel erwiesen. Denn Spieler, die gelegentlich kleine Käufe machen, haben bei großen Rabatten richtig zugeschlagen und daher mehr ausgegeben als üblich. Gamer, die ohnehin viel investieren, haben dagegen sogar weniger Geld lockergemacht als sonst. Unter dem Strich blieben die Einnahmen praktisch gleich. Den Forschern zufolge stellen diese Ergebnisse die klassische theoretische Annahme, dass Mengenrabatte die Profitabilität von Unternehmen steigern, infrage. (pte)

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