Digitalisierung mit mobilen Apps: Swarovski setzt auf SAP HANA Cloud Platform Digitalisierung mit mobilen Apps: Swarovski setzt auf SAP HANA Cloud Platform - Computerwelt

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11.01.2017 Andreas Schaffry *

Digitalisierung mit mobilen Apps: Swarovski setzt auf SAP HANA Cloud Platform

Für die Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung mobiler Apps, die auf Daten aus SAP-Software wie SAP ERP zugreifen, setzt Swarovski in Zukunft auf SAP HANA Cloud Platform. Dies ist einer der Schritte, die der Kristallkonzern im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie setzt.

Mit der Crystal Collection App lässt sich bei B2B-Kunden vor Ort das gesamte Sortiment von 40.000 Kristallkomponenten präsentieren. Die Kunden- und Materialstammdaten stammen aus SAP ERP und werden nahezu in Echtzeit in einer SAP-HANA-Datenbank in der Cloud repliziert und gespeichert.

Mit der Crystal Collection App lässt sich bei B2B-Kunden vor Ort das gesamte Sortiment von 40.000 Kristallkomponenten präsentieren. Die Kunden- und Materialstammdaten stammen aus SAP ERP und werden nahezu in Echtzeit in einer SAP-HANA-Datenbank in der Cloud repliziert und gespeichert.

© Swarovski

"Mit der Crystal Collection App kann ein Swarovski Vertriebsrepräsentant beim B2B-Kunden vor Ort das gesamte Sortiment von 40.000 Kristallkomponenten per Fingerstreich auf einem Tablet präsentieren: online wie offline, originalgetreu, in 3-D und mit allen Produktdaten", sagt Rolf Sint, Domain Architect Product Management bei Swarovski. Die native App, die unter anderem auf Daten aus dem unternehmenseigenen SAP-ERP-System zugreift, wird auf die Platform-as-a-Service-Umgebung (PaaS) SAP HANA Cloud Platform migriert. Die Umstellung soll bis Anfang 2017 abgeschlossen sein. Sie war nötig geworden, um die Crystal Collection App auf einer zukunftsfähigen und investitionssicheren Plattform zu betreiben und weiter zu optimieren. Nach intensiver Prüfung mehrerer Alternativen hatte sich das Unternehmen für den Wechsel auf SAP HANA Cloud Platform entschieden, die sich vor allem aus strategischen Gründen als am besten geeignet erwies.

Digitalisierung mit mobilen Apps
Die PaaS-Plattform bildet einen wichtigen Bestandteil in der Digitalisierungsstrategie des Kristallkonzerns - 2015 erzielte Swarovski mit rund 26.000 Beschäftigten einen Umsatz von knapp 2,6 Milliarden Euro -, die auch den Ausbau mobiler Prozesse vorsieht. Um für die Anforderungen der Digitalisierung - Stichworte Industrie 4.0, Big Data - gerüstet zu sein, werden die SAP-Anwendungen, SAP ERP, SAP CRM, SAP Business Warehouse (SAP BW) und die SAP Hybris Commerce Suite, auf SAP HANA portiert. In enger Zusammenarbeit mit SAP hat die Corporate IT darüber hinaus auch einen Proof-of-Concept (POC) für SAP S/4HANA Finance realisiert.

In Zukunft wird jede mobile App, die mit Daten aus dem SAP-Back-End arbeitet, auf Basis von SAP HANA Cloud Platform erstellt. Dank des hohen Integrationsgrades dieser PaaS-Plattform mit den On-Premise betriebenen SAP-Lösungen kann Swarovski das Beste aus zwei Welten verbinden: die strukturierte und sichere Arbeitsumgebung von SAP-Software mit der Agilität, Flexibilität und Skalierbarkeit der Cloud in Bezug auf Erstellung, Betrieb und Verwaltung mobiler Apps.

Apps "on the fly" und einheitlich entwickeln
"Der Aufbau einer eigenen Infrastruktur für die Mobilanwendungen und ihr Support erübrigen sich damit", so Stefan Hollaus, Expert SAP License and Technology bei Swarovski. Neben der nötigen Infrastruktur stellen die Mobile Services auch Services für Integration und Authentifizierung zur Verfügung, außerdem SAPUI als Standard für Oberflächen und Funktionen für die zentrale Zuweisung und Verwaltung von Zugriffsrechten.

Damit und dank dem Einsatz agiler Methoden lässt sich der Prototyp einer Mobilanwendung mit wenig Aufwand quasi "on the fly" erstellen und ausführlich testen, sodass das Projektrisiko auf ein Minimum reduziert wird. Da sich im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung der Zyklus, in dem neue Apps für immer neue Anforderungen zu erstellen sind, deutlich verkürzt, ist dies ein durchaus wettbewerbsrelevanter Aspekt.

SAP HANA Cloud Platform trägt dazu bei, die Entwicklung mobiler Apps zu standardisieren, egal für welche Anwendungsfälle sie gedacht sind. Das erleichtert die Zusammenarbeit mit Agenturen oder IT-Dienstleistern. In der PaaS-Plattform wird jede App, egal ob sie für den Anwender im Fachbereich oder einen B2C- oder B2B-Kunden gedacht ist, zudem zentral und übersichtlich verwaltet. Die Corporate IT kann also jederzeit nachvollziehen, welche Apps und welche Daten in welchem Umfang und für welche Zwecke genutzt werden.

Replikation von Daten in die Cloud
Durch den Betrieb in der Cloud sind die mobilen Apps strikt von den On-Premise installierten SAP-Anwendungen getrennt. Welche Vorzüge das hat, zeigt das Beispiel der Crystal Collection App, die Daten aus verschiedenen Back-End-Systemen benötigt. Die Kunden- und Materialstammdaten sowie Informationen aus dem Produktkatalog stammen aus SAP ERP und werden via SAP Landscape Transformation Replication Server (SLT) nahezu in Echtzeit in einer SAP-HANA-Datenbank in der Cloud repliziert und gespeichert. Auch Produktdaten aus einem Content Management System (CMS) sowie Medien- und Bilddaten aus einem Media-Asset-Management-System (MAM) sollen mit diesem Replikationstool übertragen werden.

Die ERP-, Produkt-, Bild- und Mediendaten werden durch die Replikation in eine SAP-HANA-Datenbank in der Cloud von der jeweiligen Anwendung entkoppelt. Dadurch verbessert sich die Performance der Back-End-Systeme, denn alle Abfragen oder Transaktionen werden nun ausschließlich in SAP HANA Cloud Platform verarbeitet. Selbst wenn sehr viele Daten auf einmal zu verarbeiten sind, wäre das kein Problem, denn die Rechenleistung lässt sich beliebig skalieren. Auch der Rollout mobiler Apps in die Ländergesellschaften lässt sich schnell und mit geringem Aufwand abwickeln, da alle Daten zu allen Produkten in der Cloud rund um die Uhr und überall zur Verfügung stehen. Patches, die Apple oder Google für ihr mobiles Betriebssystem immer wieder bereitstellen, werden automatisch eingespielt - auch dies eine deutliche Entlastung der Corporate IT.

Interne Auftraggeber überzeugen
Mit SAP HANA Cloud Platform geht Swarovski den Weg zum digitalen Unternehmen konsequent weiter. Um interne Auftraggeber in den Fachabteilungen von der PaaS-Lösung zu überzeugen, erstellte die Corporate IT den Proof-of-Concept (POC) für eine hybride "Loyality App" für B2C-Kunden. Sie zeigt dem B2C-Kunden alle Details seiner Kaufhistorie, liefert Geoinformationen zu Shops und listet seine Gutscheine inklusive QR-Code auf. Persönliche Daten wie Name, Adresse oder Bankverbindung kann der Kunde in eigener Regie ändern. Dieser Prototyp demonstriert anschaulich und praxisnah die Vorzüge und Möglichkeiten einer agilen App-Entwicklung auf Basis von SAP HANA Cloud Platform. Und das mit Erfolg: "Wir erhalten inzwischen häufig Anfragen aus den Fachbereichen und setzen erste Projekte bereits um."

Auf einen Blick

  • Unternehmen: Swarovski
  • Branche: Konsumgüter für B2B- und B2C-Kunden
  • Ziel/Art des Projekts: Migration der Crystal Collection App auf SAP HANA Cloud Platform bis Anfang 2017
  • Lösungen: SAP HANA Cloud Platform Mobile Service for Development and Operations als Mobile-App-Plattform
  • Implementierungspartner: Corporate IT, SAP
  • Bisherige Systemumgebung: SAP Mobile Platform
  • Neue Systemumgebung: SAP HANA Cloud Platform als Platform-as-a-Service-Umgebung für mobile Apps mit Anbindung an das SAP-Back-End, SAP HANA, SAP S/4HANA Finance
  • Einordnung in digitale Transformation: Projekt ist Teil der Digitalisierungsstrategie von Swarovski; mobile Apps, die Daten aus SAP-Software benötigen, sollen in Zukunft ausschließlich auf SAP HANA Cloud Platform entwickelt, bereitgestellt und verwaltet werden.


* Andreas Schaffry schreibt für Computerwoche und CIO.de.

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