Rückblick 2017: Jobwunder und Bitcoin-Hype Rückblick 2017: Jobwunder und Bitcoin-Hype - Computerwelt

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03.01.2018 pte

Rückblick 2017: Jobwunder und Bitcoin-Hype

Der Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 2017 hinterlässt trotz einiger negativer Ausreißer einen durchwegs positiven Eindruck.

E-Commerce und China zeigen Stärke und der Hype um Bitcoins waren prägend für das Wirtschaftsjahr 2017.

E-Commerce und China zeigen Stärke und der Hype um Bitcoins waren prägend für das Wirtschaftsjahr 2017.

© flickr.com/Vitalij Fleganov

Verantwortlich hierfür war vor allem eine allgemein gute Wirtschaftslage, die sich nicht nur durch ein Anziehen der Konjunktur, sondern auch in Form einer positiven Arbeitsmarktentwicklung bemerkbar machte. Einen rasanten Schub erlebten zudem digitale Währungen wie Bitcoin und Co. Ebenfalls Stärke zeigte der E-Commerce, der als Wachstumstreiber im Handel fungierte und die neue "Supermacht" China. Eher negativ fielen hingegen die Nachwehen des Brexit aus.

Gute Beschäftigungsquote
"Die aktuellen Konjunkturindikatoren zeichnen ein positives Bild", hieß es bereits Ende März in der Arbeitsmarktprognose 2017 des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). Diese erwartete für das laufende Jahr ein Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes um 1,4 Prozent. Positiver Nebeneffekt: Die Beschäftigungsquote sollte auf einen neuen Rekordwert klettern. So rechneten die IAB-Experten etwa damit, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland 2017 um rund 670.000 auf 44,26 Mio. ansteigen wird. Die Arbeitslosigkeit sollte demnach im Jahresdurchschnitt bei 2,53 Mio. Personen liegen. "Das sind rund 160.000 weniger als 2016 und markiert den tiefsten Stand nach 1990", so das IAB.

Bestätigt wurde diese optimistische Einschätzung dann im dritten Quartal durch das Statistische Bundesamt. Das hatte nämlich berechnet, dass in diesem Zeitraum knapp 44,5 Mio. Menschen mit Arbeitsort in Deutschland erwerbstätig gemeldet waren. Im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres bedeutet das ein Wachstum um 668.000 Personen oder 1,5 Prozent. Auch im ersten und zweiten Quartal 2017 hatten die Zuwachsraten im Vorjahresvergleich jeweils 1,5 Prozent betragen. Als Grund für den Aufschwung wurde von den Statistikern die "gute Konjunktur und allgemeine Wirtschaftslage" angeführt.

Hype um Bitcoins und Co
Für mehr Jobs sorgte 2017 auch ein noch recht neues Thema: der Hype um sogenannte digitale Kryptowährungen wie Bitcoins, Ethereum und ICOs. Derartige alternative Zahlungsmittel zählten im vergangenen Jahr zu den am schnellsten wachsenden Marktsegmenten überhaupt. Laut Analysen des US-Start-ups Angel List ist die Zahl entsprechender Jobs in diesem Bereich daher im Laufe des ersten Halbjahres 2017 um satte 100 Prozent angestiegen. Auch die Bezahlung in diesem Sektor sei viel besser als bei Nicht-Krypto-Jobs, betonen die Experten.

An den Handelsbörsen der digitalen Währungen konnte vor allem der Bitcoin ein atemberaubendes Wachstum aufs Parkett zaubern. Das seit 2009 in Umlauf befindliche Kryptogeld hatte schon Ende Februar erfolgreich die 1.200-Dollar-Marke geknackt. Bereits im Juni waren dann 3.000 Dollar in Sichtweite. Doch damit war der rasante Höhenflug noch lange nicht beendet: Ende November übersprang man die magische 10.000-Dollar-Marke, gleich darauf waren es 11.000 Dollar und im Dezember sogar 18.000 Dollar.

E-Commerce wächst weiter
Einen starken Aufwärtstrend konnte auch der E-Commerce verzeichnen. "Der Online-Handel bleibt Wachstumstreiber im deutschen Einzelhandel. Von Wachstumsgrenzen keine Spur", betonte Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland (HDE) Mitte Mai. Den eigenen Zahlen zufolge könnte der Umsatz im Internetgeschäft im Laufe des Jahres um rund zehn Prozent auf 48,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Das entspricht knapp zehn Prozent des Umsatzes im deutschen Einzelhandel, der 2017 laut HDE insgesamt 493 Mrd. Euro erwirtschaftete.

International gesehen sorgt der anhaltende Aufschwung im E-Commerce-Sektor auch dafür, dass Branchenvorreiter wie Amazon bereits ausgiebig damit zu liebäugeln begonnen haben, vollkommen neue Geschäftsfelder für sich zu erschließen. Ein Beispiel hierfür ist etwa der Einstieg in den Automobilsektor, der bei Autokäufern und -händlern aber eher skeptisch gesehen wird, oder die Übernahme der Bio-Supermarktkette Whole Foods.

China als "neue Supernation"
Trotz der gewagten Expansionsstrategie musste Amazon 2017 den Titel des "weltgrößten Online-Händlers" an den chinesischen Konkurrenten Alibaba abgeben. Dessen Marktwert überschritt nämlich mit 472,1 Mrd. Dollar (rund 399,8 Mrd. Euro) im Oktober erstmals knapp jenen des US-Unternehmens. In Bezug auf China setzen Finanzexperten aber auch auf den stationären Handel, wie der deutsche Versicherungsriese Allianz mit einem Investment von 635 Mio. Euro in einen Fonds für chinesische Luxus-Shopping-Zentren eindrucksvoll beweist. Das Unternehmen ist überzeugt, dass dieser Schritt vor dem Hintergrund einer wachsenden Mittelschicht in der Volksrepublik Wachstum verspricht.

Wachstum gab es auch bei den chinesischen Smartphone-Herstellern zu berichten. Diese haben laut "Digitimes Research" im vierten Quartal 2017 mehr als 99 Mio. Geräte an ihre Kunden ausgeliefert. Das entspricht einem Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem ohnehin starken abgelaufenen Jahresviertel. Aber auch ausländische Konzerne wie der japanische Autohersteller Honda profitieren von dem wirtschaftlichen Aufschwung der "neuen Supernation" und können ihre Gewinnprognosen dank höherer Umsätze im Nachbarland nach oben schrauben.

Brexit und seine Konsequenzen
Was China betrifft, so bietet auch der künftige EU-Austritt Großbritanniens eine Chance für europäischen Unternehmen. Das glauben zumindest 38 im Reich der Mitte tätige deutsche Manager, die von der Prüfungsgesellschaft PwC zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung für das vierte Quartal 2017 befragt wurden: 54 Prozent der interviewten Entscheidungsträger gehen davon aus, dass sich der Handel zwischen der EU und China dadurch intensivieren wird.

Für Großbritannien selbst könnte der Brexit im nächsten Jahr hingegen einen deutlichen wirtschaftlichen Dämpfer bedeuten. Negative Folgen könnten sich auch auf dem britischen Arbeitsmarkt zeigen. Deloitte etwa geht davon aus, dass innerhalb von fünf Jahren knapp die Hälfte der derzeit dort tätigen qualifizierten Arbeitskräfte aus der EU abgezogen wird. Vor allem namhafte Banken wie Citigroup, Goldman Sachs oder JP Morgan haben bereits angekündigt, Mitarbeiter noch vor dem Abschluss der Brexit-Verhandlungen in die Zentralen auf dem europäischen Festland zu versetzen.

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