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10.02.2012 apa/Rudolf Felser

Alcatel-Lucent schafft erstmals Jahresgewinn

Der französisch-amerikanische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent hat seine Profitabilität im Schlussquartal überraschend deutlich verbessert.

Trotz eines wie erwartet kräftigen Umsatzrückgangs erzielte das unter starkem Konkurrenzdruck leidende Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von 868 Mio. Euro und damit mehr als fünfmal so viel wie von Analysten geschätzt.

Auf Jahressicht schaffte das Unternehmen damit zum ersten Mal seit dem Zusammenschluss im Jahr 2006 einen Überschuss, wie Alcatel-Lucent am Freitag in Paris mitteilte. Eine Dividende will das Unternehmen aber nicht zahlen. Auch wenn der Blick in das laufende Jahr nur begrenzt möglich sei, peile Alcatel Lucent 2012 eine höhere bereinigte operative Marge als im vergangenen Jahr an, sagte Vorstandschef Ben Verwaayen. Die für das Unternehmen relevante Kennzahl erreichte im vergangenen Jahr 3,9 Prozent und lag damit knapp unter der Zielmarke von 4 Prozent.

Der Umsatz brach im Schlussquartal um knapp 13 Prozent auf 4,15 Mrd. Euro ein. Den starken Rückgang bei den Erlösen führte das Unternehmen vor allem auf die Flaute im Geschäft mit der Ausrüstung von Drahtlosnetzen zurück. Nach einer längeren Investitionsphase schraubten die Kunden ihre Ausgaben zurück. Zudem litt das Servicegeschäft.

Am Donnerstag berichteten Gewerkschaften, dass Alcatel Lucent 1.800 Arbeitsplätze in Europa streichen will. Das Unternehmen äußerte sich dazu auch am Freitag zunächst nicht.

Wie auch die Konkurrenten Ericsson und Nokia Siemens Networks steht der amerikanisch-französische Netztechnik-Riese unter starkem Druck, die Kosten zu senken. Im Westen halten sich die Netzbetreiber mit Investitionen zurück, zudem sind chinesische Konkurrenten mit günstigerer Technik auf dem Vormarsch.

OPTIMISMUS BLEIBT Trotz schwindender Einnahmen zeigt sich das Unternehmen ungebrochen zuversichtlich. Das Ziel für 2012 bleibe eine Margensteigerung und eine positive Kapitalflussbilanz, beteuerte Vorstandschef Ben Verwaayen am Donnerstag. Zuletzt hatte das französisch-amerikanische Unternehmen mit der Investitionsscheu der Telekommunikationsfirmen vor allem in den USA zu kämpfen. Der Umsatz knickte im Schlussquartal 2011 ein. Das operative Ergebnis schrumpfte um ein Fünftel auf 316 Mio. Euro. Analysten zufolge herrschte auch Erleichterung über die Finanzsituation der Pariser, die zum Jahresende lediglich mit 40 Mio. Euro verschuldet waren.

Zuletzt hatte die Sorge überwogen, Verwaayen könnte mit seinem Drei-Jahres-Plan für Alcatel scheitern, nachdem er das Margenziel auf vier von zuvor fünf Prozent senken musste. "Unser Ziel war es, bis Ende 2011 eine normale Firma zu werden. Wir haben bis jetzt nicht alles erreicht, das muss ich einräumen", sagte der Manager.

"Aber wir machen weiter. Und wir sind zuversichtlich, dass mehr Fortschritte und Verbesserungen in diesem Jahr erreichen werden." Ein neuer Lizenzvertrag mit RPX werde den Umsatz verbessern, wie geplant würden 2012 eine halbe Milliarde Euro eingespart.

Alcatel-Lucent und der deutsch-finnische Rivale Nokia Siemens Networks (NSN) leiden besonders stark unter knüppelharten Wettbewerb im Geschäft mit Telefon- und Datennetzen. Während Branchenprimus Ericsson von seinem großen Kundenstamm profitiert, rollen die chinesischen Aufsteiger Huawei und ZTE den Markt mit Kampfpreisen auf. NSN schreibt seit seiner Gründung 2007 rote Zahlen und versucht sich derzeit im dritten Anlauf zu sanieren. Dem Sparkurs fallen dabei 17.000 Arbeitsplätze zum Opfer. (apa)

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