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12.12.2011 apa/Rudolf Felser

Infineon Österreich will weiter investieren

Der Halbleiterkonzern Infineon will trotz der schwachen Konjunkturprognosen auch im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 am Standort Österreich investieren.

Das kommende Jahr werde zwar kein riesiges Wachstumsjahr mehr, aber der Halbleitermarkt werde aus heutiger Sicht weiter leicht wachsen, meinte Infineon Österreich-Vorstandschefin Monika Kircher-Kohl am Montag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Derzeit sei die Fabrik in Villach voll ausgelastet, der Unternehmensausblick sei "optimistisch". Auch Reinhard Ploss, Vorstand des Konzerns mit Sitz in München und Aufsichtsratspräsident von Infineon Österreich, unterstrich dies. Man werde an den strategischen Themen festhalten und den Ausbau der 300mm-Dünnwafer-Linie in Villach fortsetzen. Auf der Liquiditätsseite sei Infineon hervorragend aufgestellt, daher gebe es keine Sorgen um die Finanzierung. Das abgelaufene Jahr sei ein "sehr erfolgreiches Jahr" für das Unternehmen gewesen.

Im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 hat Infineon Technologies Austria einen Rekordumsatz von 1.360 (1.327) Mio. Euro erzielt. Durch eine Veränderung der konzerninternen Verrechnung wurde diese Zahl noch gedrückt, ohne die Umstellung wäre eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent erzielt worden, so Kircher-Kohl. Das Betriebsergebnis (EGT) kletterte auf 165,7 (153,6) Mio. Euro. Die Investitionen haben sich von 40,6 Mio. auf 204,9 Mio. Euro verfünffacht. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung in Prozent vom Umsatz stieg von 15 auf 16 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten stieg von 2.477 auf 2.761 - trotz des Verkaufs der Handy-Elektronik-Sparte an Intel. Zusammen mit etwa 1.600 externen Mitarbeitern (Leiharbeiter, etc.) sind damit etwa 4.500 Menschen durch Infineon am Standort Österreich beschäftigt. Der Akademikeranteil (Universitäts- oder Fachhochschulabschluss) stieg auf 43 Prozent. Der Mikroelektronik-Konzern rekrutiert sein Personal international: Fast 20 Prozent der Mitarbeiter kommen nicht aus Österreich, sondern aus 46 verschiedenen Nationen. Der Frauen-Anteil an Führungspositionen soll bis 2015 von derzeit sechs auf zehn Prozent ausgebaut werden.

An der Spitze von Infineon Österreich steht nun ein weiblicher Zweiervorstand: Sabine Herlitschka übernimmt die Agenden von Reinhard Petschacher. Der 64-jährige Technik-Vorstand verlässt das Führungsgremium und wird sich nach Jahrzehnten im Unternehmen bald in die Pension verabschieden. Aufsichtsratsvorsitzender Ploss dankte Petschacher für seine Verdienste, seine Erfahrung werde er noch im Coaching in einigen Bereichen für das Unternehmen einsetzen. In den vergangenen 30 Jahren habe Infineon in Österreich 1.200 Forscher aufgebaut und sich von Elektronik für Telekommunikation über Automotive-Sensorik und Energieeffizienz-Elektronik weiterentwickelt, würdigte er die Entwicklung.

"Infineon Österreich hat es geschafft, sich drei, vier, fünf Mal mit seiner Aufgabenstellung neu zu erfinden." Verantwortlich dafür sieht Ploss den Wandel zur Wissensgesellschaft: "Als reiner Fertigungsstandort würde Infineon Österreich nicht mehr existieren." Stattdessen habe der Konzern in Österreich einen "Wissensstandort".

Auch Kircher-Kohl und Herlitschka betonten die Bedeutung von Forschung und Entwicklung. Österreich müsste die guten Jahre stärker nutzen, um für die Zukunft Strukturreformen anzugehen. "Wir haben im österreichischen Budget zu wenig Spielraum für Zukunftsthemen wie Bildung und Forschung". Die Schuldenbremse sei absolut notwendig, aber sollte kein Hindernis sein um das Budget in Zukunftsbereiche umzuschichten. Die Steigerung der Forschungsausgaben könnten die Firmen nicht alleine stemmen. (apa)

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