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28.04.2011 Alex Wolschann/apa

SAP nach Gewinnschub zuversichtlich für 2011

Europas größter Softwarekonzern SAP hat die Zuversicht der IT-Industrie mit einem kräftigen Anstieg seiner Erlöse aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen und Wartungsverträgen untermauert.

Europas größter Softwarekonzern SAP hat die Zuversicht der IT-Industrie mit einem kräftigen Anstieg seiner Erlöse aus dem Verkauf neuer Software-Lizenzen und Wartungsverträgen untermauert. Im Auftaktquartal kletterten die Erlöse um ein Fünftel auf 2,33 Mrd. Euro, wie SAP am Donnerstag mitteilte. Das Wachstumstempo habe sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt. Allerdings hatten Analysten mit im Schnitt 2,39 Mrd. Euro noch etwas mehr erwartet.

Der positive Trend des Schlussquartals 2010 habe zu Jahresbeginn angehalten, sagte SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott. Wegen der guten Nachfrage der mehr als 100.000 Firmenkunden bekräftige SAP daher seine jüngste Prognose für 2011: Die Lizenz- und Wartungserlöse sollen zum Jahresende den Rekordwert des Vorjahres in Höhe 9,87 Mrd. Euro ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten voraussichtlich um zehn bis 14 Prozent übertreffen.

In den Monaten Jänner bis März waren die SAP-Programme zur Steuerung von Unternehmensprozessen, zur Personalverwaltung oder zur Kundenbetreuung in allen Weltregionen gefragt. Am stärksten wuchsen die Verkaufserlöse in Amerika, dort betrug der Erlöszuwachs ein Drittel zum Vorjahresquartal. In Japan verkaufte SAP trotz des Erdbebens und der Atomkatastrophe bereinigt um Währungseffekte 15 Prozent mehr.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn kletterte im ersten Quartal um 26 Prozent auf 779 Mio. Euro. Ohne Berücksichtigung von Wechselkursen betrug das Wachstum 21 Prozent. Damit blieb SAP jedoch hinter den Erwartungen der Finanzexperten zurück. Sie hatten einen Anstieg des Betriebsgewinns (Non-IFRS) auf 852 Mio. Euro prognostiziert. Im vorbörslichen Handel waren die SAP-Papiere gut drei Prozent niedriger indiziert.

In den vergangenen Woche hatten bereits der Chiphersteller Intel und der IT-Konzern IBM über kräftige Umsatz- und Gewinnzuwächse im Auftaktquartal berichtet und damit die Erwartungen hochgetrieben. Das Marktforschungsinstitut Gartner rechnet für 2011 mit einem Zuwachs der weltweiten IT-Ausgaben um rund sechs Prozent auf etwa 3,4 Bill. Dollar (2.318 Mrd. Euro). Der Umsatz mit Unternehmenssoftware soll dieser Gartner-Prognose zufolge im Jahr 2011 um knapp sieben Prozent auf 237 Mrd. Dollar ansteigen. SAP ist der weltweit führende Anbieter von Unternehmens-Software. Schärfster Konkurrent ist der US-Datenbank-Anbieter Oracle, der - angetrieben von der weltweiten Konjunkturerholung - zuletzt ebenfalls gute Geschäfte gemacht hatte.

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