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24.02.2011 apa/Rudolf Felser

Telekom Austria verdoppelt Nettogewinn

Die Telekom Austria hat 2010 trotz eines Umsatzrückgangs um 3,1 Prozent auf 4,65 Mrd. Euro ihren Nettogewinn auf 195,2 Mio. Euro mehr als verdoppelt.

Der Umsatzrückgang sei vor allem auf die Marktregulierung zurückzuführen, die das Ergebnis 2010 mit 47 Mio. Euro belastet habe, sagte Vorstandschef Hannes Ametsreiter bei der Präsentation der Jahresbilanz in Wien.

Ein Highlight des abgelaufenen Geschäftsjahres war der Stopp beim Kundenschwund im Festnetz. Von der Senkung der Roaminggebühren seien vor allem Österreich, Bulgarien und Slowenien betroffen, sagte Ametsreiter. Auch die Interconnection Fees seien in allen Märkten deutlich gesenkt worden, und die EU dränge auf eine weitere Senkung dieser Zusammenschaltungsentgelte. Bis 2013 werde das bereinigte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen) durch die Regulierung mit rund 175 Mio. Euro belastet.

2010 ging das um Wertberichtigungen und Restrukturierungseffekte bereinigte EBITDA um 9 Prozent auf 1,646 Mrd. Euro zurück. Das EBITDA inklusive Restrukturierung und Abwertungen wurde 2010 um 4 Prozent auf 1,504 Mrd. Euro gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBIT) stieg um 27,3 Prozent auf 437,9 Mio. Euro. Der Grund dafür liege in den Abwertungen in Weißrussland und Serbien im Jahr 2009, die 2010 nicht mehr notwendig gewesen seien, heißt es zur Erklärung.

Dass der Nettogewinn deutlich unter den Erwartungen der von der APA befragten Analysten lag, die im Schnitt mit 282,7 Mio. Euro gerechnet hatten, sei auf Zinsschwankungen bei Restrukturierungsrückstellungen zurückzuführen, die sich mit rund 60 Mio. Euro ausgewirkt hätten, hieß es zur APA.

Der operative Cashflow stieg um 12,1 Mio. Euro auf 1,398 Mrd. Euro. Der als Kennzahl für die Eigenfinanzierung der Gruppe maßgebliche Free Cashflow sank wegen der höheren Investitionen - vor allem in den forcierten Ausbau des "Giganetzes" in Österreich - um 7 Prozent auf 652 Mio. Euro. Der Free Cashflow je Aktie beträgt 1,47 Euro, davon werden wie im Vorjahr 0,75 Euro je Aktie an Dividende ausgeschüttet. Das entspricht einer Dividendenrendite von mehr als 7 Prozent, gemessen am aktuellen Kursniveau. Der Kurs der TA-Aktie gab am Mittwoch bis 12.20 Uhr leicht um 0,14 Prozent auf 10,43 Euro nach. Auch 2012 soll die Dividende 55 Prozent vom Free Cashflow, mindestens aber 76 Cent betragen. Diese Dividendengarantie werde auch im Falle größerer Akquisitionen halten, versicherte Finanzvorstand Hans Tschuden.

Die Nettoverschuldung wurde um 9 Prozent auf 3,305 Mrd. Euro gesenkt. Der Personalstand im Gesamtkonzern sank leicht um 0,4 Prozent auf 16.501 Leute, von denen 9.717 (-3,3 Prozent) in Österreich beschäftigt sind. Das Angebot an beamtete Mitarbeiter, zum Bund zu wechseln, hätten 205 Leute angenommen, berichtete Ametstreiter. Dieses Programm laufe noch weiter. Den Ende Jänner präsentierten Sozialplan - Mitarbeiter können sich ab dem 53. Lebensjahr karenzieren lassen und nebenbei bis zur Frühpension weiterarbeiten - wollten 499 Leute annehmen.

Für 2011 erwartet der TA-Vorstand Gruppenerlöse bis zu 4,6 Mrd. Euro, 2012/13 könnten sie bis zu 4,7 Mrd. Euro betragen. Als Ergebnisziel wird heuer ein bereinigtes EBITDA von 1,6 Mrd. Euro angepeilt, in den Folgejahren soll es bei 34 Prozent des Umsatzes stabil gehalten werden. Die Investitionen sollen im laufenden Geschäftsjahr mit bis zu 800 Mio. Euro etwa auf dem Niveau des Vorjahres (763,6 Mio. Euro) gehalten werden, danach bis zu 16 Prozent des Umsatzes betragen.

ZUWACHS IM FESTNETZ Erfreut und erleichtert zeigte sich Ametsreiter darüber, dass es beim Festnetz erstmals seit 13 Jahren wieder einen leichten Zuwachs bei den Festnetz-Kunden gegeben habe. Die Anzahl der Anschlüsse sei um 0,1 Prozent auf 2,315 Millionen gestiegen. Bei den Mobilfunkkunden gab es einen Anstieg um 5 Prozent auf 19,9 Millionen. Wie sich der Gesamtumsatz aus Festnetz und Mobilfunk zusammensetzt, wird laut Tschuden nicht aufgeschlüsselt, "weil wir immer mehr Bündelprodukte anbieten."

Jedenfalls sei der Umsatz je Kunde im Mobilfunk rückläufig. Allerdings hätten Smartphons ein Zwei- bis Dreifaches an Umsatz, "da sind wir durchaus hoffnungsfroh", sagte Ametstreiter, "auch wenn man bedenken muss, dass diese Smartphones mit hohen Stützungen verkauft werden". Der TA-Chef ist überzeugt, dass die Festnetz-Zuwächse in den kommenden Jahren noch viel deutlicher ausfallen werden. "Sprache im Festnetz ist Vergangenheit", so Ametsreiter, "die Richtung ist völlig klar und heißt Breitband".

Von den Vorwürfen, die im Zusammenhang mit Aufträgen an die Agentur Hochegger "im Raum stehen", seien er und sein Vorstandskollege Hans Tschuden "schockiert und betroffen", sagte Ametsreiter bei der Präsentation der Jahresbilanz. Die Vorfälle würden das Unternehmen schädigen und man werde daher im Unternehmen "jedes Blatt und jeden Kostenvoranschlag umdrehen", um Licht in die Sache zu bringen, betonte Ametsreiter.

Wann die Untersuchungen abgeschlossen sein werden, hänge allein von den ermittelnden Behörden ab, mit denen man voll kooperiere, so der TA-Chef. Die Anzeige der Grünen bei der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Aktien-Bonusprogramm für TA-Manager sei gut, wenn sie dazu beitrage, Aufklärung zu schaffen, meinte Ametsreiter, der von den verdächtigen Kurssprüngen im Jahr 2004 als Mobilkom-Manager selbst profitiert hat. (apa)

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