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04.11.2009 idg/Thomas Mach

Tauziehen um den Netzwerkausrüster-Markt

Die Konkurrenz wird zunehmend in Ciscos ureigenem Segment aktiv: dem Netzwerk.

Der Hardware-Konzern Dell rüstet sich für den Konkurrenzkampf mit Netzwerkprimus Cisco Systems. Über eine OEM-Partnerschaft mit Juniper will der PC- und Server-Hersteller künftig Netzwerklösungen unter der Marke PowerConnect anbieten. Ziel der Kooperation sei es laut Dell, den Kunden eine sichere und einheitliche Netzinfrastruktur vom Rechenzentrum bis hin zu Zweigstellen und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen, die sich dynamisch den kommenden Anforderungen anpasst. Um die Betriebskosten niedrig zu halten, laufe diese mit einem gemeinsamen Netzbetriebssystem und könne über eine Netz-Management-Plattform verwaltet werden.

Im Detail umfasst die Kooperation Junipers Service Router der MX-Serie, die EX-Ethernet-Switches sowie die Service-Gateways der SRX-Serie. Dell übernimmt für die Produkte die Vermarktung, den Service sowie den Support. Zusätzlich vereinbarten die Hersteller, gemeinsam an offenen, Standard-basierenden Lösungen für virtualisierte Rechenzentren zusammenzuarbeiten. Dabei sollen insbesondere der bestehende IEEE-Standard Converged Enhanced Ethernet (CEE) und iSCSI genutzt werden – als Kontrast zu Cisco, das mit Data Center Ethernet eine eigene CEE-Version entwickelt hat und für die Verbindung von Speichernetzen an seine Server auf den Standard Fibre Channel over Ethernet (FCoE) setzt. Ob Dell damit auch als Partner zu Junipers Cloud-Computing-Initiative Stratus Project stößt, ist noch offen. Mit dem Bündnis reagiert ein weiterer Server-Hersteller auf die jüngsten Initiativen Ciscos. Um sich ein weiteres Stück vom Rechenzentrums-Kuchen zu sichern, hatte der Netzwerkriese im Frühjahr eigene Blade-Server vorgestellt und damit seine Freundschaft mit Server-Anbietern wie Dell, HP und IBM aufs Spiel gesetzt.

Bereits vor der Partnerschaft mit Juniper hatte Dell eine ähnliche OEM-Vereinbarung mit Brocade getroffen. Diese umfasst neben Brocades SAN-Switches auch LAN-Switches vom Juniper-Konkurrenten Foundry Networks. IBM wiederum vereinbarte Ende Juli mit Juniper, dessen Router und Switches als Ergänzung für sein Server-Angebot für Rechenzentren unter eigenem Label zu verkaufen.

Von Analysten wird die jüngste Marktentwicklung durchaus positiv bewertet. Juniper erhalte über den Hardware-Konzern einen deutlich besseren Zugang zu Unternehmen und insbesondere zu Rechenzentrums-Betreibern, betont Zeus Kerravala von der Yankee Group. Gleichzeitig würden Ciscos traditionelle Konkurrenten im Netzwerkbereich – Exteme Networks, Enterasys, Nortel, 3Com und andere – weiter in den Hintergrund gedrängt. »Die sieben Zwerge sind tot«, erklärt Kerravala mit Verweis auf Ciscos Wettbewerber im Enterprise-Switching-Markt, die zusammen gerade einmal auf 25 Prozent Marktanteil kommen. Es gehe nicht mehr nur um reine Netzwerke, sondern um die Kombination mit Rechnern. »Mit den jüngsten OEM-Aktivitäten sind Ciscos schärfste Rivalen im Netzwerkbereich jetzt IBM, HP, Dell, Juniper und Brocade«, unterstreicht Kerravala.

Juniper Networks wiederum will es den eigenen Kunden künftig mit einer netzwerkübergreifenden offenen Software-Plattform ermöglichen, gleich mehrere Ebenen der Unternehmensnetzwerke direkt zu programmieren. Dies, betont der Anbieter, sorge für mehr Benutzerkomfort, hohe Rentabilität und kurze Entwicklungszeiten. Die Junos-Software-Plattform umfasse dafür das Netzwerkbetriebssystem Junos, die Netzwerk-Anwendungsplattform Junos Space und den integrierten Netzwerk-Client Junos Pulse.

Die Software stärke das Standing und die Besonderheit von Juniper als »innovativer Entwickler von intelligenter, zuverlässiger und skalierbarer Software, die auf den Routing-, Switching- und Sicherheitsprodukten für Service Provider und Unternehmen läuft«, wie Mike Harding, VP und General Manager von Junos Space, erläutert. Mit Junos Space und Junos Pulse – Letzteres soll ab dem ersten Halbjahr 2010 verfügbar sein – werde bestehende Intelligenz auf das gesamte Netzwerk sowie die Endgeräte ausgeweitet. Das ermögliche vollständig programmierbare Netzwerke.

»Unternehmen investieren jedes Jahr viele Milliarden und beschäftigen Hunderttausende Entwickler, um maßgeschneiderte Netzwerkanwendungen zu entwickeln – und das alles ohne eine Software-Plattform. Wir können diese Arbeit jetzt noch wertvoller mit einer Software-Plattform machen, die die Infrastruktur automatisiert, Innovationen fördert, neue Einnahmequellen eröffnet und die Dienstbereitstellung beschleunigt«, betont Harding.

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