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12.11.2009 apa/Rudolf Felser

Telekom Austria: Gewinneinbruch bis September

Die TA musste in den ersten neun Monaten 2009 einen Ergebniseinbruch hinnehmen und macht dafür die Konjunktur in den Auslands-Märkten, negative Wechselkurseffekte sowie Roaming-Regulierungseingriffe verantwortlich.

Das Betriebsergebnis (Ebit) ging um 64,8 Prozent auf 223.9 Mio. Euro zurück, der Nettoüberschuss verringerte sich um 92 Prozent auf 31,3 Mio. Euro. Der Umsatz gab um 6,3 Prozent auf 3,621 Mrd. Euro nach. Betriebsergebnis und Nettoüberschuss drehten im dritten Quartal ins Minus: Unterm Strich schrieb die Gesellschaft im Herbstquartal 136,3 Mio. Euro Verlust. Die Telekom verwies in einer Aussendung auf Abschreibungen in Weißrussland und Serbien von insgesamt 352 Mio. Euro.

Weiters hieß es von der Telekom Austria (TA): "Das Ergebnis für die ersten neun Monate 2009 spiegelt die schwache Konjunktur in den ausländischen Märkten, die negativen Wechselkurseffekte sowie weitere, einschneidende Roaming-Regulierungseingriffe wider. Straffes Kostenmanagement konnte den Umsatzrückgang teilweise kompensieren und die Reduktion der Anlagenzugänge dämpfte die negative Auswirkung auf den operativen Free Cashflow." Dieser reduzierte sich um fünf Prozent auf 1,23 Euro je Aktie. Die Anlagenzugänge verzeichneten ein Minus von 21,4 Prozent auf 419,8 Mio. Euro.

Für das Gesamtjahr 2009 bestätigte die teilstaatliche, börsenotierte TA den operativen Cashflow von 1,1 Mrd. Euro "auf Basis realer Wechselkurse", wobei "eine Reduktion der Anlagenzugänge den Ebitda-Rückgang kompensieren wird". Aufrechterhalten wurde auch die Dividendenzusage von 0,75 Euro je Aktie für die Jahre 2009 bis 2012. Der Umsatz soll bei 4,8 Mrd. Euro (2008: 5,17 Mrd. Euro) liegen, zum Betriebsergebnis wurden keine Angaben gemacht.

SCHWIERIGES MARKTUMFELD "Die Hauptgründe für diesen schwächer ausfallenden Ausblick umfassen Währungsumrechnungsverluste, niedrigere Roaming-Erlöse, sinkende Preise und die negativen Auswirkungen aus Konjunkturrückgängen in den wichtigsten ausländischen Märkten der Telekom Austria Group. Das Management geht außerdem davon aus, dass sich dieses schwierige Marktumfeld auch 2010 fortsetzen wird", so TA-Chef Hannes Ametsreiter.

Analysten waren von einem weit besseren Betriebsergebnis ausgegangen. Bei Unicredit, Erste Bank und RCB lag die TA bei einem Betriebsergebnis der ersten drei Quartale von 651,6 Mio. Euro ausgegangen, was lediglich einem Minus von 2,9 Prozent entsprochen hätte. Die Umsatzerlöse lagen im Rahmen der Erwartungen, der Rückgang wird von der Telekom mit geringeren Erträgen im Festnetz begründet. Ausgewirkt hätten sich auch die Verkäufe der Festnetz-Tochtergesellschaften in der Tschechischen Republik, der Slowakei sowie Polen in Höhe von insgesamt 29,8 Mio. Euro.

Ohne der Wertminderungen der Firmen Velcon (Weißrussland) und Vip mobile (Serbien) ging das Betriebsergebnis in den ersten neun Monaten 2009 um 9,5 Prozent auf 575,9 Mio. zurück, "wobei der höhere Beitrag aus dem Festnetz-Segment das niedrigere Betriebsergebnis in der Mobilkommunikation teilweise ausgleichen konnte und der Nettoüberschuss 290,3 Mio. Euro betrug", betonte der heimische Marktführer bei Festnetz, Mobilfunk und Internet. Die Anlagenzugänge verringerten sich demnach vor allem aufgrund einer Reduktion der Zugänge im Mobilfunk.

Noch schlechter als die ersten neun Monate lief das dritte Quartal 2009. Das Betriebsergebnis drehte von plus 260 Mio. Euro auf minus 126,4 Mio. Euro. Der Nettoüberschuss reduzierte sich von plus 162,9 Mio. Euro auf minus 136,3 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie brach von plus 0,37 auf minus 0,31 Euro ein. Der Umsatz gab um 7,3 Prozent auf 1,232 Mrd. Euro nach. "Die Reduktion der betrieblichen Aufwendungen um 3,3 Prozent sowie eine erhaltene Einmalvergütung im Festnetz-Bereich in der Höhe von 10,2 Millionen Euro konnten den negativen Effekt der niedrigeren Erlöse mindern und führten zu einem Ebitda von 489,8 Millionen Euro im Vergleich zu 538,2 Mio. im dritten Quartal 2008", hieß es dazu vom ehemaligen Monopolisten.

RÜCKGÄNGE IM FESTNETZ Als weitere Gründe für den Ergebniseinbruch wurden die anhaltenden Rückgänge im Festnetz angeführt, während die Mobilfunktochter Mobilkom Austria den Preisdruck im Inland und die Wirtschaftskrise in Südosteuropa zu spüren bekommen habe. "Velcom in Weißrussland war von einer anhaltenden Abwertung des weißrussischen Rubels betroffen. Seit Jahresbeginn wurde der weißrussische Rubel gegenüber dem Euro um 31 Prozent abgewertet", so die Telekom. "Wir gehen nicht von einer kurzfristigen Erholung der makroökonomischen Entwicklung in Ost- und Südosteuropa aus und erwartet daher, dass sich das schwierige Marktumfeld auch 2010 fortsetzen wird."

Die "Presse" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass die TA Festnetz und Mobilfunk zusammenlegen will. Der TA-Aufsichtsrat habe dem Vorstand am gestrigen Mittwoch den Auftrag erteilt, Modelle für diese größte Strukturveränderung in der Unternehmensgeschichte der TA auszuarbeiten, hieß es unter Berufung auf Konzernkreise. Die Fusion könnte demnach 2010 über die Bühne gehen. (apa)

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