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25.02.2010 Alex Wolschann/apa

Deutsche Telekom 2009 mit Gewinneinbruch

Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen einen Gewinneinbruch verbucht.

Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen einen Gewinneinbruch verbucht. Der Überschuss sank 2009 um drei Viertel auf 353 Mio. Euro, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten für 2009 mit 1,03 Mrd. Euro Überschuss und 64,8 Mrd. Euro Umsatz gerechnet.

Neben der bereits bekannten Wertminderung für die britische Mobilfunktochter T-Mobile UK aus dem Frühjahr von 1,8 Mrd. Euro seien im vierten Quartal noch eine halbe Milliarde Euro auf das Süd- und Osteuropa-Geschäft, also hauptsächlich auf die Beteiligung an der griechischen OTE, abgeschrieben worden. Dank der seit Februar konsolidierten OTE zog der Jahresumsatz aber um fünf Prozent auf 64,6 Mrd. Euro an.

Trotz des herben Gewinnrückgangs will der Telefonriese die Dividende für das abgelaufene Jahr stabil halten, wie bereits Mittwochnacht mitgeteilt wurde. Die Aktionäre sollen wie in den beiden Vorjahren mit 0,78 Euro je Aktie bedacht werden. Für die nächsten Jahre wurde zudem erstmals eine Mindest-Dividende versprochen.

Für 2010 erwartet der Vorstand des rund 260.000 Mitarbeiter starken Konzerns einen Free-Cash-Flow von 6,2 Mrd. Euro und ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von etwa 20 Mrd. Euro. 2009 lag das bereinigte Ebitda bei 20,7 (Vorjahr: 19,5) Mrd. Euro.

Als erster DAX-Konzern hat die Deutsche Telekom ihren Eigentümern für 2010 bis 2012 eine Mindestdividende von 0,70 Euro versprochen. Diesen Beschluss fassten Aufsichtsrat und Vorstand des Unternehmens am Mittwoch in Bonn. In dem Dreijahreszeitraum erhalten die T-Aktionäre rund 10 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen mit. Kombiniert wird die Zusage mit einem Programm zum Rückkauf von eigenen Aktien. Konzernchef René Obermann will damit die Aktie für Anleger wieder interessanter machen und die T-Aktie beflügeln.

Die Realisierung dieser Strategie steht allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Telekom in jedem Jahr einen entsprechenden Bilanzgewinn erzielt. Für das Geschäftsjahr 2009 plant die Telekom, gegenüber dem Vorjahr einen Betrag von unverändert 0,78 Euro an seine Anteilseigener auszuschütten. "Wir wollen in weltweit unsicheren Zeiten unseren Aktionären und potenziellen Investoren Planbarkeit und Sicherheit bieten", erklärte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner.

Die Deutsche Telekom bündelt ihre europäischen Aktivitäten im Mobilfunk und Festnetz im Ressort von Vorstandsmitglied Guido Kerkhoff. Der Manager werde künftig auch die Beteiligungen des Unternehmens in Großbritannien, den Niederlanden, Österreich (T-Mobile), Polen und Tschechien verantworten. Ein entsprechender Vorschlag wurde vom Aufsichtsrat genehmigt. Kerkhoff werde außerdem für den Verkauf International und Services zuständig sein. Bisher verantwortet der 49-Jährige die Beteiligungen der Telekom in Süd- und Osteuropa. Nach dem Ausscheiden von Hamid Akhavan aus dem Konzern Ende 2009 waren die Aufgaben neu zu verteilen.

Von Deutsche-Telekom-Chef René Obermann werden zur Vorlage der Bilanz 2009 an diesem Donnerstag mit Spannung Aussagen zum künftigen Sparkurs erwartet. Zwar sind das Bonner Unternehmen und die Telekom-Branche von der Wirtschafts- und Finanzkrise weniger betroffen als andere Industriezweige. Aber so richtig rund laufen die Geschäfte nicht. Die Konkurrenz im Inland drückt bei Festnetz und Mobilfunk auf Preise und Margen.

Mit traditioneller Telefonie ist immer weniger Geld zu verdienen. Kein Wunder, dass die Telekom-Konzerne ihre Geschäfte zunehmend auf den Datenaustausch verlegen. Die Stichworte lauten: Breitband und mobiles Internet. Obermann will dabei an zwei Punkten ansetzen, um den Konzern zukunftsfest und wieder interessanter für Anleger zu machen.

Das ist zum einen die neue Telekom-Strategie 2.0, an der noch gefeilt wird - und zum anderen die Fortsetzung des Sparprogramms. Nachdem in den Jahren 2006 bis 2009 rund 30 000 Jobs bei der Telekom dem Rotstift zum Opfer fielen, sollen mit der Umstellung der Netztechnik auf das Internet-Protokoll bis 2014 weitere bis zu 20 000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.

Ob Obermanns Plan, die Telekom zum "Weltmarktführer rund um das vernetzte Leben und Arbeiten zu machen", gelingen wird, bleibt abzuwarten. Das "Handelsblatt" berichtete, dass die Strategie dem Konzern keine Impulse geben werde. Ein geheimer Fünf-Punkte-Plan sei lediglich eine Fortführung der bisherigen Praxis. Obermanns Plänen fehle der Biss, resümierte die Zeitung. Die Details der Strategie will der Telekom-Chef Mitte März vorstellen.

"Die neue Strategie 2.0 wird unsere Wachstumschancen gerade mit Blick auf Internetdienste stärker betonen", erklärte Obermann unlängst. Wichtigstes Ziel sei der "Bau von Netzen und Prozessen für die Gigabit-Society", zitierte das "Handelsblatt".

Bei den Geschäftszahlen erwarten Experten indes keine großen Überraschungen. Die Deutsche Telekom dürfte, so die Schätzungen, die Ziele des Vorstands für 2009 erreichen. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sollen es gut 20,5 Milliarden Euro werden. Und die Dividende bleibt vermutlich erneut stabil. Für das Geschäftsjahr 2008 waren 0,78 Euro je Aktie ausgeschüttet worden.

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