Gastkommentar: Garantie gegen den Kater Detail - Computerwelt

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19.05.2010 Wolfgang Moser*

Gastkommentar: Garantie gegen den Kater

Trotz sorgfältiger Prüfung aller Verträge im Vorhinein können nach einer Firmenübernahme Situationen auftreten, die nicht vorhersehbar waren. Und zwar nicht bloß die unvermeidlichen Veränderungen des Marktes, sondern rechtliche Fallstricke, die erst nach der Übernahme ans Tageslicht treten.

Vertraglich gestaltete Garantien sind das Mittel, mit dem man solche Risiken reduzieren möchte. Durch die Due Diligence sollte man sich bei einer Übernahme über das Unternehmen ein vollständiges Bild machen. Trotzdem taucht in der Realität so manche Leiche im Keller auf, wenn die Schlüssel schon lange übergeben wurden. Bei der kurzen Zeitspanne, die für die Prüfung zur Verfügung steht, ist ein umfassender Einblick in das Unternehmen gar nicht möglich. Verträge mit Lieferanten oder Kunden werden nach dem Eigentümerwechsel von der Gegenseite plötzlich gekündigt; Mitarbeiter verlassen das Unternehmen; die Daten- und Servicemodelle des übernommenen Unternehmens passen nicht zum neuen Mutterunternehmen und können nicht weiter betrieben werden.

Wer ist dann schuld? Wer muss die Folgen tragen? Es gibt zumindest drei Arten von Lösungen: Der Käufer muss die Suppe alleine auslöffeln, Käufer und Verkäufer haben Spielregeln zur Nachbesserung vereinbart, oder die Last fällt auf den Verkäufer zurück. Im ersten Fall gilt die alte Regel der Kaufleute: »Augen auf, Kauf ist Kauf«. Der Käufer muss eben genau genug hinsehen, worauf er sich bei einer Übernahme einlässt.

Damit ist aber doch ein solches Maß an Unsicherheit für den Käufer verbunden, dass er sich üblicher Weise mit dem Verkäufer auf vertraglich geregelte Garantien einigt: Dazu gehört z. B. eine Earn-out-Regelung: Der Verkäufer bekommt seinen Anteil erst, wenn er eine Zeit lang im übernommenen Unternehmen mitgewirkt und für einen erfolgreichen Übergang gesorgt hat. Oder es wird ein Teil des Preises so lange zurückgehalten, bis wirtschaftliche Kriterien erfüllt wurden. Vom dritten Fall ist mittlerweile leider auch immer wieder zu hören. So wird etwa betreffend den seinerzeitigen Verkauf der Hypo Alpe Adria die Frage gestellt, ob die Käufer wissentlich getäuscht wurden. Selbst wenn Gerichte zu eindeutigen Ergebnissen kommen – für beide Unternehmen gibt es nach der Übernahme meist keinen Weg zurück.

* Wolfgang Moser ist selbständiger Unternehmensberater.

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