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20.12.2010 apa/pte/Rudolf Felser

Telekom Austria plant etwas mehr Dividende

Die Telekom Austria will künftig etwas mehr Dividende ausschütten.

Die Dividendenuntergrenze wird für 2011 und 2012 von 0,75 auf 0,76 Euro je Aktie angehoben, gab das Unternehmen anlässlich seines Capital Market Day bekannt. Für 2009 erhielten die Aktionäre 0,75 Euro je Aktie. Bei Umsatz und Ergebnis (Ebitda) werden 2011 gegenüber den Vorjahren leichte Rückgänge erwartet.

Zuwächse gibt es erstmals seit 12 Jahren wieder im Festnetz. In Österreich plant die Telekom Austria 2010 bis 2013 rund 1,5 Mrd. Euro Investitionen in das Netz und damit auch in den Ausbau des "hybriden Giganetzes". "Wir haben zwölf Jahre lang Kunden im Festnetz verloren, nun aber den Turnaround geschafft", sagt TA-Chef Hannes Ametsreiter gegenüber der Nachrichtenagentur pressetext. Aktuell verzeichnet der Telekom-Anbieter einen Kundenzuwachs und setzt strategisch noch stärker auf Produktbündel. Der Abbau von insgesamt 1.000 Stellen in Form von Mitarbeiterwechseln zu Polizei, Finanz- und Justizministerium, der Arbeitskräfte aus der Festnetzsparte betrifft, wird dennoch fortgesetzt. Die Jobverlagerungen sind "gut für die Angestellten, die Telekom Austria und die österreichische Politik", meint Ametsreiter. Rund 200 Wechsel sind bisher vollzogen.

MEHR DIVIDENDE Die Anhebung der Mindestdividende reflektiere das Vertrauen in die starke Cash-Flow-Generierung. Da der Free Cash-Flow einen besseren Indikator für die operative Leistung als der Nettoüberschuss darstelle, werde die Dividendenausschüttungsquote von nun an 55 Prozent des Free Cash-Flow betragen. Darüber hinaus ermögliche ein erweiterter Korridor des Verhältnisses Nettoverschuldung zu bereinigtem Ebitda mehr Flexibilität, um zwischen Aktienrückkäufen und wertsteigernden Wachstumsprojekten abzuwägen, so TA-Finanzvorstand Hans Tschuden. Aktienrückkäufe werden getätigt, wenn das Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem Ebitda unter 2,0x fällt.

Im Ausblick für das kommende Jahr erwartet die TA Umsatzerlöse bis zu 4,6 Mrd. Euro und ein bereinigtes Ebitda von bis zu 1,6 Mrd. Euro. Für 2010 hatte die Telekom zuletzt 4,7 Mrd. Euro Umsatz und ein Ebitda von 1,6 bis 1,65 Mrd. Euro prognostiziert. Im Geschäftsjahr 2009 betrug der Umsatz 4,8 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 1,75 Mrd. Euro. Der operative Free Cash-Flow (bereinigtes Ebitda minus Anlagezugänge) werde 2011 voraussichtlich bei 800 Mio. Euro liegen. Der Ausblick geht von einer konstanten Währungsbasis aus.

Als mittelfristige Gruppen-Ziele für die Jahre 2012 -2013 nennt die Telekom Austria Umsätze von etwa 4,7 Mrd. Euro in 2013. Die bereinigte Ebitda-Marge werde voraussichtlich bei 34 Prozent stabil bleiben. Der operative Free Cash-Flow werde bei etwa 800 Mio. Euro erwartet.

MEHR "GIGANETZ" Mit dem verstärkten Ausbau des "Giganetzes" – 2013 seien bereits 55 Prozent der Bevölkerung erreichbar – werde das Festnetz zu einer Renaissance geführt und erstmals seit zwölf Jahren zu Kundenwachstum, so Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter laut einer Pressemitteilung. Die in Österreich bereits umgesetzte Konvergenz zwischen Mobilfunk und Festnetz, die auch auf andere Märkte ausgeweitet werden soll, sei Kernelement. Dieser Trend sollte es ermöglichen, die durch strengere Regulierungsmaßnahmen verursachten Umsatz- und Ertragseinbußen zum größten Teil zu kompensieren, heißt es in der Mitteilung weiter.

Bis 2013 werde durch gesenkte Roaming-Gebühren und niedrigere Zusammenschaltungsentgelte das bereinigte Ebitda der Telekom Austria Group um rund 175 Mio. Euro negativ belastet. Die Telekom Austria sei davon als Marktführer und Betreiber der Infrastruktur und durch die starke Marktstellung in den Tourismusländern Österreich und Kroatien mehr als andere betroffen.

WENIGER STAAT? ÖIAG-Chef Peter Michaelis erklärte unterdessen in einem "Kurier"-Interview, dass der Staat seinen Anteil an der Österreichischen Post AG und der Telekom Austria "ohne weiteres" auf 25 Prozent senken könnte. Weitere Schritte müsse man sich dann aber genau überlegen. "Denn ich möchte nicht, dass diese Unternehmen zu Übernahmekandidaten werden oder in Hände geraten, die wir nicht wollen", sagte Michaelis, der noch bis Ende Juni 2011 der Staatsholding vorsteht. Als "größten Erfolg" der ÖIAG bezeichnet er die AUA-Privatisierung.

Für OMV, Post und Telekom erklärt sich Michaelis "absolut dagegen, dass man auch nur einen Gedanken daran verschwendet, diese Beteiligungen bei einem Ministerium anzusiedeln", wofür SPÖ-Kreise plädieren, die sich für eine Auflösung der Staatsholding stark machen. Denn "die ÖIAG ist das einzige Schutzschild gegen politische Begehrlichkeiten und sichert den Unternehmen Unabhängigkeit". An der Post AG ist die ÖIAG derzeit mit 52,8 Prozent beteiligt, an der Telekom Austria AG mit 28,42 Prozent und an der OMV AG mit 31,5 Prozent, wobei die Staatsholding hier ihr Paket mit dem 20-Prozent-Anteil der IPIC (VAE) am Mineralölkonzern syndiziert hat. (apa/pte/rnf)

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