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25.02.2009 Christof Baumgartner

Telekom Austria spürt Restrukturierung

Nach Schieszler-Aussagen wandern die Personalbelange zu Festnetzchef Ametsreiter.

Bevor Telekom Austria-Chef Boris Nemsic die Geschäftszahlen für 2008 präsentierte bezog er Stellung zu den Aussagen von Festnetz-Finanzchef Gernot Schieszler, der auf dem Capital Market Day am 29. Jänner die Personalpolitik des Unternehmens in einen fragwürdigen Licht erscheinen ließ (siehe Fragwürdige Methoden beim Mitarbeiterabbau). "Die Aussagen von Schieszler sind ein Fehler, in Inhalt und Form", so Nemsic. Künftig werde Festnetz-CEO Hannes Ametsreiter für die Personalagenden zuständig sein, sagte Nemsic. Er bemühte sich sichtlich um Schadensbegrenzung und betonte: "Es gibt kein Mobbing bei der Telekom Austria." Um sicherzustellen, dass beim geplanten Personalabbau wirklich alles mit rechten Dingen zugeht, will Nemsic den Sozialmediziner Michael Kunze in die Überwachung einbinden.

RESTRUKTURIERUNG BRINGT VERLUST Die Telekom Austria (TA) hat 2008 zwar ihren Umsatz um 5,1 Prozent auf 5,17 Mrd. Euro gesteigert, bei den Ergebniszahlen gab es aber vor allem wegen hoher Rückstellungen für den geplanten Personalabbau im Festnetzbereich starke Einbrüche. So sank das EBITDA um 30 Prozent auf 1,30 Mrd. Euro - bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 632,1 Mio. Euro wäre es um 3,9 Prozent auf 1,93 Mio. Euro gestiegen, so Nemsic. Die Restrukturierungsaufwendungen hätten jedoch keine materiellen Auswirkungen auf den Cashflow der Telekom Austria Group gehabt und würden zukünftige Ergebnisse verbessern. Im Gesamtjahr 2008 machte die TA 48,8 Millionen Euro Verlust.

Wachstumstreiber des Unternehmens ist nach wie vor die Mobilfunksparte. Dieser Sektor Konzernsparte Mobilkommunikation inklusive der weißrussischen Velcom habe das Betriebsergebnis im Jahresvergleich um 8,1 Prozent auf 689 Millionen Euro steigern können. Das EBITDA stieg um 13,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Bei der heimischen Mobilkom sei es gelungen, den durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (ARPU) um 0,7 Prozent auf 28,6 Euro zu steigern. Der Zuwachs bei den Datendiensten habe die Rückgänge durch niedrigere Tarife in der Sprachkommunikation kompensieren können.

Bei den mobilen Breitbanddiensten verzeichnete die Mobilkom per Ende Dezember 2008 rund 400.000 Kunden. Ende 2007 waren es 290.000 gewesen - ein Wachstum von 37,09 Prozent. Der Datenanteil an den Umsätzen stieg aber im Vergleich der vierten Quartale 2007 und 2008 nur von 30,7 auf 33,9 Prozent. Beim EBITDA steigerte sich die mobilkom im vierten Quartal um 16,8 Prozent auf 131,2 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis stieg gar um 34,9 Prozent auf 67,6 Millionen Euro.

TA SIEHT TRENDWENDE IM FESTNETZBEREICH Einen Trendumkehr sieht die TA in der Festnetzsparte. Zwar gibt es hier weiterhin Rückgänge, doch konnten diese gebremst werden. Die Zahl der Festnetzanschlüsse ging 2008 um 97.600 auf 2,3 Millionen zurück. Im Jahr 2007 hatte der Rückgang noch 224.500 betragen. Die Anzahl der Breitbandanschlüsse stieg 2008 um 18 Prozent auf 885.000. Allein im vierten Quartal 2008 habe das Unternehmen 50.400 Breitband-Neukunden gewinnen können. Während das Festnetz 2007 noch 151,2 Millionen Euro Gewinn machen konnte, verbuchte die Sparte 2008 530 Millionen Euro Verlust. Das sei vor allem auf die Restrukturierung dieses Bereichs und Rücklagen für Personalabbau zurückzuführen. Man wolle den Personalbestand in diesem Bereich um 1.250 Mitarbeiter reduzieren, die allerdings aufgrund ihres Beamtenstatus nicht gekündigt werden könnten.

Der Ausblick für das Geschäftsjahr 2009 fiel eher kurz aus. Laut Nemsic werden aber stabile Zahlen erwartet.

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