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18.03.2009 apa/Rudolf Felser

IBM will Sun Microsystems kaufen

IBM hat sicher genug in seiner Kriegskasse. Offenbar sogar genug um Sun Microsystems schlucken.

Inmitten der Rezession deutet sich in der Computerbranche nach einer langen Durststrecke wieder eine Milliarden-Übernahme an. IBM will den Server-Hersteller Sun Microsystems schlucken, wie Reuters erfuhr. Laut "Wall Street Journal" (WSJ) bietet IBM hierfür mindestens 6,5 Mrd. Dollar (4,95 Mrd. Euro) - es wäre damit die größte Übernahme der IBM-Geschichte. Die Börse wettete bereits darauf, dass der Mega-Deal zwischen den Rivalen zustande kommt: Sun-Papiere schossen in New York und Frankfurt um 65 Prozent in die Höhe.

IBM dürfte es vor allem auf die Hochleistungs-Server von Sun abgesehen haben, die bei vielen Telekom-Firmen und Banken zum Einsatz kommen. Ein Sun-Kauf wäre damit eine Abkehr von der IBM-Strategie der letzten Jahre, mit Akquisitionen die Beratungs-Sparte auszubauen. IBM ist bei den Rechenzentren bereits selbst Weltmarktführer und könnte mit der Übernahme seine Positionen gegenüber anderen Konkurrenten wie HP und Dell stärken. Auch der in dieser Woche verkündete Eintritt des Netzwerkausrüsters Cisco in den Server-Markt dürfte für IBM ein gewichtiges Argument für die Übernahme sein, obwohl zuletzt alle großen Server-Hersteller wegen der Rezession unter Umsatzeinbußen litten.

Kommt die Übernahme tatsächlich zu dem genannten Wert zustande, würde IBM rund doppelt so viel zahlen, wie Sun zuletzt an der Börse wert war. Dem "Wall Street Journal" zufolge hat sich Sun in den vergangenen Monaten selbst mehreren Technologiefirmen zum Kauf angeboten, Hewlett-Packard habe aber abgelehnt. Dem Zeitungsbericht zufolge könnte die Übernahme bereits in dieser Woche zustande kommen, aber auch ein Scheitern sei nicht ausgeschlossen. Sun - Erfinder der Java-Software - hat sich nie ganz von dem Platzen der Internet-Blase erholt und machte in fünf der vergangenen acht Jahre Verluste. Die Aktie des Unternehmens kostete zur Hochzeit der Internet-Euphorie bis zu 260 Dollar, am Dienstag (17. März) war das Papier in New York für weniger als fünf Dollar zu haben.

SPARKURS BEI SUN Wegen der Talfahrt streicht Sun derzeit jede Fünfte seiner weltweit gut 30.000 Arbeitsplätze und gilt bereits seit längerem als Übernahmekandidat. Der Konzern macht etwa 40 Prozent seines Umsatzes mit dem Verkauf von Computern, 15 Prozent mit der Datenspeicherung und 40 Prozent mit IT-Dienstleistungen.

Branchenexperten sprachen zwar von einem guten Zeitpunkt für Übernahmen. Die Rezession erlaube es IBM, sich für wenig Geld einen schwächeren Rivalen einzuverleiben, hieß es. Gleichzeitig jedoch verwiesen sie auf die schwachen Geschäftszahlen von Sun. Auch die IBM-Anleger reagierten alles andere als euphorisch: Die Titel gaben in New York gut zwei Prozent nach.

Seit 2000 hat IBM bereits rund 20 Mrd. Dollar ausgegeben, um seine Expansion im Bereich Software und IT-Dienstleistungen auszubauen. Vor einem Jahr zahlte IBM fünf Mrd. Dollar für die kanadische Software-Firma Cognos. Weltweit beschäftigt IBM rund 400.000 Mitarbeiter.

Sun gibt sich derzeit noch wenig gesprächig: "Aus jetziger Sicht dürfen wir keine Marktgerüchte kommentieren", erklärte Johannes Dobretsberger, Marketing Manager MID Europe bei Sun Microsystems, auf Anfrage von Computerwelt.at. Das offizielle Statement eines internationalen IBM-Sprechers ist noch wortkarger: "We have no comment on this report." Mehr hat auch die heimische Pressestelle bislang zu dem Thema nicht zu sagen. (apa/rnf)

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