S&T verzeichnet leichten Umsatzrückgang Detail - Computerwelt

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31.03.2009 Christof Baumgartner/apa

S&T verzeichnet leichten Umsatzrückgang

Die Gruppe setzte 2008 513,4 Millionen Euro um.

Der börsenotierte heimische IT-Dienstleister S&T hat 2008 einen Umsatz von 513,4 Mio. Euro erwirtschaftet - das sind um zwei Prozent weniger als im Jahr davor. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel um 30 Prozent von 13 auf 9,1 Mio. Euro, das Nettoergebnis war mit Minus 0,3 Mio. Euro leicht negativ, nach einem Plus von 3,8 Mio. Euro im Jahr davor. Die Ergebnisbelastungen resultierten dabei laut Geschäftsführer Christian Rosner in erster Linie aus Projektsanierungen im ersten Halbjahr, Wechselkursschwankungen und der schwierigen Finanzierung von Großprojekten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging um 20 Prozent auf 16,4 Mio. (20,4 Mio.) Euro zurück.

51 Prozent des Umsatzes habe die S&T-Gruppe 2008 mit Lösungs- und Servicesprojekten erwirtschaftet. Das seien sechs Prozentpunkte mehr als 2007 und "ein wesentlicher Schritt bei der Erreichung der strategischen Ziele des Unternehmens". Bis 2011 will S&T circa 60 Prozent des Gesamtumsatzes mit IT-Lösungen und Services erwirtschaften.

UMSATZEINBRUCH BEI ENTERPRISE SYSTEMS Im Geschäftsfeld Managed Services (Infrastruktur Outsourcing und Outtasking) gab es einen Umsatzanstieg von 21 Prozent auf 104,9 Mio. Euro, der Umsatz mit Software-Lösungen und IT-/SAP-Beratung (Business Solutions) wuchs um fünf Prozent auf 156,2 Mio. Euro. Der Geschäftsbereich Enterprise Systems verzeichnete 2008 einen Umsatz von 252,3 Mio. Euro im Vergleich zu 286,6 Mio. Euro 2007, was "vor allem auf die Wechselkursvolatilitäten im zweiten Halbjahr und den teilweise desaströsen Verfall verschiedener Währungen - vor allem der ukrainischen Hrywnia, des ungarischen Forint und des rumänischen Leu - gegen Jahresende zurückzuführen ist", so Rosner.

Die Region Central habe mit 155,2 Mio. Euro (Minus 9 Prozent) den höchsten Beitrag zum Gesamtumsatz der Gruppe geleistet, gefolgt von DACH mit 149,3 Mio. Euro ( Plus 6 Prozent). Den größten Umsatzzuwachs gab es - von einem geringengen Ausgangsniveau - in der Region Asia mit Plus acht Prozent auf 13 Mio. Euro.

2008 war für ST ein Jahr der Konsolidierung. Erstmals seit Jahren habe man keine Akquisition durchgeführt. Mit 3.135 Beschäftigten lag der Mitarbeiterstand zu Jahresende auf dem Niveau des Vorjahres. Man konzentriere sich jetzt darauf, die Profitabilität zu steigern und sich auf den nächsten "großen Sprung nach vorne" vorzubereiten. "Traurig" machen Rosner die Aktienkennzahlen, insbesondere die Marktkapitalisierung der S&T-Gruppe: War das Unternehmen 2006 an der Börse noch 139,9 Mio. Euro wert, sind es jetzt nur noch 31,5 Mio. Euro. "Wir sind zu sechs Prozent unseres Umsatzes bewertet", das sei "ziemlich realitätsfremd". Der Börsenkurs der Aktie fiel bis Ende 2008 innerhalb eines Jahres von 46,50 Euro auf 8,80 Euro.

REALISTISCHER AUSBLICK FÜR 2009 Rosners Ausblick für 2009: "Das erste Quartal wird hart", das zweite solle aber bereits deutlich besser werden. "Ich denke, dass man das erste Halbjahr mit einem positiven Ergebnis über die Runden bringen wird." Eine Prognose für das Gesamtjahr 2009 werde man mit den Ergebniszahlen für das zweite Quartal "oder vielleicht schon im Mai" machen können. Weil es einen Investitionsstau gebe, erwarte er eine deutliche Vorwärtsentwicklung am Markt ab September oder Oktober.

Gefahr droht diesem Erholungsszenario aus dem instabilen Wirtschaftsumfeld, das zu Projektstopps oder -verzögerungen führe. Die Finanzierung von Großprojekten und Akquisitionen sei zunehmend schwierig, obwohl es durchaus Projekte gebe, auch im Behördenumfeld, bei Energieversorgern und im Telekom-Bereich, erklärte Rosner.

Seit Dezember hält die AvW-Gruppe 38 Prozent an S&T und müsste demnach ein Pflichtangebot legen - AvW argumentiert jedoch, ohne ihr Zutun die für das Pflichtangebot relevante Beteiligungsschwelle von 30 Prozent überschritten zu haben. Nun soll die Übernahmekommission entscheiden, ob es ein Pflichtangebot geben wird. Rosner rechnet mit einer Entscheidung "in den nächsten Tagen oder Wochen". Die Deadline dafür sieht er "lange vor dem 6. Mai", denn "wir wollen eine ordentliche Hauptversammlung haben", die nicht anfechtbar sei. Ob AvW überhaupt in der Lage wäre, ein Pflichtangebot zu legen, wollte der S&T-CEO nicht beurteilen. "Wir können nicht die wirtschaftliche Situation unserer Aktionäre lösen, wir sind mit unserer eigenen beschäftigt." Jedenfalls könne man vor der Entscheidung der Übernahmekommission keine weiteren Schritte setzen. "Wir haben mehrere Szenarien in der Schublade, eines davon wird schlagend."

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