IBM und Sun knapp vor Fusion Detail - Computerwelt

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03.04.2009 apa/Rudolf Felser

IBM und Sun knapp vor Fusion

Die Milliarden-Übernahme von Sun Microsystems durch IBM könnte Kreisen zufolge schon in der kommenden Woche bekanntgegeben werden.

Die Gerüchte verdichten sich: Eine Milliarden-Übernahme von Sun Microsystems durch IBM könnte Kreisen zufolge schon in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. Der endgültige Preis stehe noch nicht fest, aber IBM könnte Sun zwischen neun und zehn Dollar (6,72 bis 7,47 Euro) pro Aktie bezahlen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Das "Wall Street Journal" hatte zuvor berichtet, IBM habe sein früheres Angebot von zehn bis elf Dollar zurückgezogen und biete nun nur noch neun bis zehn Dollar. Beide Unternehmen wollten sich bisher nicht äußern.

Die Übernahme von Sun würde IBM die Vormachtstellung auf dem Server-Markt sichern und die größten Rivalen Dell und Hewlett-Packard klar auf die Plätze verweisen. Weil beide Unternehmen eine bedeutende Stellung auf den globalen Märkten für IT-Dienstleistungen, Software und Servern einnehmen, wird mit einer strengen Prüfung der geplanten Übernahme durch die Kartellbehörden gerechnet.

INTERESSE AN JAVA IBM will den kleineren Konkurrenten Sun Microsystems nach Einschätzung eines Experten vor allem wegen der Softwaresprache Java übernehmen. "IBM will Sun nicht wegen der Hardware. IBM will vor allem Java haben", sagte der Branchenkenner Rüdiger Spies vom Marktforschungsunternehmen IDC der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Java-Programmierplattform kommt in PC, Servern und auch Handys zum Einsatz. "IBM bekäme mit dem Sun-Kauf einen starken Einfluss auf alles, was in der IT-Welt entwickelt wird."

Außerdem sieht Spies die IBM-Übernahmepläne als Teil einer jahrzehntelangen Rivalität mit dem Software-Riesen Microsoft. Die Geschichte reiche zurück bis in die 90er Jahre: Damals hatte Microsoft den wesentlich älteren und größeren Konkurrenten IBM bei Computer-Betriebssystemen ausgestochen. "IBM hat nie verwunden, dass sein OS/2 gegen Windows unterlegen ist", sagte Spies. Mit Sun Micro und Java würde IBM wieder stärker in Microsofts Geschäftsbereiche vordringen. Vor allem den Mobiltelefon-Herstellern käme dies sehr gelegen, ist Spies überzeugt. "Die haben ein massives Interesse daran, dass Microsoft nicht zuviel Einfluss bekommt."

Dass IBM mit dem Kauf von Sun zum Marktführer im Server-Geschäft wird, bezeichnete Spies als "netten Nebeneffekt". Ein Kerngeschäft von Sun sind Server. Derzeit halten IBM und Hewlett-Packard jeweils rund 30 Prozent des Marktes und Sun zehn Prozent. Dass nach einer Übernahme die besondere Technik von Sun weiter existieren wird, erwartet Spies nicht: "Die Sparc-Prozessoren werden keine fünf Jahre überleben."

GÜNSTIGER PREIS IBM und Sun Microsystems verhandeln bereits seit Wochen über eine Übernahme. Nach jüngsten US-Medieninformationen will IBM inzwischen weniger zahlen als zunächst geplant. Die Seiten hätten sich auf einen Kaufpreis zwischen neun und zehn Dollar je Sun-Aktie geeinigt - rund ein Dollar niedriger als zuvor angedacht, berichtete das "Wall Street Journal". Der Gesamtpreis würde damit rechnerisch statt bis zu rund acht Mrd. Dollar maximal gut sieben Mrd. Dollar (5,2 Mrd. Euro) betragen.

Den Preis findet Spies günstig. "Sun ist mit seinen 33.000 Mitarbeitern kein kleines Unternehmen." Der IDC-Experte geht davon aus, dass die Hälfte der Beschäftigten nach einer Übernahme gehen muss, vor allem in der Verwaltung und dem Management. Den Vertrieb sieht er dagegen als vergleichsweise sicher an. Dass bei IBM selbst in größerem Maße Leute gehen müssen, glaubt Spies indes nicht. (apa)

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