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24.04.2009 apa/Rudolf Felser

Microsoft meldet Gewinneinbruch

Der Überschuss brach im abgelaufenen Quartal um ein Drittel auf knapp drei Mrd. Dollar ein.

Auch Softwarekonzern Microsoft hat durch die Krise am PC-Markt einen herben Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss brach im abgelaufenen Quartal um fast ein Drittel auf knapp drei Mrd. Dollar (2,30 Mrd. Euro) ein. Der Umsatz fiel um sechs Prozent auf 13,6 Mrd. Dollar, wie der US-Konzern am Sitz in Redmond (Bundesstaat Washington) mitteilte. Das ist der erste Rückgang der Quartalserlöse im Jahresvergleich seit der Windows-Konzern Anfang 1986 an die Börse ging.

Microsoft rechnet überdies nicht mit einer schnellen Besserung am Markt. "Wir erwarten, dass die Schwäche mindestens bis ins nächste Quartal anhält", sagte Finanzchef Chris Liddell. Mit seinen Zahlen enttäuschte der Softwareriese die Erwartungen der Analysten.

Der PC-Absatz war im ersten Quartal laut den Marktforschern von Gartner um 6,5 Prozent geschrumpft. Werden weniger Computer verkauft, kann Microsoft damit zum Beispiel auch sein Betriebssystem Windows seltener absetzen. Außerdem sind immer mehr der verkauften Computer Mini-Notebooks, von denen zahlreiche nicht mit Windows, sondern mit dem freien Betriebssystem Linux laufen. In der für Windows zuständigen Client-Sparte fiel der Umsatz um 16 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar und der operative Gewinn sackte um 19 Prozent auf 2,5 Mrd. Dollar ab.

HOHE ABSCHREIBUNGEN Microsoft belasteten in seinem Ende März abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal auch hohe Abschreibungen auf Investments sowie Kosten für den laufenden Stellenabbau. Microsoft streicht derzeit wegen der Wirtschaftskrise erstmals in seiner Geschichte weltweit rund 5.000 Stellen - etwa fünf Prozent aller Jobs im Konzern. Für die Jobkürzungen musste der Softwareriese 290 Mio. Dollar zurückstellen. Die Abschreibungen auf Investments schlugen mit 420 Mio. Dollar zu Buche.

Im Online-Bereich fiel der Umsatz inmitten der verschärften Konkurrenz mit Branchenprimus Google um 14 Prozent auf 721 Mio. Dollar. Der Verlust war mit 575 Mio. Dollar mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr. In der Wirtschaftskrise fahren die Unternehmen auch die Online-Werbeausgaben zurück und fokussieren sich verstärkt auf Google als unangefochtenen Marktführer. Bei der Spielekonsole Xbox schaffte Microsoft immerhin ein Plus von 30 Prozent auf 1,7 Mio. Geräte.

KEINE SCHNELLE ERHOLUNG DER WIRTSCHAFT Microsoft-Chef Steve Ballmer erwartet kein schnelles Ende der globalen Wirtschaftskrise. "Wir gehen davon aus, dass es zwei, drei, vier Jahre dauern wird - abhängig davon was die Politik tut, um die Schmerzen der Krise zu mindern - bis wir wieder Wachstum sehen werden", sagte Ballmer in Köln.

Der Einbruch der Quartalszahlen beim weltgrößten Software-Konzern sei auf die allgemeine Schwäche des Computer-Marktes zurückzuführen, sagte Ballmer. Unternehmen sparten bei ihren IT-Ausgaben und auch Privatleute gäben weniger Geld für Computer und Zubehör aus. Der Überschuss von Microsoft war nach Angaben vom Donnerstag im abgelaufenen Quartal um fast ein Drittel auf knapp 3,0 Mrd. Dollar (2,3 Mrd. Euro) eingebrochen. Der Umsatz fiel um 6 Prozent auf 13,6 Mrd. Dollar.

Dennoch sei er überzeugt davon, dass die technologische Entwicklung sich im Zuge der Wirtschaftskrise nicht verlangsamen, sondern sogar beschleunigen werde, sagte Ballmer. Denn IT sei für alle Wirtschaftszweige ein wichtiger Faktor, um wieder zu Produktivität und Innovation und damit letztlich zu neuem Wachstum zu kommen.

Zu den andauernden Spekulationen über eine Allianz mit dem Internet-Konzern Yahoo bekräftigte Ballmer, Microsoft habe kein Interesse mehr an einer Übernahme, wohl aber an einer Zusammenarbeit. Gespräche darüber würden geführt, "wenn die Zeit dafür reif ist" - wann es soweit ist, wollte er aber nicht sagen.

Generell wolle Microsoft in den Bereich Internet-Suchmaschinen investieren und so dem Marktführer Google stärkere Konkurrenz machen. "Heute funktionieren Suchmaschinen so: Der Internet-Nutzer nutzt sie, Google verdient viel Geld, und der Nutzer profitiert nicht davon." Er glaube daran, dass es Möglichkeiten gebe, dieses Geschäftsmodell zu ändern. "Wir haben mehr Chancen, den Markt zu ändern als der Marktführer selbst, das ist überall so", meinte Ballmer. (apa)

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