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18.03.2013 Rudolf Felser/apa

Zalando-Gründer finanzieren Startup-Fonds

Deutschlands bekannteste Internet-Investoren, die Samwer-Brüder, legen einen 150 Millionen Euro schweren Fonds für Unternehmens-Gründer auf. Er soll in München ansässig sein und junge Startups weltweit unterstützen, hieß es in einer Mitteilung.

Das Geld für den Fonds mit dem Namen Global Founders Capital kommt von "verschiedenen erfolgreichen Internet-Investoren".

Das Geld für den Fonds mit dem Namen Global Founders Capital kommt von "verschiedenen erfolgreichen Internet-Investoren".

© bellyferriter - Fotolia.com

Das Geld für den Fonds mit dem Namen Global Founders Capital kommt demnach von "verschiedenen erfolgreichen Internet-Investoren". Der Großteil stammt aus dem Privatvermögen der Samwers, wie "Die Welt" am Montag berichtete. Sie stehen mit ihrer Startup-Schmide Rocket Internet unter anderem hinter dem Mode-Portal Zalando.

Partner des Fonds sind zwei der drei Samwer-Brüder - Oliver und Marc - sowie der Internet-Unternehmer Fabian Siegel. Er hatte zuletzt die Firma DeliveryHero aufgebaut, die in mehreren Ländern Plattformen für Essens-Lieferdienste wie die deutsche Version Lieferheld betreibt. Nach einem Strafbefehl wegen des Kopierens von Adresssätzen in der Anfangszeit verließ er das Unternehmen jedoch. Kurz darauf wurde ihm von den Samwers die neue Rolle bei dem Fonds vorgeschlagen.

Die Entscheidungen über Investitionen werden von den drei Partnern gemeinsam getroffen, sagte Siegel der Nachrichtenagentur dpa. Er wird Vorentscheidungen bei der Auswahl der Startups übernehmen, weil die Samwer-Brüder auch mit dem Management von Rocket Internet ausgelastet sind. Die Beteiligungen könnten in einer Spanne zwischen 100.000 und zehn Millionen Euro liegen. Global Founders Capital wolle sich im Gegenzug zwar Firmenanteile sichern, aber deren Management freie Hand lassen und nicht etwa in Verwaltungsräte der Startups einziehen.

Die Samwer-Brüder gehören mit ihrem Startup-Inkubator Rocket Internet zu den bekanntesten Internet-Unternehmern weltweit. Der Mitteilung von Montag zufolge arbeiten für Firmen unter dem Dach von Rocket Internet inzwischen 27.000 Menschen in 43 Ländern. Während zur Gruppe bereits viele große Firmen gehörten, gehe es bei dem Fonds darum, auch die "kleinen Blumen am Straßenrand zu pflücken", heißt es im Rocket-Umfeld.

Allerdings sind die Methoden von Rocket Internet auch umstritten: Das übliche Vorgehen ist, ein Startup-Konzept aus den USA in anderen Ländern nachzubauen. So lehnt sich etwa Zalando an den US-Händler Zappos an und der Zahlungsdienstleister Payleven folgt auf den amerikanischen Vorreiter Square. Zugleich räumen auch einige Kritiker ein, dass eine Geschäftsidee dann auch mit Rücksicht auf die Besonderheiten des jeweiligen Landes umgesetzt werden müsse und die Samwers darin stark seien.

Der Fonds wolle überall auf der Welt investieren, betonte Siegel. Dabei solle ihm auch die Vorarbeit von Rocket Internet zugutekommen. "Wir haben ein gutes Netzwerk in Wachstumsmärkten wie Südostasien, Südamerika, Afrika, zusätzlich zu Europa und den USA. Dadurch erkennen wir vielleicht Chancen, die andere Risikoinvestoren nicht sehen." Bei den ersten Deals, an denen jetzt gearbeitet werde, gehe es um Start-ups aus Deutschland, dem europäischen Ausland und den USA. Er wolle seine 13 Jahre Erfahrung als Start-up-Unternehmer einbringen, betonte Siegel.

Als einen spannender Bereich für Investitionen sieht Siegel Online-Marktplätze: "Man schaut sich die reale Welt an und versucht zu erkennen, wo es Ineffizienzen gibt, für die man Angebote auf einer Plattform zusammenbringen kann." Außerdem interessierten ihn Technologien zur Daten-Auswertung, die Händler effizienter machen, sowie noch nicht besetzte Lücken im Online-Handel. (apa)

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