29. Logistik Dialog zeigte Weg in die Zukunft der Logistik 29. Logistik Dialog zeigte Weg in die Zukunft der Logistik - Computerwelt

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19.03.2013 Rudolf Felser

29. Logistik Dialog zeigte Weg in die Zukunft der Logistik

600 Teilnehmer, Referenten wie auch Gastredner aus Industrie, Handel und Dienstleistung sowie Vertreter aus Wissenschaft und Politik stellten ihre Expertise unter das Kongressmotto "smart. ennovativ. resilient." und diskutierten am 14. und 15. März in der Event-Pyramide Vösendorf. 50 Partner präsentierten sich in der begleitenden Fachausstellung "Alles Logistik".

50 Partner präsentierten sich in der begleitenden Fachausstellung "Alles Logistik".

50 Partner präsentierten sich in der begleitenden Fachausstellung "Alles Logistik".

© BVL Österreich

"Wirtschaftswachstum und Wirtschaftskraft sind eng mit Logistik verbunden. Mit rund 20 Milliarden Umsatz und 500.000 Beschäftigten zählt die Logistik zu den relevantesten Sektoren und hat gesamtwirtschaftliche Bedeutung für Österreich", betonte der Präsident der Bundesvereinigung Logistik BVL Österreich, Roman Stiftner, bei der Eröffnung des zweitägigen Logistikkongresses. Michael Spindelegger, Vizekanzler der Republik Österreich, Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten, nahm in seinem Impulsreferat viele Eindrücke aus den Gesprächen mit den Ausstellern mit auf und verdeutlichte Österreichs wirtschaftliche Perspektiven. Der heimische Wirtschaftsstandort sei eng mit Europa und der Welt vernetzt und die österreichische Exportwirtschaft zähle zu den "Global Playern", so Spindelegger. Im Rahmen der transeuropäischen Netze (TEN) werde Österreich mit seinen relevanten Korridoren vertreten sein und die Anbindung des Wirtschaftsstandortes Österreich gewährleisten.

Der 29. Logistik Dialog mit einem breiten Themenangebot aus Industrie, Handel und Dienstleistung stand unter dem Motto "smart. ennovativ. resilient." Unternehmen von der voestalpine, AVL List, Saubermacher AG, über die RHI, den Intralogistiker Knapp, der REWE, Siemens, bis hin zu KAPSCH, A1 Telekom, Flughafen Wien, oder Dirk Prachts Vortrag "Urban Farming" stellten in ihren Referaten unsere und die Zukunft der Logistik vor.

REVOLUTION
Als vierte industrielle Revolution bezeichnete Michael ten Hompel, Inhaber des Lehrstuhls für Förder- und Lagerwesen TU Dortmund, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut IML, die sich rasant selbst beschleunigende technologische Entwicklung cyberphysischer Systeme. Dass die Logistik damit zu den innovativsten Wirtschaftsbe-reichen zählt, wird deutlich. Informations- und Kommunikationstechnologien revolutionieren unser gesellschaftliches Leben und erobern die Logistik. Smartphones und Apps, verbinden sich mit Clouds und allem, was sich in der Nähe befindet, und sie kommunizieren und handeln ein stückweit selbständig.

Diese "vierte industrielle Revolution" nehme zurzeit rasant Fahrt auf und es sei höchste Zeit, sich Gedanken zu machen, was diese Entwicklung für die Logistik und für jeden von uns bedeutet, so der Logistikexperte.

Das Vortragsthema und die anschließend prominent besetzte Podiumsdiskussion zeigte, welche zentrale Rolle die Logistik im Bereich der globalen Rohstoffbeschaffung spielt. Nur die zukünftige Bedeutung Europas bei der Rohstoff-Beschaffungslogistik sei ungewiss: Hohe Umweltauflagen, mutige Entscheidungen seitens der Politik und Rahmenbedingungen würden fehlen, oder eine Donauraumstrategie, die eigentlich nur auf dem Papier existiere, seien die Ursachen großer Verzögerungen bei der Umsetzung nachhaltiger Ideen. Optimiert werden müsse auch die Logistik in der E-Wirtschaft. So stehe beispielsweise im Nordseeraum viel grüne Energie zur Verfügung, aber man wisse nicht, wie diese zum Bedarfsträger gelangen soll.

NACHHALTIGKEITSPREIS
In den insgesamt acht Dialogblöcken befasste sich der 29. Logistik Dialog mit den technologischen, den "ennovativen", den "smarten" wie auch den "resilienten", also stabilisierenden Maßnahmen der Logistikzukunft und mit dem Thema der Nachhaltigkeit, das mittlerweile einen hohen Stellenwert in der Logistikbranche einnimmt.

Preisträger des zweiten Nachhaltigkeitspreises Logistik, der jährlich gemeinsam von den Schwesterorganisationen BVL Österreich und BVL Deutschland verliehen wird, ist die Tchibo GmbH. Das Unternehmen wurde für sein umfassendes Projekt "Handeln mit Verantwortung", bei dem Logistik eine zentrale Rolle spielt, ausgezeichnet. "Wir freuen uns, dass mit Tchibo ein Vorbildunternehmen prämiert wurde, in dem Nachhaltigkeit seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Die umweltfreundliche und sozialverträgliche Gestaltung aller relevanten Prozesse – vom Ressourceneinsatz über die Herstellung der Produkte durch Lieferanten bis hin zur Entsorgung – ist maßgeblicher Faktor des Tchibo-Qualitätsverständnisses", so Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich, und Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesvereinigung Logistik Deutschland, über den Preisträger.

Den Preis nahmen in Wien Marc-Stephan Heinsen, Director Supply Chain Management & Logistics, und Achim Lohrie, Direktor Unternehmensverantwortung, entgegen. Die Laudatio hielt der Vorsitzende der siebenköpfigen Fachjury Christian Plas, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der denkstatt GmbH, Wien.

STUTTGART 21
Wolfgang Dietrich, Vorsitzender des Vorstandes und Projektsprecher Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V., informierte zum Abschluss des zweitägigen Logistikevents über Europas größtes Infrastrukturprojekt. Stuttgart 21, das 9,5 Milliarden Euro Infrastrukturprojekt, sei zu einem Spielball der Politik, einer Minderheitenbewegung und der Medien geworden. Die Logistik der Zukunft könne nur funktionieren, wenn eine gute Infrastruktur Maßen aufnehmen kann. Verkehrsadern wie Wasser, Schiene, Straße und Luft seien die Nervenstränge der Logistik, so Dittrich, der Mobilität als eine maßgebliche Voraussetzung für den Wirtschaftsstandort Europa sieht. (pi)

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