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08.05.2013 :: Printausgabe 10/2013 :: Christof Baumgartner

"Ohne Veränderungen steht man still"

Dell hat sich in den letzten Jahren vom reinen PC-Hersteller zu einem Komplettanbieter gewandelt. Zahlreiche Akquisitionen von Software-Unternehmen haben das Portfolio stark erweitert und Dell bietet nun auch End-to-End-Lösungen in der gesamten Bandbreite an. Die COMPUTERWELT hat Aongus Hegarty, Präsident von Dell in der Region EMEA, bei seinem Wien-Besuch interviewt, und ihn um eine Erläuterung der neuen Strategie des Unternehmens gebeten.

Aongus Hegarty, Dell

Aongus Hegarty, Dell

© Dell

Computerwelt: Wie wichtig ist der österreichische Markt für einen Weltkonzern wie Dell?
Aongus Hegarty:
Viele Unternehmen legen Österreich und Deutschland zusammen, das entspricht aber nicht unserer Strategie. Wir haben unser westeuropäisches Geschäft und wir haben sich entwickelnde Märkte. Pavol (Varga, General Manager von Dell Österreich und Slowakei, Anm.) reportet direkt an den Leiter des westeuropäischen Geschäftsbereiches. Österreich ist ein sehr interessantes Land bezüglich Wachstum und Entwicklung, ein sehr gut entwickelter, fortgeschrittener Markt und wir glauben, dass wir mit unseren End-to-End-Technologien hier in einer sehr starken Position sind, diese Lösungen zu den Kunden zu bringen. Es gibt hier einige Unternehmen im privaten und im öffentlichen Sektor, bei denen wir bereits umfassende Lösungen implementiert haben und gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln.

Dell hat in den letzten Jahren seine Strategie verändert. Wie sieht der neue Weg aus?
In der IT-Industrie muss man sich laufend verändern, um nicht still zu stehen. Wir verfolgen diese Strategie der Transformation nun schon seit ein paar Jahren. Vor zehn Jahren waren wir noch ein PC-Hersteller, dann haben wir uns zu einem Hardwarehersteller erweitert und seit fünf Jahren bieten wir nun auch Services an. Jetzt sind wir ein umfassendes IT-Unternehmen, das Hardware, Software und Services anbietet.

Dell hat sein Portfolio auch mit einigen Akquisitionen erweitert.
Das ist richtig, letztes Jahr haben wir ein paar wichtige Akquisitionen getätigt, vor allem in Europa, um unsere Position hier zu stärken. Ich möchte die Akquisitionen von Sonicwall, einem Hersteller von Produkten für Netzwerk- und Datensicherheit, und Quest (Quest Software wurde mit 3.500 Mitarbeitern für 2,36 Milliarden US-Dollar übernommen, Anm.) hervorheben. Quest bietet Software für das Management von Datenbanken, Applikationen und Windows-Infrastrukturen an. Für uns ist die Softwareabteilung besonders wichtig, weil sie alle unsere Lösungen betrifft. Gleichzeitig haben wir auch unsere ­Hardware-Unit erweitert, haben stark im ­Bereich Storage investiert und den Rechenzentrumsnetzwerk-Spezialisten Force10 gekauft. Jetzt können wir mit unseren Storage- und Netzwerkprodukten gemeinsam mit unserer Software komplette End-to-End-lösungen anbieten. Letztes Jahr haben wir damit verbracht, all diese Technologien in gemeinsame Lösungen zu integrieren. Das haben wir gut hingekriegt, und die Lösungen ergänzen sich sehr effizient.

Wie sind die einzelnen Sparten umsatzmäßig aufgeteilt?
Dell ist in die Bereiche Enduser-Business und Enterprise-Business aufgeteilt, rund zwei Drittel unseres Geschäftes machen wir immer noch im Enduser-Business. Aber in den Enterprise-Bereich haben wir in letzter Zeit viel investiert und er wächst schnell. Wir sehen aber die Bereiche Client, PC und Hardware nach wie vor extrem wichtig. Die Akquisitionen der Software-Unternehmen waren sehr wichtig für unser Europageschäft und unsere Geschäfte in Österreich. Ein Drittel der Geschäfte, die diese Firmen machten, haben sie in Europa gemacht. Wir haben uns damit auch einen sehr signifikanten Fußabdruck in Europa gekauft, vor allem in den Bereichen Software, Systemmanagement, Business Intelligence und Security.

Dell hat auch den Thin-Client-Spezialisten Wyse gekauft.

Mit den Thin Clients und den Cloud-­Lösungen von Wyse und unserem Know-how im Bereich Data Center, haben wir nun die Möglichkeit, umfassende End-to-End-Lösungen anzubieten. Wir entwickeln aber auch unsere eigenen Client-Produkte weiter. So haben wir ein großes Portfolio an Windows-8-Touchprodukten. Das ist einerseits wichtig für den Endusermarkt, aber auch im Businessumfeld wird Windows 8 immer wichtiger.

Windows 8 wurde in letzter Zeit eher kritisch beurteilt.
Windows 8 ist etwas komplett anderes als ein Softwareupgrade, das wir kennen. Der Grund dafür sind die Möglichkeiten des Touchscreens. Es ist wichtig, dass das Produkt Touchfähigkeiten hat, denn nur dann hat man die volle End-to-End-Erfahrung. Convertible Notebooks sind dabei ein enorm großer Markt und wir sind mit unseren Produkten darin gut aufgestellt.

Mit wie vielen Geräten verreisen sie?
Mit meinem Smartphone und meinem Convertible. Unter diesem Aspekt ist Windows 8 eine tolle Sache. Wir sehen auch großes Interesse von Unternehmen an Touch-Geräten, sie müssen aber noch evaluieren, wie sie Tablets und Touch-Lösungen in ihr Geschäftsumfeld integrieren können. Wir arbeiten mit zahlreichen Unternehmen sehr eng zusammen, um passende Touch-Lösungen zu entwickeln. Auch die App-Entwicklung spielt dabei eine große Rolle. Wir fokussieren auch ­unsere Produktlinie auf den wachsenden BYOD-Trend. In diesem Bereich ist es wichtig, leichte und leistungsfähige Produkte anzubieten. Vor allem in den letzten zwölf Monaten hat sich da viel getan. Manche Firmen haben einfach gesagt, "Ok, machen wir BYOD", und das war es. Natürlich steckt da viel mehr dahinter wie Security, Datenmanagement, persönliche Daten, die plötzlich im Unternehmen sind und so weiter. Aber mit der Kombination aus unserer Software und unseren Services haben wir eine Anzahl von Lösungen für Kunden entwickelt, um BYOD richtig und sicher einsetzen zu können.

In Österreich gibt es viele KMU. Ist eine Dell-Lösung auch für sie sinnvoll?

Absolut. Unsere Lösungen wurden zu einem Großteil für den sogenannten Mittelmarkt entwickelt. Wir können unsere Lösungen nach oben und nach unten skalieren und wir sind der Überzeugung, dass nach oben skalieren für den Kunden günstiger ist, als nach unten zu skalieren.

Das Gespräch führte Christof Baumgartner.


Aongus Hegarty:
Aongus Hegarty ist Präsident von Dell für Europa, den Nahen Osten und Afrika. In dieser Funktion ist er für den gesamten Businessbereich in der Region verantwortlich. Daneben ist Hegarty auch in einer leitenden Funktion für das Global Giving Dell Council in der Region tätig, und hat die Verantwortung für die Investitionen in Non-Profit-Organisationen. Vor Übernahme seiner aktuellen Rolle war Hegarty als Vice President und General Manager für Dell Consumer, Small & Medium Business (CSMB) in EMEA verantwortlich. Hegarty ist seit 13 Jahren bei Dell tätig.

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