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08.05.2013 :: Printausgabe 10/2013 :: Wolfgang Franz

CA: Konzentration auf die eigenen Stärken

Die diesjährige CA World in Las Vegas brachte zahlreiche Ankündigungen auf die Bühne. Der rote Faden der Veranstaltung: Neo-CEO Michael Gregoire beschwört die Kompetenz im eigenen Haus – CA soll in Zukunft viel mehr auf "organische Innovation" setzen.

Michael Gregoire, CA

Michael Gregoire, CA

© Wolfgang Franz

Sir Richard Brandson, Ehrengast der CA World 2013, die im April im US-Spielerparadies über die Bühne gegangen ist, gilt als Prototyp eines Selfmade Man. Unzufrieden mit dem Service etablierter Fluglinien? Brandson gründet unter der Dachmarke Virgin seine eigene Airline. Die Chance, dass die NASA den in die Jahre gekommenen Sir ins All lässt, geht gegen Null? Er baut sich eben seinen eigenen Weltraumgleiter.

Michael Gregoire, Neo-CEO von CA Technology, beschwört genau diesen Geist, wenn es um die Zukunft seines Unternehmens geht. Sein Credo: organische Innovation. "Wer könnte besser IT-Management und -Sicherheit in dieser Welt aus Cloud, Social Media, Mobile Computing und Big Data neu erfinden und neue Märkte wie DevOps definieren als CA Technologies? Dies erfordert ein starkes Engagement für Innovationen. Und wir engagieren uns für diese Mission", so Gregoire in seiner Keynote.

CA-CTO John Michelsen präzisiert diesen Ansatz im Gespräch mit der COMPUTERWELT: "Es stimmt, dass CA für einige Jahre verabsäumt hat, eigene Innovationen zu entwickeln, und sein Heil in Akquisitionen gesucht hat. In Zukunft werden wir nicht versuchen, mangelhafte Strategien mit Zukäufen zu kompensieren. Mike sagt jedoch nicht, dass wir keine Akquisitionen mehr tätigen werden. Wir werden nur gezielter zukaufen."
Eine dieser gezielten Übernahmen hat der CEO bereits auf der diesjährigen CA World präsentiert: Nolio, das als Marktführer für die kontinuierliche Anwendungsbereitstellung geführt wird. Die Nolio-Lösungen bilden ab sofort eine Schlüsselkomponente der DevOps-Strategie, die in der Produktsuite CA LISA ihren Niederschlag findet.  

SERVICE-VIRTUALISIERUNG
"Der Zusammenschluss von Development und Operations – DevOps – ist etwas, das in vielen Unternehmen lange Zeit nicht auf dem Radar stand", sagt Georg Lauer, Vice President Customer Success and CTO CA Technologies in Deutschland, im Interview mit der COMPUTERWELT. "Heute ist das Interesse immens, vor allem aus zwei Gründen: Der Ansatz bietet enorme Zeit- und Kostenvorteile."

Typisches Beispiel: Das Entwicklungsteam baut für die Filialen des Unternehmens eine optisch aufwendige Applikation, die bei den Tests im hauseigenen Gigabit-Ethernet-Netzwerk hervorragend funktioniert. Doch da draußen tickt die Welt anders als erwartet. Schlappe Bandbreiten verzögern das ehrgeizige Software-Projekt oder lassen es in Unsummen stürzen.

Um den traditionellen Konflikt zwischen Entwicklung und IT-Betrieb aufzulösen, setzt CA auf die sogenannte Service-Virtualisierung, die im Prinzip die Funktion eines Windkanals übernimmt. Anstatt die teuren Ressourcen eines Mainframe in Anspruch zu nehmen, gehen die Software-Tests in einer simulierten Umgebung über die Bühne. Das Gleiche gilt für Third-Party-Services wie etwa Kreditkartentransaktionen. Diese können die Entwickler aus einem Simulationskatalog auswählen. Dank Feedbackschleifen und kontinuierlicher Beobachtung der Realität verbessert sich das Service-Virtualisierungssystem – und das hoch automatisiert –, was wiederum die Kosten schont und das Projekt beschleunigt. "Das Zauberwort heißt Kontrolle. Wenn das Entwicklerteam keine Kontrolle über das gesamte System hat, dann wird es gebremst und muss mit Qualitätsproblemen der Software kämpfen. Daher stellen wir mit LISA sicher, dass die Entwicklungsteams jederzeit die Kontrolle haben – auch über Komponenten, die normalerweise außerhalb ihres Zugriffs liegen", sagt CTO John Michelsen, der übrigens als der Vater von LISA gilt. Im Jahr 1999 gründete er das Unternehmen Itko, das sich der Entwicklung dieser Lösung verschrieben hat. Vertrieben wurde sie ausschließlich in den USA und Australien. Das änderte sich mit der Übernahme durch CA Technologies im Jahr 2011. Heute ist die Integration in das CA-Portfolio so weit gediehen, dass LISA weltweit angeboten werden kann.

SAP-LÖSUNG ALS LIZENZ
CA setzt nicht nur auf Eigenentwicklung und Zukauf. Im Fall des Mobile Device Managements stellt es als Lizenznehmer die SAP-Lösung Afaria zur Verfügung. "Nach eingehender Beurteilung haben wir Afaria, die bewährte und marktführende Mobile-Device-Management-Lösung von SAP, lizenziert. Sie schafft neue Potenziale für unsere Kunden und dient uns als Schlüsselkomponente zur Entwicklung weiterer Lösungen", so Ram Varadarajan, General Manager New Business Innovation bei CA Technologies.

Eine weitere strategische Stoßrichtung ist die Bereitstellung einzelner Produktsegmente als Software-as-a-Service. "Für die meisten bedeutet SaaS, Anwendungen in die öffentliche Cloud zu verschieben", sagt Mike Gregoire. "Aber ich habe eine andere Perspektive. Im Grunde ist SaaS ein Geschäftsmodell, das es uns ermöglicht, Codes schneller mit höherer Qualität bereitzustellen, kontinuierliche Innovation zu ermöglichen, Unternehmensanforderungen rascher und genauer zu erfüllen und ihnen damit die Erzielung besserer Geschäftsergebnisse in einer öffentlichen oder privaten Cloud oder hinter einer Kunden-Firewall zu ermöglichen." (su)

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